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«Die Bestie»

Real Madrid demontiert und demütigt Schalke. Reaktionen von Spielern und Schlagzeilen zu einem furiosen Spiel.

Reals Superstar Cristiano Ronaldo sitzt am Boden und zeigt furchterregend die Zähne. «Die Bestie führt Schalke vor», titelte die «Süddeutsche Zeitung» nach dem 6:1-Sieg.
Reals Superstar Cristiano Ronaldo sitzt am Boden und zeigt furchterregend die Zähne. «Die Bestie führt Schalke vor», titelte die «Süddeutsche Zeitung» nach dem 6:1-Sieg.
Keystone
Dann legte Cristiano Ronaldo so richtig los und überfuhr mit seinen Teamkollegen eine völlig überforderte Schalker Mannschaft.
Dann legte Cristiano Ronaldo so richtig los und überfuhr mit seinen Teamkollegen eine völlig überforderte Schalker Mannschaft.
Keystone
...und verlassen konsterniert das ausverkaufte Stadion.
...und verlassen konsterniert das ausverkaufte Stadion.
Keystone
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Wenn Real Madrid zum Tanz aufspielt, wird das Star-Ensemble um Superstar Cristiano Ronaldo das weisse Ballett genannt. Die «Süddeutsche Zeitung», mit reisserischen Schlagzeilen sonst eher zurückhaltend und weniger in der Boulevard-Ecke, überrascht diesmal mit dem Titel: «Weisse Bestie führt Schalke 04 vor». Allerdings hat dieser Titel einen kleinen Schönheitsfehler. Die Königlichen traten in Gelsenkirchen mit den orangenen Auswärtstrikots an.

Und so bringen es andere Zeitungen auf den Punkt:

«AS»: «Madrid zertrampelt den Fluch»

«Marca»: «Eine Tormaschine»

«Sport»: «Unglückliche Deutsche werden mit drei Doppelpacks abgestraft»

«Ruhr Nachrichten»: «Eiskaltes Real demütigt Schalke mit 6:1»

«Bild»: «Schalke, das war eine Schande»

«Kicker»: «1:6! Real zerlegt Schalke eiskalt»

«Sport Bild»: «Schalke gedemütigt – aber Ronaldo lobt Fährmann»

«Express»: «Schalke mit sechs Toren noch gut bedient»

In der Tat: Was Real Madrid auf Schalke zeigte, war grosses Kino und ein fast perfektes Spiel. Die Platzherren hatten im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League nicht den Hauch einer Chance. «Sie haben uns die Grenzen aufgezeigt. Das müssen wir schlucken und akzeptieren», sagte Schalkes Leader Kevin-Prince Boateng im «Morgenmagazin» von ARD und ZDF. Auch Verteidiger Benedikt Höwedes war ziemlich ratlos, sprach von Wut und Enttäuschung. «Man hat natürlich gesehen, was sie für eine fantastische individuelle Klasse da vorne haben. Sie haben jeden Fehler von uns gnadenlos bestraft, und am Ende steht dann dieses ganz bittere Ergebnis. Sie haben auf die Konter gelauert und jeden Fehler ausgenutzt.»

Die schonungslose Selbstkritik

Schalkes Verteidiger Felipe Santana, der wie seine Kollegen vom Madrider Angriffswirbel völlig überfordert war, analysiert die Niederlage ebenfalls schonungslos. «Wir wussten schon vorher, dass es ein schweres Spiel werden würde. Wir wussten auch, dass man Real Madrid keinen Zentimeter Platz geben darf. Wenn du einem Team wie Madrid nur einen Millimeter Platz gibst, dann ist die Wahrscheinlichkeit 99 Prozent, dass sie daraus ein Tor machen. Das haben wir heute leider zu oft gemacht, und dann kommt so ein Ergebnis dabei raus. Ein Champions-League-Spiel ist immer ein K.-o.-Spiel. Man wartet auf die Fehler des Gegners und schlägt dann zu – oder nicht. Real hat heute zugeschlagen und wir nicht. So einfach ist das auf diesem Niveau.»

Real trauert dem Gegentreffer nach

Der spanische Welt- und Europameister Sergio Ramos, Abwehrchef der Madrilenen, sagt: «Wir sind sehr glücklich mit diesem Ergebnis, denn es ist für uns sehr wichtig, immer das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. In diesem Fall ist das ja auch für das Rückspiel ein wirklicher Vorteil. Dieses Rückspiel müssen wir allerdings auch erst noch spielen. Ich denke, dass Schalke sich in dieser Partie anders präsentieren will als heute. Sie haben wirklich keinen guten Tag erwischt und werden uns noch mal eine gute Leistung abverlangen. Auch heute hätten sie am Anfang ein oder zwei Tore erzielen können. Zum Glück ist das nicht passiert. Für Iker Casillas und auch mich wäre ein Spiel ohne Gegentor natürlich noch schöner gewesen. Aber so fiel noch das Tor für Schalke, das zumindest für die Fans schön war, aber nicht für uns. Wir werden jetzt von Spiel zu Spiel schauen, was diese Saison möglich ist. Aber natürlich haben wir grosse Ziele mit einem Team in dieser Form.»

Wenn sich ein Stürmer über ein Tor nicht freuen kann

Schalkes holländischer Torjäger Klaas-Jan Huntelaar, der das Ehrentor für die Platzherren erzielte, war ebenfalls untröstlich. «Wenn wir das 1:1 gemacht hätten, dann wäre das Spiel vielleicht ein wenig anders gelaufen. Aber letztendlich brauchen wir darüber nach einem 1:6 nicht zu diskutieren. Wir wissen alle, dass wir es nicht gut gemacht haben. Aus diesem Spiel müssen wir eine ganze Menge lernen. Ich kann mich über mein Tor nicht wirklich freuen. Denn ein 1:6 ist kein wirklicher Grund zur Freude mehr. Madrid war heute ganz klar besser. Sie haben unsere Fehler knallhart bestraft. Wir müssen jetzt alle daran arbeiten, dass wir es nächstes Mal nicht so schlecht machen. Weiterzukommen ist jetzt unmöglich – zumindest fast.»

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