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Die Kanzlerin und das runde Leder

Angela Merkel nutzt ihre Fussball-Leidenschaft, um bei den Wählern zu punkten. Immerhin hat sich die Bundeskanzlerin bei der Frauen-WM noch nicht in die Kabine des deutschen Teams gewagt.

Der glühendste Fan an der Frauen-Fussball-Weltmeisterschaft 2011...
Der glühendste Fan an der Frauen-Fussball-Weltmeisterschaft 2011...
Keystone
...ist ohne Zweifel Angela Merkel: Jubel beim 2:0 für Deutschland gegen Kanada. Rechts neben Frau Merkel frohlockt leicht erhitzt Theo Zwanziger, und Sepp Blatter hat einen unfotogenen Moment. (26. Juni 2011)
...ist ohne Zweifel Angela Merkel: Jubel beim 2:0 für Deutschland gegen Kanada. Rechts neben Frau Merkel frohlockt leicht erhitzt Theo Zwanziger, und Sepp Blatter hat einen unfotogenen Moment. (26. Juni 2011)
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WM-Halbfinal in Dortmund: Der damalige italienische Ministerpräsident Romano Prodi lässt sich von Frau Merkel das Spiel erklären. (4. Juli 2006)
WM-Halbfinal in Dortmund: Der damalige italienische Ministerpräsident Romano Prodi lässt sich von Frau Merkel das Spiel erklären. (4. Juli 2006)
Keystone
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Die Frauen-WM 2011 ist ein Turnier für Fussballerinnen von Nordkorea bis Brasilien, vor allem aber eines für Angela Merkel. Die CDU-Politikerin könnte sich keine bessere Bühne als den Fussball-Grossanlass wünschen, um in Zeiten schlechter Umfragewerte ihre Volksverbundenheit und ihr Engagement für die Sache der Frau zu inszenieren.

Wenn die deutschen Spielerinnen am Tor vorbeischiessen, kringelt sich Frau Merkel auf der Tribüne mit vollem Körpereinsatz; wenn die DFB-Kickerinnen ins Netz treffen, erst recht. Die Probleme mit Koalitionspartner FDP, der ungefähr so beliebt ist wie Wespen auf einer Erdbeertorte, sind beim Fussball für 90 Minuten ganz weit weg.

Ehrenmitglied bei Energie Cottbus

Bei allem Nutzen, den Merkel aus ihren Auftritten auf den Tribünen der grossen Stadien zieht, gespielt ist ihre Begeisterung für den Fussball nicht. Die diplomierte Physikerin stand schon als Studentin vor 37 Jahren im mit 100'000 Zuschauern gefüllten Leipziger Zentralstadion und sah sich das Länderspiel zwischen der DDR und England (1:1) an. Beim ostdeutschen Zweitligisten Energie Cottbus ist Merkel sogar Ehrenmitglied.

Ihren ersten grossen Auftritt hatte sie dann nach dem Vorrundenspiel Deutschland – Polen an der WM 2006, als sie dem damaligen Trainer Jürgen Klinsmann um den Hals fiel. Im Oktober 2010 tauchte sie nach dem Match gegen die Türkei plötzlich in der Kabine der DFB-Elf auf und liess sich mit dem ebenso verdutzten wie leicht bekleideten Mesut Özil ablichten. Das Bild gelangte mit der Genehmigung von Bundestrainer Joachim Löw und Manager Oliver Bierhoff in die Medien, erzürnte aber DFB-Präsident Theo Zwanziger. Es brauchte eine Entschuldigung der Bundeskanzlerin, um die Irritationen aus dem Weg zu räumen.

Kritik vom Bund der Steuerzahler

Auch mit dem Bund der Steuerzahler geriet Merkel wegen ihrer Rolle als oberster Fussball-Fan des Landes schon in Clinch. Als sie im vergangenen Sommer mit einer Regierungsmaschine zum WM-Viertelfinal Deutschland – Argentinien nach Südafrika flog, bezeichnete die Organisation dies als völlig deplatziert: «Es kann nicht sein, dass man für den Besuch eines Viertelfinals so mit Steuergeldern umgeht.»

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