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Dokumente decken Geldwäscherei von Ex-Fifa-Vize auf

Bisher bestritt Jack Warner stets, in irgendeiner Form in den Fifa-Skandal verwickelt zu sein. Neu veröffentlichte Kontoauszüge lassen jedoch anderes vermuten.

Die Luft wird dünner: Ex-Fifa-Vizepräsident Jack Warner muss Transaktionen in Millionenhöhe erklären.
Die Luft wird dünner: Ex-Fifa-Vizepräsident Jack Warner muss Transaktionen in Millionenhöhe erklären.

Die ehemalige Nummer zwei des Weltfussballverbands, Jack Warner, hat nach Informationen des britischen Senders BBC an Fifa-Gelder in die eigene Tasche gesteckt. Der Sender bezieht sich dabei auf ihm vorliegende Papiere.

Die US-Jusitz ermittelt gegen den Ex-Chef des Fussballverbands für Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik (Concacaf) wegen Korruption, Verschwörung und des organisierten Verbrechens. Ein Antrag auf Warners Auslieferung aus Trinidad und Tobago liegt bereits vor.

Die Vorwürfe, dass der 72-Jährige tief in Geldwäsche verstrickt ist, belegen nach BBC-Informationen nun Dokumente zu Überweisungen in der Höhe von 10 Millionen US-Dollar (rund 9,4 Millionen Franken). Demnach hat Südafrika, Veranstalter der WM 2010, die Summe stellvertretend überwiesen.

Geld war für Entwicklungsprogramme bestimmt

Das Geld sei eigentlich für Fussball-Entwicklungsprogramme in der Karibik bestimmt gewesen. «Aber Dokumente legen nahe, dass Warner die Zahlung für Barabhebungen, persönliche Darlehen sowie zur Geldwäsche genutzt hat», schreibt BBC.

Genannt werden ausserdem drei weitere Fifa-Überweisungen. Am 4. Januar, 1. Februar und am 20. März 2008 gingen Gelder auf Concacaf-Konten ein. Als damaliger Fussballchef von Nord- und Zentralamerika und der Karibik lag die Kontrolle derer bei Warner.

Warner müsse sich der Justiz stellen und viele Fragen beantworten, fordert Brent Sancho, Ex-Fussballspieler und Sportminister von Trinidad und Tobago, mit den BBC-Enthüllungen konfrontiert.

Der 72-Jährige selbst beteuert seine Unschuld. Er ist derzeit frei in seiner Heimat – allerdings nur auf Kaution von 2,5 Millionen Dollar.

Abgeführt: Einer der Festgenommenen Fifa-Funktionäre wird mit Sichtschutz nach draussen eskortiert. (27. Mai 2015)
Abgeführt: Einer der Festgenommenen Fifa-Funktionäre wird mit Sichtschutz nach draussen eskortiert. (27. Mai 2015)
Pascal Mora/The New York Times/Redux/Life
Fussballfunktionäre wegen Korruptionsverdachts im Baur au Lac festgenommen: Ein Einsatzwagen der Polizei fährt am Zürcher Hotel vorbei. (27. Mai 2015)
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Arnd Wiegmann, Reuters
Die Welt blickt nach Zürich: Nationale und internationale Medienschaffende haben sich vor dem Hotel versammelt. (27. Mai 2015)
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Urs Jaudas
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