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Die Schweiz auch ohne Derdiyok

Nach Alex Frei und Marco Streller fällt für das Spiel in Israel auch Eren Derdiyok aus.

Der Basler zog sich einen Muskelfaserriss zu. In der Not erhielt Mauro Lustrinelli ein Aufgebot.

Ottmar Hitzfeld hat sich von Anfang an darauf eingestellt, dass es nicht so einfach ist, Schweizer Nationaltrainer zu sein. Darum sei die Aufgabe ja umso spannender, sagt er. Vor dem ersten WM-Qualifikationsspiel am Samstag in Israel ist die Aufgabe noch ein wenig delikater geworden. Gestern meldete sich Derdiyok, in Form gekommenes Talent des FC Basel, mit einem Muskelfaserriss im linken Oberschenkel aus dem Trainingslager in Feusisberg und Freienbach ab. Derdiyok ist für Samstag der dritte substanzielle Ausfall nach Frei und Streller. Blaise Nkufo ist der einzige Spieler im Kader, der von seinen Anlagen her als Sturmspitze zu bezeichnen ist.

Nicht in Panik

Hitzfeld scheint deshalb nicht in Panik zu geraten. Für die Reise nach Tel Aviv hat er Mauro Lustrinelli nachnominiert. Viel anderes ist ihm in der Not auch gar nicht übrig geblieben. Und doch kommt damit zum Ausdruck, wie begrenzt die Auswahl an Schweizer Stürmern ist. Lustrinelli, der 32-jährige Tessiner von der AC Bellinzona, hat seit bald zwei Jahren nicht mehr für die Nationalmannschaft gespielt, in 11 Einsätzen kommt er exakt auf 207 gespielte Minuten und 0 Tore.

Aber Hitzfeld hat etwas tun müssen. Denn was ist, wenn sich auch noch Nkufo verletzen sollte? Im aktuellen Aufgebot ist keiner für die Rolle der Sturmspitze prädestiniert, kein Yakin, Abdi, Barnetta, Vonlanthen oder Stocker. Wenigstens hat Nkufo noch rechtzeitig den Pass geliefert bekommen, den er daheim vergessen hatte und der für die Einreise nach Israel erforderlich ist.

Am Sonntag stösst Frei zur Mannschaft, nachdem er bis dann in Dortmund in einem Spiel der Regionalliga-Mannschaft und zwei Testläufen der ersten Mannschaft belastet worden ist. Das ist wenig genug, um für ein WM-Ausscheidungsspiel schon bereit zu sein. Gleichwohl sollten Klasse und Ehrgeiz des 29-jährigen Captains genügen, um kommenden Mittwoch im Letzigrund gegen einen Widersacher von Luxemburgs Kaliber zu bestehen.

Die Aufstellung für Tel Aviv

Derdiyok hätte nach seinem sprunghaften Formanstieg beste Chancen gehabt, im Ramat Gan von Tel Aviv die Offensive anzuführen. Mit seinem Ausfall ist die Aufstellung um eine Position klarer geworden. Zumal die Eindrücke vom gestrigen Training in Freienbach die Vermutungen bestätigen, wie die Mannschaft am Samstag aussehen wird: Benaglio im Tor, Lichtsteiner, Djourou, Grichting und Ersatz-Captain Magnin in der Abwehr, Behrami, Inler, Huggel und Barnetta im Mittelfeld, Yakin in vorgeschobener Position und eben Nkufo als Sturmspitze.

Zehn weitere Spieler komplettieren die Delegation, die heute Morgen nach Israel fliegt. Zu ihnen gehört Johan Vonlanthen, der mit seinem gescheiterten Transfer von Salzburg nach Santander ein weiteres Kapitel in seiner komplizierten Geschichte als Fussballer angefügt hat. Für vier Jahre hatte er beim spanischen Klub unterschrieben, um seiner problematischen Situation in Salzburg zu entkommen. Er glaubte darum, alles sei klar, bis Santander von einer Verpflichtung absah, weil ein Verteidiger den Klub verliess, mit dem Vonlanthen auf der rechten Seite ein Paar bilden sollte.

So zumindest erzählt das Vonlanthen. Was allerdings nichts daran ändert, dass in Salzburg Trainer Co Adriaanse wenig von ihm zu halten scheint. «Ich habe schon genug Schläge bekommen», sagt der 22-Jährige, «das ist einer mehr, aber das ist nicht so schlimm.» Sein Fatalismus bewahrt ihn nicht davor, im Klub spielen zu müssen. Sonst gehört er im Nationalteam bald nicht einmal mehr zu den Reserven. Das hat ihm Hitzfeld gestern Morgen nochmals deutlich gemacht.

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