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Es hörte sich so einfach an

Samuele Campo und Eray Cömert zeigen beim 1:0 gegen den FCZ, was ihnen so oft nachgesagt wird: ihr Talent.

Samuele Campo (rechts) durfte wieder mal von Beginn ran und brachte mit seinem sehenswerten Treffer den FCB in Zürich in die richtige Spur.
Samuele Campo (rechts) durfte wieder mal von Beginn ran und brachte mit seinem sehenswerten Treffer den FCB in Zürich in die richtige Spur.
Walter Bieri, Keystone

Eray Cömert sagte, er habe Samuele Campo lossprinten sehen und, ja, dann habe er halt diesen Pass gespielt. Samuele Campo sagte, er habe schon während des gesamten Spiels bemerkt, dass Zürichs Torhüter Yanick Brecher ziemlich weit vor seinem Tor stehe und, ja, dann habe er es halt einfach mal versucht.

Es hörte sich so einfach an.

Der FC Basel hatte beim 2:0 gegen den FC Zürich ja eigentlich Chancen für zwei Partien. 22 Schüsse zählten die Statistiker am Ende der 90 Minuten. Zwölf davon kamen aufs gegnerische Tor, zehn wehrte der starke Brecher ab. Ein Mal war Ricky van Wolfswinkel nach einem der ganz wenigen Fehler Brechers völlig frei, scheiterte aber gleich doppelt. Ein Mal vergab Cömert nach einer Ecke aus bester Position mit Kopf. Fabian Frei verzog aus der Distanz zwei Mal knapp.

All diese Chancen waren einfacher als Campos 1:0. Deutlich einfach sogar.

Über 40, 50 Meter segelte Cömerts Ball in der 54. Minute durch den Letzigrund. Auf Höhe des Mittelkreises hatte der Verteidiger den beneidenswerten Einfall, Campo an der Grenze des Zürcher Strafraums zu bedienen. Der war zwar eingeengt durch zwei FCZ-Verteidiger, liess den Ball aber auf seinen linken Fuss tropfen und lobte den Ball über Brecher zum vorentscheidenden 1:0 ins Netz. «Traumtor», sagte Cömert nach dem Spiel trocken. Es war ausnahmsweise mal keine dieser im Fussball alltäglichen Übertreibungen.

Die Konzept-Kandidaten

Es war ein Traumtor, es war aber auch ein Treffer, das den beiden Hauptverantwortlichen ziemlich gut getan haben dürfte. Cömert und Campo, sie haben in dieser Rückrunde ja keine grosse Rolle im Spiel der Basler gespielt. Für den 21-jährigen Verteidiger war der Klassiker gegen den FCZ erst das zweite Spiel in diesem Jahr, weil er seinen Platz an das Duo Balanata/Suchy verloren hat. Und der 23-jährige Spielmacher Campo dürfte wohl selbst etwas überrascht gewesen sein, als Trainer Marcel Koller ihm bereits rund um das Spiel gegen Luzern am Wochenende erklärte, dass er gegen den FC Zürich in der Startelf stehen werde.

Campo und Cömert sind ja zwei dieser heissbegehrten Konzept-Kandidaten, die Präsident Bernhard Burgener in seinen Vorträgen besonders gerne mit Namen. Beide jung, beide Basler, beide talentiert. Das Problem ist nur, dass ihnen dieses Talent zwar von allen Seiten nachgesagt wird, man es ihnen in dieser Saison allerdings nur selten auch nachweisen konnte. Das zeigte auch das Spiel in Zürich wieder ganz gut.

Lange Zeit schien es für beide ein verunglückter Abend zu werden. Cömert spielte zu Beginn einige Pässe, die er besser nicht hätte spielen sollen. Dann vergab es seine grosse Chance, ehe er sich steigerte. Und bei Samuele Campo hatte man auch den Eindruck, dass das Spiel konstant an ihm vorbeilaufe.

Mit dieser einen Szene haben sie gezeigt, was sie dem FC Basel bieten können, wenn alles stimmt im richtigen Moment. Allerdings haben sie zum gleichen Zeitpunkt auch gezeigt, was sie ziemlich oft in dieser Saison verpasst haben – und was sie in Zukunft noch deutlich besser machen müssen, um ihrem Ruf gerecht zu werden.

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