Zum Hauptinhalt springen

Die «Königlichen» haben den Fluch besiegt

Die favorisierten Klubs Real Madrid und Chelsea qualifizieren sich souverän als letzte Teams für die Viertelfinals in der Champions League.

Der Anfang von Reals Gala: Marcelo (r.) bringt nach Doppelpass mit Cristiano Ronaldo die Madrilenen mit 1:0 in Führung.
Der Anfang von Reals Gala: Marcelo (r.) bringt nach Doppelpass mit Cristiano Ronaldo die Madrilenen mit 1:0 in Führung.
Keystone

Während die Londoner zum siebten Mal seit 2000 die Viertelfinals erreichen, dürfen sich die «Königlichen» erstmals seit sieben Jahren über die Qualifikation für die Runde der letzten Acht freuen. Nach einem 1:1 in Lyon setzten sich die Madrilenen vor heimischer Kulisse dank Toren von Marcelo (37.), Karim Benzema (66.) und Angel di Maria (76.) verdient 3:0 durch und revanchierte sich damit erfolgreich für das Aus im Vorjahr.

Chelsea begnügte sich gegen den Aussenseiter FC Kopenhagen nach einem 2:0-Sieg auswärts an der Londoner Stamford Bridge mit einem torlosen Remis. Die Gastgeber versiebten ein halbes Dutzend erstklassiger Chancen.

Marcelo als Matchwinner

Nicht einer der Künstler-Fraktion der schillernden Offensivabteilung löste beim Anhang Reals einen ersten Sturm der Begeisterung aus. Verteidiger Marcelo, üblicherweise auf der linken Seite für die Stabilisierung der Defensive zuständig, dribbelte sich in der 37. Minute in den Brennpunkt. Sein erstes Tor im aktuellen Wettbewerb ebnete Real den Weg in den ersten CL-Viertelfinal seit 2004.

Für den speziellsten Moment der Partie sorgte Karim Benzema. Der französische Nationalspieler mit jahrelanger und höchst erfolgreicher Vergangenheit in Lyon traf wie im Hinspiel (66.). Mit seinem sechsten Tor – nach einem weiten Pass von Marcelo – in der europäischen Elite-Liga versetzte der 23-Jährige dem bereits schwer gezeichneten Kontrahenten den entscheidenden Schlag. Kurz vor Schluss verliess er den Rasen unter Ovationen.

Die nette Geste von Real

Die Anhänger des neunfachen Titelträgers (im Meistercup und CL) klatschten längst rhythmisch. Ihr Team hatte vor Benzemas Abgang Spektakel und sogar noch ein wunderbares drittes Tor produziert: Der Argentinier Di Maria, auf den Mourinho so sehr setzt, überwand den französischen Nationalkeeper Hugo Lloris im Stile des Champions zum dritten Mal. Diesmal leistete Mesut Özil die Vorarbeit.

Für die Geste der Runde sorgten die Madrilenen nach dem Schlusspfiff im Kollektiv: Zur Unterstützung des an Krebs erkrankten Barcelona-Spielers Eric Abidal enthüllten alle Real-Spieler ein weisses Shirt mit der Aufschrift «Animo Abidal».

Verbale und spielerische Konter

Lyons Präsident Jean-Michel Aulas entlockte Madrids Coach mit seiner Fernprognose, er sei sich sicher, Real würde auf ein 0:0 aus sein, schon vor der ersten Ballberührung im Santiago Bernabéu einen verbalen Konter. «Aulas hat die Analyse gemacht. Er redete wie ein Trainer, nicht wie ein Präsident. Vielleicht geben wir ihm ja Recht», antwortete José Mourinho dem Franzosen.

Wie wenig er von der Einschätzung Aulas in Tat und Wahrheit hielt, belegte er mit seiner Equipe. Ohne eine Minute taktischer Zurückhaltung stürmte Real an. Schon nach fünf Minuten prallte der Ball ein erstes Mal vom Pfosten zurück. Lyon beanspruchte das Glück, dass Khedira ein Foul am Keeper begangen haben soll. Die hektischen Szenen häuften sich aber früh im Strafraum der Gäste.

Mourinho genoss den 22. Heimsieg in Serie seit seinem Wechsel in die spanische Metropole im schicken Mantel. Ihm, dem smarten Taktiker, gerissenen Rhetoriker und (im Bedarfsfall) Provokateur im Gentleman-Stil, ist mit Real alles zuzutrauen. Er besitzt das Personal und die Klasse, nach Porto (2004) und Inter (im letzten Frühling) als erster Trainer der Welt eine dritte Mannschaft zum Triumph in der Champions League zu führen.

Chelsea genügte das Minimum

Die Engländer dominierten zumindest in der ersten Hälfte zwar fast nach Belieben, den ersten Akzent setzten gleichwohl die Dänen. In der 26. Minute setzte Dame N'Doye einen Freistoss an den Pfosten. Mehr liessen die Blues nicht zu. Ihnen genügte aber das Minimum bereits, die brillante europäische Saison des FC Kopenhagen zu beenden. Nach der 0:2-Heimniederlage fehlte den Nordländern die Qualität, die wuchtigen, aber glücklosen Londoner Multi-Millionäre – notabene zum achten Mal in Folge in den Top 16 vertreten – in Bedrängnis zu bringen.

si/fal

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch