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Videobeweis vermiest Franzosen das Spiel

Seltsam, wenn das Publikum tobt und der Schiedsrichter am Kopfhörer lauscht. So geschehen gegen Spanien.

Schiedsrichter Zwayer konsultiert seinen Assistenten. Frankreichs Torwart Hugo Lloris wartet gespannt auf das Resultat.
Schiedsrichter Zwayer konsultiert seinen Assistenten. Frankreichs Torwart Hugo Lloris wartet gespannt auf das Resultat.
Getty Images

Gleich zweimal wurde während der Partie Frankreich - Spanien am Bildschirm über Tor oder nicht Tor entschieden.

Seit dem EM-Final gegen Portugal hatte Frankreich kein Spiel mehr verloren. Spanien liess diese Serie mit dem 2:0-Sieg im Freundschaftsspiel nun reissen – auch dank dem Videobeweis. Denn während der Partie sass der deutsche Schiedsrichter Tobias Stieler als Videoassistent vor dem Stade de France in einem Van und verfolgte das Spiel auf verschiedenen Monitoren. Per Funk konnte er seinen Kollegen Felix Zwayer in kritischen Situationen kontaktieren – und es gab kritische Situationen.

Kurz nach der Pause brauchte er seinen Assistenten dann erstmals.

Hoy en el amistoso francia vs españa utilizaron el video arbitraje "VAR" para anular el gol de griezmann pic.twitter.com/NY40deDy3y— EL REJA ???? (@Santi_Vatt) March 28, 2017

Nachdem Antoine Griezmann das vermeintliche 1:0 geschossen hatte, nahmen Schiedsrichter und Videoassistent via Knopf im Ohr Kontakt auf. Kurze Zeit später annullierte Zwayer das Kopfballtor, da Layvin Kurzawa im Offside stand. Ob der Schiedsrichter oder der Videoassistent zuerst Kontakt aufnahm, bleibt unklar. Beide haben das Recht, im Zweifelsfall zu intervenieren.

Auch der zweite entscheidende Eingriff kam Spanien zugute. In der 78. Minute traf Spaniens Gerard Deulofeu, der Linienrichter zeigte aber zunächst Offside an und Zwayer gab das 2:0 nicht. Nach einem Hinweis des Videoassistenten revidierte er seinen Entscheid und gab das Tor dann trotzdem.

Video tech at work in football:Video assistant referee overruled the offside decision and allowed Gerard Deulofeu's goal against France ???? pic.twitter.com/SKiSpl3OuP— ITV Football (@itvfootball) March 28, 2017

Das System mit Videoassistent-Schiedsrichtern (VAR) ist derzeit in der Testphase. Fifa-Präsident Gianni Infantino will es an der WM in Russland einsetzen. «Es ist anerkannt und auch fair. Warum sollten wir es nicht nutzen?», sagte Frankreichs Trainer Didier Deschamps. Trotzdem findet er, dass es den Fussball ein wenig verändert. Die Spanier konnten sich verständlicherweise gut mit dem Videobeweis anfreunden. «Das VAR hat den Besseren geholfen», schrieb die AS heute.

Bisher ist es dem Videoassistenten erlaubt, in vier Situationen einzugreifen: Tor, Penalty, direkter Platzverweis und Spielerverwechslung. Im September wurde der Videobeweis im Profifussball erstmals getestet. Während des Cupspiels zwischen Ajax Amsterdam und Willem II wurde der Schiedsrichter von einem Assistenten am Bildschirm unterstützt.

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