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Ein Weltmeister feiert Auferstehung, einer kriegt Prügel

Nach dem 3:0-Sieg in der WM-Qualifikation gegen Norwegen dürften zwei deutsche Nationalspieler gemischte Gefühle haben.

Da war er also wieder, der typische Thomas Müller. Nach herrlichem Pass von Mesut Özil fällt Müller auf den Hosenboden, weil er den Ball verfehlte, steht wieder auf, kommt nochmals zum Abschluss – und der Ball fliegt, natürlich abgefälscht, irgendwie doch noch ins Tor.

Für solche unkonventionelle Treffer steht der Bayern-Star wie kein anderer. Bei der Spielerbenotung nach dem 3:0 in Norwegen zum Start der WM-Qualifikation schrieb das Fussballmagazin «11 Freunde»: «Wäre Thomas Müller ein Künstler, müsste man wohl sagen: Ja, schön sieht das, was er da fabriziert, nicht unbedingt aus. Aber das Gesamtwerk ist einfach einzigartig.»

«Das wird ihm guttun»

Zuletzt durchlebte Müller jedoch eine für ihn aussergewöhnliche Durststrecke. Das 1:0 gegen die Skandinavier war sein erstes Länderspieltor in einem Ernstkampf seit Oktober 2015. Während der EM liess er beste Gelegenheiten liegen, die Kritik an ihm und seiner Spielweise wurde immer lauter. Was bringt ein Thomas Müller, wenn er keine Stolpertore erzielt? Eine neue Situation für den 26-Jährigen, der an den Weltmeisterschaften 2010 und 2014 je fünf Tore erzielte – 2010 wurde er Torschützenkönig.

«Das wird ihm für den Rest der Saison guttun», sagte Bundestrainer Joachim Löw im Hinblick auf Müllers zwei Treffer und seine Torvorlage im Ullevaal-Stadion von Oslo, schob jedoch nach: «Es wäre mir lieber gewesen, er hätte bei der EM einige Tore geschossen. Er hat dort unheimlich viel gearbeitet und viele Chancen gehabt.»

Müller selber zeigte sich nach seiner Gala zufrieden. Während seiner Torflaute sei er «immer wieder dran geblieben. Ich werde natürlich auch in den nächsten Spielen wieder versuchen zu treffen, man muss einfach an seine Mitspieler und sich selbst glauben. Dann fallen die Dinger auch wieder rein, man muss einfach gierig bleiben.» Zudem sei auch das Glück zurückgekehrt, das ein Torjäger in gewissen Situationen auch benötige.

Götze hart kritisiert

Er zeigte aber auch Verständnis für die Kritiken in den letzten Monaten, insbesondere hinsichtlich der fehlenden Zielstrebigkeit: «Wir haben halt viele Spieler, die gerne mal den Extrapass spielen. Das ist ein bisschen so eine Typfrage, da haben wir vielleicht ein kleines Problem.»

Ein immer grösseres Problem hingegen hat Mario Götze. Gegen Norwegen lief er als Sturmspitze auf, blieb dabei wie bei der EM nahezu wirkungslos. Während Löw befand, Götze brauche nach seinem glücklosen Engagement bei Bayern München «offensichtlich etwas Zeit», wetterte der ehemalige Torhüter und aktuelle RTL-Experte Jens Lehmann: «Er gibt mir das Gefühl, dass er nichts macht. Ich habe keine Sprints gesehen, ich habe nichts gesehen.»

Auf diese Kritik von der «Sport-Bild» angesprochen, konterte Götze: «Hat er denn irgendwelche Statistiken gesehen? Ich glaube, dass es nicht einfach war für mich, da wir viel über aussen gespielt haben, der Gegner tief stand, die Räume eng waren.» Aber der Dortmund-Rückkehrer übte sich auch in Selbstkritik: «Wenn man als Stürmer eingesetzt wird, wird man an Toren gemessen, und das ist mir heute nicht gelungen. So ist auf jeden Fall noch Luft nach oben.»

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