Zum Hauptinhalt springen

FCB: Chancenlos, peinlich, deklassiert

Die Schweizer Presse geht nach der 0:5-Niederlage mit Basel hart ins Gericht. Die Beurteilung reicht von «peinlich» bis «überfordert».

Basler Zeitung:«Chancenlos, überfordert und vorgeführt – so musste der FC Basel seinen dritten Champions-League-Auftritt über sich ergehen lassen. (…) Und Trainer Christian Gross musste bald erkennen, dass seine Systemumstellung auf zwei Stürmer und eine flache Mittelfeldreihe ein Schlag ins Wasser war. dort, wo im 4-1-4-1 ein zentraler Mittelfeldspieler vor der Abwehr sonst Löcher stopft, kreierte Barça seine Treffer. (…) Nach drei Spielen hat der FCB bei 1:10 Toren null Punkte. Dreimal war er in der Champions League, auf die mit so grossem Aufwand hingearbeitet wurde, ein klar unterlegener Herausforderer. Aber das Publikum raffte sich beim Schlussakkord der Partie dennoch zu einer feinen Geste auf: Die 37'500 im ausverkauften St.-Jakob-Park applaudierten stehend ihren schwer geschlagenen Rotblauen zum einen, und auch einer grossartigen Mannschaft des FC Barcelona zum anderen.»

Tages-Anzeiger:«Staunende Augen. Vielleicht unterschätzen sie uns ja, hofften einige Basler. Nach 3 Minuten und 33 Sekunden stand es 0:1. Vielleicht hilft uns ja das Wetter, sagte Karl Odermatt vor dem Spiel. Es war bitterkalt und regnete. Nach 14 Minuten und 44 Sekunden stand es 0:2. Vielleicht wird es wieder zu einer «Night to remember», wie damals vor sechs Jahren gegen Liverpool, hoffte Christian Gross. Nach 21 Minuten und 36 Sekunden stand es 0:3. (…) Doch Augen hatten sie, hatten alle im St.-Jakob-Park, immer wieder auch für jene, die sonst auch in Rotblau, diesmal aber in grellem Gelb spielten. Es waren staunende, faszinierte und grosse Augen. (…) Dieser zauberhafte Fussball mit direkten Kombinationen im Hochgeschwindigkeitstempo – besser, schöner kann er nicht geboten werden. (…) Nach 47 Minuten und 30 Sekunden stand es 0:5. Die Fans in der Kurve sangen immer noch; Messi und Krkic tricksten, wirbelten, dribbelten, passten, schossen weiter, nur nicht mehr ganz so entschlossen. So wurde es wenigstens nicht 0:13.»

Berner Zeitung:«Ein Hochgenuss auf Basler Kosten. Das «Spiel des Jahres» ist für den FC Basel zur «Lektion des Jahrzehnts» ausgeartet: Barcelona dominierte den Schweizer Meister nach Belieben und siegte 5:0. Hätte er gewollt, hätte er problemlos noch höher gewinnen können. Was soll man nach solch einer Demonstration schreiben? Soll man den Künstlern aus Barcelona anhaltenden Applaus spenden, den Hut vor Lionel Messi und Co. ziehen und einfach nur zufrieden sein, dass man derart grossartigen Fussball-Zauberern zuschauen durfte? Oder soll man doch zuerst Basel ins Gebet nehmen für einen Auftritt, der von A bis Z, zwischen 20.45 Uhr und 22.37 Uhr einfach peinlich war? FCB gegen FCB – das war wie SCB gegen die New York Rangers, wie Roger Federer gegen den Berner Tennismeister; ein Treffen zweier Fussballwelten, eine Demütigung für die einen, ein abendlicher Spaziergang für die anderen. Jeder einigermassen selbstkritische Basel-Profi wird sich nach dieser Begegnung fragen: Was läuft bei uns falsch? Jeder Barcelona-Unterhaltungskünstler dürfte sich gestern nach der Vorführung kurz mit der Frage beschäftigt haben, wie sich dieser Gegner für die Champions League hatte qualifizieren können. (…)Bestnoten verdiente sich auf Basler Seite nur das Publikum, das während der gesamten Spielzeit Stimmung machte, als befänden sich ihre Lieblinge nahe der Sensation.»

Blick:«Basler Champions-League-Touristen. Peinlich – Zuschauen und lernen - so lautete das Motto des kleinen FCB gegen den grossen FCB. Das 0:5 war mehr als eine Vorführung auf internationalem Parkett für die hilflosen Kicker aus Basel. Der Match war vorbei, bevor er richtig begonnen hatte. (…) FCB-Coach Christian Gross dagegen wird spätestens seit der Lehrstunde gestern Abend bewusst geworden sein, dass seine Spieler in dieser Champions League nicht über den Touristen-Status hinauskommen. In den letzten drei Spielen darf seine «Reisegruppe» wenigstens noch zweimal in den Flieger steigen - viel Spass dabei!»

Neue Zürcher Zeitung:«Im Zirkus Barça. Schon beim Einlaufen manifestieren sich die Grössenordnungen zwischen Basel und Barcelona. Wenn vom «Spiel des Jahres» die Rede ist, wenn im FCB-Museum die Losung «FCB meets FCB» heisst, wenn die rotblauen Farben des FC Basel den rotblauen des FC Barcelona gegenübergestellt werden, wenn sich die Protagonisten des Schweizer Meisters trotz den beiden Startniederlagen in der Champions League die Messlatte weiterhin hoch setzen, steigt die Gefahr, dass der Sinn für die Grössenordnungen etwas abhanden kommt. (…) Es ist eine andere Welt, diejenige in Barcelona. Die nächste Aufführung für den FC Basel im grossen Zirkus Barça ist in zwei Wochen. Im Camp Nou geht es nur noch um die Ehre.»

20 Minuten:«FCB: Lehrstunde statt Sternstunde Der FC Barcelona erteilte dem FC Basel eine Lektion und deklassierte den Schweizer Meister gleich vernichtend mit 5:0. Eine Sternstunde für den Basler Fussball hat sich Trainer Christian Gross vom gestrigen Champions-League-Abend erhofft. Aus der Sternstunde wurde eine Lehrstunde für den Schweizer Meister, erteilt vom grossen FC Barcelona. (…)Den Fans wars egal, sie feierten ihre Mannschaft, als hätte sie die Königsklasse gewonnen. Dabei heisst die Bilanz in der Champions League seit gestern: drei Spiele, null Punkte und Tabellenletzter.»

News:«FCB von Barça zerzaust. Der entfesselte FC Barcelona spielte mit den Baslern Katz und Maus. Die «Tagesschau» hatte vor dem Kickoff in einer Liveschaltung nach Basel Moderator Rainer Maria Salzgeber die Frage nach den Basler Chancen gestellt. Der Walliser antwortete trocken: «Es spricht nichts bis gar nichts für den FC Basel.» Leider hatte Salzgeber diesmal recht.»

Der Landbote:«Basel erlaubt «Barça» eine Demonstration. Der Schweizer Meister FC Basel ist auch nach seinem dritten Spiel in der Champions League noch ohne Punkt. Er war gegen den FC Barcelona völlig chancenlos und verlor 0:5. Als der Basler Trainer Christian Gross am Vorabend noch die Hoffnung auf eine «Sternstunde» seines FCB gegen den «grossen» FCB aus Barcelona kundgetan hatte, war auch ihm klar gewesen, dass der Wunsch Vater dieses doch ziemlich kühnen Gedankens sein dürfte. Wie weit er dann allerdings von den Realitäten der Champions League entfernt war, musste ihn doch enttäuschen. (…)Realisten werden allerdings – nicht zu Unrecht – auch sagen: Diese Niederlage war nicht eine Frage der Taktik oder des Systems, sondern klarer Hinweis darauf, welche Welten diese beiden Teams nun mal voneinander trennen. Gleich sind nur die Initialen, FCB, und die Klubfarben, Rotblau.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch