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FC Luzern trennt sich von Sforza

Einen Tag nach dem 0:1 in Aarau ist Ciriaco Sforza (38) als Trainer des FC Luzern abgesetzt worden. Es ist die zweite Trainerentlassung in der Super League nach jener von Martin Andermatt.

Sforza und die Innerschweizer trennten sich nach üblichem Sprachgebrauch «in gegenseitigem Einvernehmen». Dieser Schritt war angesichts der Schnelllebigkeit im Fussball-Geschäft erwartet worden, denn nach fünf Meisterschaftsspielen liegen die Innerschweizer mit einem Punkt auf dem letzten Tabellenplatz.

«Wir haben uns im Verwaltungsrat für Kontinuität entschieden, sind aber bei gemeinsamen Analysen zum Entschluss gekommen, uns im Frieden zu trennen», sagte Präsident Walter Stierli. Sforza nahm die Trennung äusserst professionell hin: «Wir haben gemeinsam das Richtige gemacht.» Er habe gemerkt, dass er nach der Partie gegen Bellinzona (2:2 nach 2:0-Führung, die Red.) nicht mehr richtig an die Mannschaft herangekommen sei, fuhr er fort. Das Wichtigste für ihn sei, dass die Spieler nun kapieren würden, dass sie Fussball- Profis seien.

Fringer, Andermatt...

Für die Suche nach einem neuen Trainer wollen sich die Vereinsverantwortlichen genügend Zeit lassen. Sforzas Nachfolger soll aus dem deutsprachigen Raum kommen. Mögliche und ernsthafteste Kandidaten sind Rolf Fringer, der seit seiner Entlassung beim FC St. Gallen im vergangenen Oktober ohne Trainerjob ist und der Zuger Martin Andermatt, der nach nur drei Runden bei den Young Boys entlassen worden war.

...oder Marini?

Ein Thema dürfte auch der frühere Fanionspieler Stefan Marini werden, der bei Kriens vier Jahre lange hervorragende Arbeit ablieferte, im letzten April jedoch zurücktrat, nachdem der Challenge-League-Verein plötzlich in Abstiegsgefahr geraten war und schliesslich in die 1. Liga absteigen musste. Marini verbindet eine enge Freundschaft mit FCL-Sportchef Bruno Galliker, mit dem er zuvor in Kriens zusammenarbeitete.

Heute Montag will die Geschäftsleitung den Interimstrainer bekanntgeben. Zur Auswahl stehen Assistenztrainer Salvatore Romano oder die Nachwuchs-Ausbildner Jean-Daniel Gross (U21, Ex-Cham) und Christian Brand (U18, Ex-Thun).

Sforza übernahm im Jahr 2006 das Traineramt beim FCL, nachdem die Innerschweizer mit René van Eck in die höchste Spielklasse aufgestiegen waren. In den ersten beiden Saisons (8. und 6.) schaffte er mit den Luzernern souverän den Ligaerhalt und führte das Team im vergangenen Jahr in den Cupfinal, der gegen den FC Basel unglücklich 0:1 verloren ging.

Sforza unterschrieb erst Anfang Mai einen Vertrag für die neue Saison. Nun wurde dem 79-fachen Schweizer Internationalen die erhöhte Erwartungshaltung zum Verhängnis. Der Schweizer Meister von 1989 war im Vorfeld der Saison nach vermeintlich guten Transfers als Geheimfavorit bezeichnet worden; viele trauten ihm den Sprung in die Top 3 zu.

Luzern bildete für Sforza die erste Trainerstation; die UEFA-Pro- Lizenz hatte er parallel zu seiner Tätigkeit auf der Allmend gemacht. «Für die Chance, die mir hier in Luzern geboten wurde, möchte ich ein grosses Dankeschön aussprechen», so Sforza.

Si/fal

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