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Ein Hauch von Aufbruchstimmung bei Lausanne-Sport

2003 war der Klub bankrott. Heute spielt Lausanne gegen die Dänen von Randers um den Einzug in die Playoffs der Europa League.

Jean-François Collet: Er ist der Präsident des Klubs Lausanne-Sport.
Jean-François Collet: Er ist der Präsident des Klubs Lausanne-Sport.
Keystone

Das Ergebnis von letzter Woche überraschte: Im Hinspiel der 3. Qualifikationsrunde zur Europa League gewann Challenge-League-Vertreter LausanneSport auswärts 3:2 gegen Randers aus der höchsten dänischen Liga. Heute Abend folgt das Rückspiel, doch Jean-François Collet, Präsident des Klubs, will noch nichts von einem Weiterkommen wissen: «Es wäre ein Irrtum, zu glauben, wir wären schon durch.»

Dass in Lausanne zurzeit überhaupt von europäischem Fussball gesprochen wird, passt zwar zur Tradition des Klubs, nicht aber zu seiner jüngsten Vergangenheit: 2003 musste der siebenfache Schweizer Meister und neunfache Cupsieger unter dem damaligen Namen Lausanne-Sports Konkurs anmelden und bei der Zwangsrelegation in die 2. Liga interregional absteigen. Jetzt hat er unter dem fast identischen Namen LausanneSport ein neues Leben und spielt europäisch. Die Qualifikation für die internationalen Spiele schaffte die Mannschaft in der vergangenen Saison mit dem Erreichen des Cupfinals und trotz dem 0:6 gegen Basel, weil der FCB kurz darauf Meister wurde und sich in die Champions League spielte.

Ein Traditionsclub mit neuen Ambitionen

In der zweiten Qualifikationsrunde stiegen die Waadtländer ein und besiegten Banja Luka aus Bosnien. Vergangene Woche folgte der Sieg gegen Randers. Auch national ist Lausanne erfolgreich gestartet. Nach zwei Runden belegt das Team den zweiten Platz in der Challenge League. Die Aufbruchstimmung im Verein ist eng mit dem Namen Jean-François Collet verknüpft. Seit seinem Amtsantritt 2007 hat der Präsident den Verein neu organisiert. «Zu Beginn hatten wir 800 000 Franken Schulden. Wir standen wieder vor dem Konkurs. Heute sind wir schuldenfrei und verfügen über ein Budget von 3,5 Millionen Franken», sagt er. Sein finanzpolitisches Credo lautet: «Wenn man 20 Franken hat, gibt man auch nur 20 Franken aus und nicht 21.» Die bisherigen Europacup-Reisen belasteten das Budget von Lausanne nicht negativ. Der Klub erhielt von der Uefa 90 000 Euro pro Runde.

Die verbesserten finanziellen Verhältnisse machen Lausanne auch für Fussballer wieder attraktiv. Vor dieser Saison verpflichte der Verein den ehemaligen Nationalspieler Fabio Celestini (34). «Wir sind immer noch ein Traditionsklub, der nun auch wieder Ambitionen hat», sagt Collet. Der Transfer des Mittelfeldspielers sei ein wichtiges Zeichen gewesen, glaubt der ebenfalls neu dazugekommene Trainer Martin Rueda (47). «Mit Celestini ist wieder einer da, der eine riesige Erfahrung mitbringt. Er spielt im richtigen Moment den richtigen Pass. Er weiss, wann er das Spiel schnell oder langsam machen muss. Ich spüre, wie die jungen Spieler sein Wissen aufsaugen», sagt er.

Der Aufstieg bis 2014

Nun bereiten Collet und Rueda den Klub auf die Rückkehr in die Super League vor. Dieses Szenario sei aber erst in ein paar Jahren realistisch, sagt Collet. «Wir möchten uns Schritt für Schritt verbessern. Diese Saison ist ein Platz in den Top 5 das Ziel. 2014 wollen wir aufsteigen.» Dann soll auch das neue Stadion für 13 000 Zuschauer fertig sein. «Um in der Super League konkurrenzfähig zu sein, brauchen wir es», fügt er an. Der Europacup ist für den Präsidenten nur eine Zugabe: «Es ist schön für die Spieler und Fans, uns ist aber wichtiger, in der Meisterschaft erfolgreich zu sein.» Rueda spricht nicht anders, weil die Liga auch für ihn Priorität hat. Er sagt trotzdem: «Wir sind bereit, in der Europa League einen grossen Effort zu leisten.»

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