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Heitz und Wicky – ein spannender Gedanke

Kaum ist Georg Heitz Sportchef von Chicago Fire, kommen schon Gerüchte auf, dass er Raphael Wicky als Trainer verpflichten will. Die Protagonisten hüllen sich in Schweigen.

Auch wenn das Ende rasch kam, so hat er in Basel viele Qualitäten bewiesen: Raphael Wicky im Juli 2018 in Thessaloniki – bei seinem letzten Spiel als FCB-Trainer.
Auch wenn das Ende rasch kam, so hat er in Basel viele Qualitäten bewiesen: Raphael Wicky im Juli 2018 in Thessaloniki – bei seinem letzten Spiel als FCB-Trainer.
Daniela Frutiger/freshfocus

An die Oberfläche geschwappt ist es in Übersee. National aufgenommen hat es der «Blick»: Georg Heitz sei daran interessiert, Raphael Wicky als Trainer von Chicago Fire zu verpflichten – also von jenem Club aus der Major League Soccer, bei dem er am vergangenen Freitag als Sportchef vorgestellt wurde.

Der Gedanke ist so naheliegend wie spannend: Heitz soll einen neuen Trainer verpflichten. Und Wicky ist bereits in den USA als Nachwuchstrainer des Verbands tätig. Beide kennen und schätzen sich aus der gemeinsamen Zeit beim FC Basel. Diese beschränkt sich auf jene Phase, als Wicky erst die U18- und dann die U21-Equipe führte, während Heitz Verwaltungsrat und Sportdirektor war. Als Wicky jedoch im Sommer 2017 Cheftrainer wurde , war Heitz bereits aus dem FCB ausgeschieden. Es gibt also keine gemeinsame Vergangenheit, die durch Wickys Suspendierung Ende Juli 2018 in irgendeiner Art belastet wäre.

Was es auch gibt: Weitere gute, fachliche Gründe, warum sich Heitz für Wicky als Trainer interessieren könnte. Denn auch wenn die Verweildauer bei den Profis des FCB nur kurz war, so hat der inzwischen 42-jährige Walliser doch vieles gezeigt, das zu einem guten, modernen Trainer gehört.

Er bestach durch seine Kommunikation nach aussen, unterhielt sich mit seinen Spielern problemlos in Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch, verfolgte eine Spielidee auf der Höhe der Zeit und vermochte junge Spieler weiterzuentwickeln. Und auch wenn er am Ende an den Resultaten auf nationalem Parkett scheiterte, so ist ihm in dieser Zeit auch der Erfolg nicht fremd geblieben: In der Champions League vermochte seine Mannschaft in der Saison 2017/18 zu begeistern, erreichte die Achtelfinals und spielte mit insgesamt fünf Siegen die beste Königsklasse-Kampagne der Clubgeschichte.

Was ihm in Basel in den Augen vieler fehlte und ihn scheitern liess, war genau das, was ihm Heitz bieten kann: Ein Umfeld, das ihn ausreichend unterstützt – und ein direkter Vorgesetzter mit Erfahrung und kompetenten Ratschlägen, der um die Wichtigkeit der Loyalität zum Trainer weiss. Der damalige FCB-Sportchef Marco Streller war selbst neu im Amt und musste sich in der äusserst heterogenen Führungsetage des neu aufgestellten Clubs vor allem selbst zurechtfinden.

Was es nicht gibt, sind Äusserungen der beiden Protagonisten dieser Geschichte. Sowohl Georg Heitz wie auch Raphael Wicky lassen die Gerüchte gegenüber dieser Zeitung unkommentiert. Das kann so oder so gedeutet werden. Vor allem aber ist es Ausdruck der Professionalität, die beide auszeichnet. Vielleicht wird sich bald herausstellen, dass alles nicht mehr war als Schall und Rauch. Sollte man jedoch ab 2020 beobachten können, welche Früchte die gemeinsame Arbeit dieses vom FC Basel geprägten Duos trägt, wäre es auch keine Überraschung.

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