FC St. Gallen bestreitet Rassismus-Vorfall

Ein Verteidiger der Ostschweizer soll seinen Gegner beleidigt haben. Dieser verlässt unter den Tränen den Platz, spielt dann aber weiter.

Jordi Otsei-Tutu hat genug. Wurde er rassistisch beledigt? Video: Twitter

Zwischen dem VfL Bochum und dem FC St. Gallen ist noch keine Halbzeit gespielt, da hat Jordi Osei-Tutu genug. Erst reklamiert der Verteidiger der Deutschen heftig bei Schiedsrichter Sandro Schärer, dann verwirft er die Hände und macht sich auf den Weg Richtung Kabine. Mit Tränen in den Augen, er soll davor rassistisch beleidigt worden sein. Mitspieler und Gegner wollen ihn daran hindern, den Platz zu verlassen. Osei-Tutu, eine Leihgabe von Arsenal London, spielt danach weiter.

In den sozialen Netzwerken ist der Übeltäter bereits ausgemacht, auch der «Blick» schreibt davon, dass es sich um St. Gallens Linksverteidiger Slimen Kchouk handelt. Im Video oben ist kurz zu sehen, wie sich der Tunesier mit dem Briten ghanaischer Abstammung nach einem Zweikampf ein Wortgefecht liefert. Der VfL Bochum nahm am Mittwoch, dem Tag nach dem Spiel, auf Twitter Stellung und schrieb, dass der Verein jegliche Form von Rassismus verurteile. Die Gäste behalten sich weitere Schritte vor.

«Niemand sollte jemals diskriminiert werden, und es ist wirklich schwer nachvollziehbar, wie sich ein Profi-Fussballkollege auf diese Weise respektlos verhalten kann. Arsenal und der VfL Bochum haben mich grossartig unterstützt und ich hoffe, dass wir letztlich demonstrieren können, dass Rassismus im Fussball keinen Platz hat», kommentierte Osei-Tutu.

St. Gallen dementiert

Der FC St. Gallen streitet den mutmasslichen Vorfall ab und reagierte mit einem Dementi. «Unsere Spieler pflegen einen respektvollen Umgang untereinander, völlig unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Der betroffene Spieler hat in einem klärenden Gespräch mit den Verantwortlichen glaubhaft versichert, sich auch gestern im Spiel gegen den VfL Bochum an diesen Vereinsgrundsatz gehalten zu haben», teilte der Schweizer Erstligist mit. «Der FC St. Gallen 1879 stellt klar, dass er jede Form von Rassismus und Diskriminierung aufs Schärfste verurteilt. Entsprechende Verfehlungen würden ohne jeden Toleranzspielraum sanktioniert.»

red/dpa

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