Zum Hauptinhalt springen

Hat Russland Fussballer-Doping vertuscht?

Der russische Sportminister soll dafür gesorgt haben, dass die positive Dopingprobe eines Fussballers verschwindet.

Russlands Sportminister Witali Mutko: Hat er auch neben dem Platz zur fiesen Grätsche angesetzt?
Russlands Sportminister Witali Mutko: Hat er auch neben dem Platz zur fiesen Grätsche angesetzt?
Reuters

Es wird immer unwahrscheinlicher, dass die russischen Leichtathleten an den Olympischen Sommerspielen von Rio starten werden. Die ARD will heute Abend (22.45 Uhr) weitere bislang unveröffentlichte Dokumente dafür vorlegen, dass in Russland mit dem Segen des Staates gedopt wird.

Filmaufnahmen sollen zudem beweisen, dass wegen Dopingvergehen lebenslang gesperrte Trainer weiter mit Topathleten zusammenarbeiten. ARD-Reporter Hajo Seppelt hat mit seinen Recherchen bereits mehrere grobe Missstände im russischen Sport aufgedeckt.

Sein neuster Film belastet auch den russischen Sportminister Witali Mutko direkt. Mutko soll verhindert haben, dass ein positiver Dopingtest eines Fussballers aus der höchsten russischen Liga veröffentlicht wurde. Sollte dieser Vorwurf bewiesen werden, könnte das für Russland zu einem Problem werden. Schliesslich soll das Land die Fussball-Weltmeisterschaft 2018 austragen.

Leichtathletikverband: «Ernsthafte Besorgnis»

Mutko bezog gegenüber der ARD keine Stellung. Das russische Sportministerium veröffentlichte am Montag eine Erklärung, wonach es «alle Anschuldigungen strikt zurückweist, es würden nicht alle nötigen Schritte getan, um die Anti-Doping-Strukturen zu reformieren. Wir wissen, dass das Verhindern von Doping eine grosse Herausforderung darstellt und dass es Zeit und eine wesentliche Veränderung in ganz Russland braucht.»

Die Taskforce des Internationalen Leichtathletikverbandes (IAAF) teilte in einem Brief am 1. Juni mit, sie erachte die Recherchen der ARD als eine «sehr ernste und dringliche Angelegenheit». Sie stellten eine «ernsthafte Besorgnis» dar.

Die Arbeit der Taskforce unter Leitung des norwegischen Anti-Doping-Experten Rune Andersen entscheidet darüber, ob die derzeit suspendierten russischen Leichtathleten in Rio starten dürfen. Am 17. Juni will die IAAF ihren Beschluss veröffentlichen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch