Zum Hauptinhalt springen

Die furchtbare Geschichte hinter dem Jubel

Nach seinem 1:1 gegen Russland zeigte Polens Captain Jakub Blaszczykowski zum Himmel. Aus einem traurigen Grund.

Im Nationalstadion von Warschau lief die 57. Minute, als der Dortmunder Bundesliga-Profi Jakub Blaszczykowski mit einem herrlichen Schuss den Treffer zum 1:1-Endstand erzielte. Sekunden später stürzten sich die Mitspieler auf ihren Captain, in der Arena herrschte Glückseligkeit. Der Torschütze hielt nach dem kollektiven Jubel aber noch einmal inne, ging in die Knie und richtete beide Zeigefinger gen Himmel.

Der Dank eines gläubigen Katholiken an Gott, so könnte man denken. Gerade in Polen. Doch der Hintergrund der Geste ist ein unheimlich trauriger: Blaszczykowski grüsste seine tote Mutter, die starb, als er zehn Jahre alt war – ermordet vom eigenen Ehemann.

Vor der EM äusserte sich der Fussballstar, der die Tat mit eigenen Augen gesehen hatte, erstmals über das Unfassbare: «Ich werde nie verstehen, warum das passiert ist. Ich werde mich immer fragen: warum? Bis zum Ende meines Lebens muss ich damit leben. Früher habe ich das nie erwähnt, ich wollte es vergessen. Aber ich konnte nicht. Jetzt bin ich so weit, dass ich darüber sprechen kann.»

Blaszczykowski wuchs nach dem Mord an seiner Mutter bei Grossmutter und Onkel auf, mit seinem Vater, der nach 15 Jahren Haft im vergangenen Mai starb, sprach er nie mehr ein Wort.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch