FCB-Gegner ManCity: Die Stars, die Stärken, die Chancen

Was für ein Los! Wir beantworten fünf Fragen zum FCB-Achtelfinalgegner in der Champions League.

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Es hätte nicht besser kommen können. Oder heftiger, je nach Auslegung. Mit Manchester City trifft der FC Basel im Achtelfinal der Champions League auf den derzeit wohl stärkstmöglichen Gegner – obwohl unter anderem auch PSG und Barça in der Verlosung waren. Im zweiten Jahr unter Pep Guardiola scheint City so richtig Fahrt aufgenommen zu haben und die Ideen ihres Trainers endgültig verinnerlicht zu haben.

Die Stars:

Manchester City ist gespickt mit Stars. Sergio Agüero, Kevin De Bruyne, David Silva, Ilkay Gündogan, Raheem Sterling, Gabriel Jesus, Leroy Sané... Eigentlich könnte man das komplette Team aufzählen. Guardiola steht das teuerste Kader im Weltfussball zur Verfügung. Das Portal Transfermarkt schätzt den Marktwert auf 629,5 Millionen Euro. Zum Vergleich: Jenes des FCB wird mit 48,8 Millionen geführt.

Der derzeit wohl aufregendste Spieler ist Kevin De Bruyne. Der Belgier mit dem schnellen Antritt, der feinen Technik und der beeindruckenden Übersicht ist unter Guardiola zum absoluten Weltklassespieler gereift. Als kongenialen Partner im Mittelfeld ergänzt ihn David Silva. Der Linksfuss besticht mit seiner feinen Technik und vor allem durch sein taktisches Verständnis – nahezu jede Entscheidung, die er trifft, ist richtig. Von ihm gehen auch die meisten Ideen aus.

Die Stärken:

Ob Barça, Bayern oder jetzt Manchester City: Guardiolas Teams sind in der Regel sündhaft teuer, spielen dafür aber auch richtig guten Fussball. Selbst wenn viele Fussballfans den Ballbesitz-orientierten Fussball insbesondere zum Ende seiner Amtszeit bei Barcelona als langweilig kritisierten: Für Taktikfanatiker war und ist jedes Spiel eine Augenweide.

Ausserdem hat der Katalane auf die Probleme reagiert, die damals aufkamen. Salopp formuliert: Er hat sein Angriffsspiel umgedreht. Waren früher die Aussenverteidiger fast schon Flügelstürmer, worauf die Flügel in die Mitte zogen, sind es jetzt die Abwehrspieler, die ins Zentrum kommen. Das gibt besonders bei gegnerischem Pressing mehr Lösungen im Aufbau und schafft den Flügeln Platz, um Eins-gegen-eins-Situationen zu suchen. Dazu können sich Silva und De Bruyne mehr im Angriffsdrittel aufhalten, statt sich mit mühsamer Aufbauarbeit hinter der Mittellinie zu beschäftigen.

Greift der Gegner hoch an, sind die Abstände zwischen seiner Mittelfeld- und Abwehrlinie grösser, wodurch die beiden ihren kreativen Geltungsdrang in der Offensive ausleben können. Steht der Gegner tief, kommen sie ohne grosse Laufarbeit bereits in der gefährlichen Zone an den Ball – und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie eine Torchance kreieren.

Dass City auch in der Defensive grosse Fortschritte gemacht hat, belegen die Zahlen: Gerade mal elf Gegentore erhielten die Skyblues, neben Mourinhos Manchester United Bestwert der Premier League.

Die Schwächen:

An einem guten Tag ist dieses Manchester City nahezu unbezwingbar. Der neutrale Fussballfan darf auf ein Duell mit Bayern, City, PSG, Real oder Barça gespannt sein. Nach weniger guten Tagen dürfen Kritiker jedoch zu ihrem Lieblingsargument ausholen: dass Guardiola keinen Plan B habe. Nach dem 2:1 gegen Manchester United sagte Roberto Martinez, aktuell belgischer Nationaltrainer, dass Guardiolas Plan B sei, Plan A einfach noch besser umzusetzen. Auch wenn er mit dem Ball variabler wurde, mehrere Systeme (3-4-3, 3-5-2, 4-3-3), und wie oben erwähnt mehrere Angriffsauslösungen besitzt, wird Manchester City eines nie aufgeben: seine offensive Grundausrichtung.

Im Gegensatz zu seinem Gegenpart Mourinho lässt Guardiola ein 1:0 nicht mit elf Mann 30 Meter vor dem eigenen Tor verteidigen, sondern setzt auch dann konsequent auf hohes Pressing. Das erfordert eine hohe Konzentration und vor allem Laufbereitschaft. Klappt das nicht wie gewünscht, kann die erste Abwehrlinie rasch überbrückt werden, und der Gegner findet grosse Freiräume zum Kontern.

Basler Chancen:

Dieser Abschnitt kann kurz gehalten werden: Die Chancen des FCB auf einen Viertelfinal tendieren gegen null. Auch wenn sich Basel europäisch bisher stark präsentiert hat, ist dieses ManCity noch höher einzuschätzen als sein Stadtrivale in Rot. Wie der FCB dennoch weiterkommen kann? Mit zwei perfekten Leistungen und vor allem zwei rabenschwarzen Champions-League-Abenden von Manchester City.

So kam ManCity durch die Gruppenphase:

Relativ locker. Zwar erlitt es am letzten Spieltag gegen Donezk wettbewerbsübergreifend die einzige Niederlage in der kompletten Saison. Da war City der Gruppensieg aber bereits nicht mehr zu nehmen. Auch wenn die Gruppe, die Napoli und Feyenoord komplettierten, nicht die schwerste war: Auch in der Champions League untermauerten die Citizens ihre Ambition, in dieser Saison alle Titel gewinnen zu wollen.

baz.ch/Newsnet

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