FCZ entscheidet Zürcher Derby spät für sich

Der FC Zürich gewinnt auch das dritte Zürcher Derby in Folge. Zwei Treffer in der Schlussphase entscheiden die Partie.
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Die Grasshoppers steigerten sich im Vergleich zum 0:4 gegen Basel. Eine Verschlechterung war allerdings kaum möglich. Rückkehrer Yoric Ravet, der bei Freiburg in der Bundesliga schon länger keine Rolle gespielt hatte, machte schon bei seinem Comeback klar, dass er der maroden Mannschaft viel bringen kann. In viele gute Szenen der ersten Halbzeit, die den Hoppers eine Führung hätten einbringen können, war der Franzose involviert. In der zweiten Halbzeit wirkten dann Ravet wie auch die meisten andern GC-Spieler müde - oder jedenfalls weit weniger frisch als die FCZler, die mit der Dauer des Spiels zusetzen konnten.

Der georgische Neuzugang Lewan Kharabadze scheint für die Mannschaft von Ludovic Magnin - Assistent René van Eck vertrat den gesperrten Cheftrainer an der Seitenlinie - eine echte Verstärkung zu werden. Der am linken Flügel eingesetzten Defensivspieler war die längste Zeit der auffälligste Spieler auf dem Platz. Er verwertete, von der gegnerischen Abwehr nicht behelligt, mit dem Kopf einen Corner von Benjamin Kololli zur frühen Führung. Zu Beginn der zweiten Halbzeit verpasste er sein zweites Tor nur um Millimeter: Sein Schuss von der Strafraumgrenze prallte von der Unterkante der Latte weniger als einen Meter vor die Torlinie.

Kharabadze im Mittelpunkt

Kharabadze war also der Auffälligste, und beinahe wäre er auch der Pechvogel des Spiels geworden. Er verursachte nach 38 Minuten den Handspenalty, den Raphael Holzhauser zum 1:1 verwertete. Eine Schuld traf Kharabadze indessen nicht. Er bekam eine scharfe Hereingabe von Verteidiger Nikola Gjorgjev an den Ellenbogen - aus nur etwa einem Meter. Heute wird ein solches "Vergehen" auch in internationalen Spielen sehr oft geahndet.

Die späten Tore zum Sieg, mit dem der FCZ umgehend auf die matte Leistung beim 1:3 in St. Gallen antwortete, erzielten Spieler, die sich üblicherweise nicht als Torschützen auszeichnen. Verteidiger Andreas Maxsö erzielte nach einer Flanke von Alain Nef seinen ersten Treffer für den FCZ, und Toni Domgjoni, vom eingewechselten Marco Schönbächler auf kurze Distanz angespielt, stellte den wohl um ein Tor zu hoch ausgefallenen Sieg sicher.

Basel rettet unentschieden

Der FC Basel muss sich derweil im Heimspiel gegen St. Gallen mit einem 1:1 zufrieden geben. Samuele Campo verhindert mit einem Freistosstor gar eine Heimniederlage. Wegen eines späten Gegentreffers und ungenügender Chancenverwertung drohte dem FC Basel trotz Dominanz die dritte Heimniederlage in Folge gegen St. Gallen. Der eingewechselte Rückkehrer Samuele Campo erzielte in der Nachspielzeit mit einem direkt verwandelten Freistoss zumindest noch das 1:1. Für die Gäste hatte ebenfalls ein Joker getroffen. Axel Bakayoko erzielte in der 86. Minute auf Zuspiel von Majeed Ashimeru das 1:0.

Zu diesem Zeitpunkt konzentrierten sich die St. Galler vornehmlich auf das Verwalten des torlosen Unentschiedens. Dennoch wäre der Sieg der Gäste nicht gänzlich gestohlen gewesen - einerseits nicht, weil diese im Ballbesitz durchaus den Weg nach vorne suchten, andererseits weil der FCB mit seinem Chancen ziemlich fahrlässig umging. Unter anderem scheiterte Ricky van Wolfswinkel in der 22. Minute vom Penaltypunkt an Dejan Stojanovic, köpfelte Luca Zuffi den Ball in der 9. Minute aus bester Position in die Arme des St. Galler Schlussmanns und scheiterte wiederum Zuffi in der 37. Minute mit einem Schlenzer am Pfosten.

Nicht befriedigend war der Abend für den zuvor dreimal siegreichen FCB auch deshalb, weil der eigenen Anhang nicht zum ersten Mal seinen Unmut über die Klubführung kundtat. Er boykottierte die erste Halbzeit und richtete auf einem Banner unter anderem die Aufschrift "Zum devolaufe" an die Teppichetage.

Zürich - Grasshoppers 3:1 (1:1)
11'013 Zuschauer. - SR Jaccottet.

Tore: 7. Kharabadze (Kololli) 1:0. 38. Holzhauser (Handspenalty) 1:1. 81. Maxsö (Nef) 2:1. 85. Domgjoni (Schönbächler) 3:1.

Zürich: Brecher; Nef, Bangura, Maxsö; Winter (89. Mirlind Kryeziu), Domgjoni, Hekuran Kryeziu, Kharabadze; Marchesano (67. Schönbächler); Odey, Kololli (82. Khelifi).

Grasshoppers: Lindner; Gjorgjev, Cvetkovic, Rhyner, Goelzer; Diani; Ravet, Bajrami (83. Taipi), Holzhauser, Ngoy (80. Mallé); Djuricin (70. Tarashaj).

Basel - St. Gallen 1:1 (0:0)
27'543 Zuschauer. - SR Schnyder.

Tore: 86. Bakayoko (Ashimeru) 0:1. 91. Campo (Freistoss) 1:1.

Basel: Omlin; Widmer, Zambrano, Balanta, Petretta; Frei, Xhaka (63. Ajeti); Kalulu (80. Campo), Zuffi, Bua (66. Stocker); Van Wolfswinkel.

St. Gallen: Stojanovic; Lüchinger, Hefti, Stergiou (53. Nuhu), Wittwer; Quintilla; Kutesa (87. Tafer), Sierro, Ashimeru, Barnetta (64. Bakayoko); Rapp.

Rangliste: 1. Young Boys 19/52 (59:20). 2. Basel 20/34 (39:34). 3. Thun 19/31 (39:28). 4. Zürich 20/28 (30:29). 5. St. Gallen 20/27 (31:36). 6. Luzern 18/25 (29:33). 7. Sion 18/21 (28:30). 8. Lugano 19/19 (27:35). 9. Grasshoppers 20/17 (22:41). 10. Neuchâtel Xamax FCS 19/13 (26:44).

SDA

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