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Der Shootingstar, der fast durchs Sieb fiel

Basels Abwehrchef Fabian Schär ist der Aufsteiger der Saison. Lange deutete nicht viel darauf hin, dass er Nationalspieler werden könnte.

Basels Abwehrchef Fabian Schär sieht einer rosigen Zukunft entgegen.
Basels Abwehrchef Fabian Schär sieht einer rosigen Zukunft entgegen.
Keystone
Der Aufsteiger der Saison wird am kommenden Freitag im WM-Qualifikationsspiel gegen Island wohl in der Startformation stehen.
Der Aufsteiger der Saison wird am kommenden Freitag im WM-Qualifikationsspiel gegen Island wohl in der Startformation stehen.
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«Es war aber eine wertvolle Erfahrung für ihn», sagt Basels Trainer Murat Yakin (l.), unter dem Fabian Schär (r.) Stammspieler wurde.
«Es war aber eine wertvolle Erfahrung für ihn», sagt Basels Trainer Murat Yakin (l.), unter dem Fabian Schär (r.) Stammspieler wurde.
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Basels Verteidiger Fabian Schär steht am Freitag im WM-Qualifikationsspiel gegen Island wohl erstmals in der Startelf. Es könnte der Beginn eines kometenhaften Aufstiegs für jenen Mann sein, der noch vor gut einem Jahr bei Wil in der Challenge League spielte.

Axel Thoma, Sportchef und Trainer beim FC Wil, ist der Entdecker von Fabian Schär. «Als ich 2007 Sportchef in Wil wurde, hatten wir keine U-16- oder U-17-Mannschaft. Die C-, B- und A-Junioren kickten irgendwo im Breitensport. Ich gründete dann eine U-20. Ich erkundigte mich, wen man allenfalls aus den Junioren für diese zweite Mannschaft rekrutieren könnte. Dann nannte man mir den Namen von Fabian Schär», erinnert sich Thoma. Dieser käme möglicherweise infrage, weil er ein talentierter Spieler sei. «Durch seine ruhige, bescheidene und zurückhaltende Art wirkte Fabian manchmal etwas faul, man hat ihn deshalb lange gar nicht richtig wahrgenommen.»

«Oder er verschwindet wieder in der Versenkung»

Schär habe dann während zweier Jahre in Wils zweiter Mannschaft Dritt- und Zweitligaspiele bestritten. «Dann habe ich ihm einen Vertrag gegeben und ihm mitgeteilt, dass er ab sofort dem Kader der ersten Mannschaft angehöre. Ich habe ihn bewusst ins kalte Wasser geworfen und mir gesagt: Entweder er packt es oder verschwindet wieder in der Versenkung.» Dann habe Schär eine enorme Entwicklung durchgemacht. Er habe Schär dann auch für die Schweizer U-20 empfohlen. «Mit dieser Entwicklung habe ich nicht unbedingt gerechnet, aber ich habe es vermutet und darauf gehofft.» Der FC Basel hat für Schär ein tiefe sechsstellige Ablösesumme bezahlt. «Wir haben mit Basel ein für uns sehr interessantes Modell ausgehandelt. Wenn Fabian weiter erfolgreich spielt, können wir finanziell davon profitieren. Wir wären auch an einem Weiterverkauf beteiligt.»

Der FC Basel wollte Schär zuerst verleihen

Mit einem kometenhaften Aufstieg Schärs hat auch sein jetziger Arbeitgeber FC Basel nicht unbedingt gerechnet. «Wir wollten ihn verpflichten, aber vorerst an einen anderen Club verleihen», sagt Basels Sportdirektor Georg Heitz gegenüber Redaktion Tamedia. Das hingegen habe Schär kategorisch abgelehnt. «Er wollte sich bei uns durchsetzen. Er wusste genau, was er will.» Als Schär zum FC Basel kam, hiess der Trainer noch Heiko Vogel. Doch erst unter dessen Nachfolger Murat Yakin wurde der Wiler zum Stammspieler. «Er war aber schon bei Heiko Vogel nahe dran. Vogel hat gewusst, dass er nicht mehr lange an Schär vorbeikommt», sagt Heitz. Der FC Basel hatte Fabian Schär schon länger im Fokus. Für die Challenge League hat der Club einen eigenen Scout angestellt. Angelo Corti, der ehemalige Spitzenfussballer, ist bekannt für sein gutes Auge für Talente. «Wir haben Fabian Schär x-mal beobachtet», sagt Heitz.

«Er muss seine Karriere behutsam planen»

Für FCB-Trainer Murat Yakin ist die Entwicklung von Schär keine Überraschung. «Er hat eigentlich alles, was er braucht. Er ist cool und für sein Alter schon sehr abgebrüht», sagt der Basler gegenüber Redaktion Tamedia. Er habe defensiv wie auch offensiv grosse Qualitäten. «Er kann ein Spiel lesen und ist deshalb in den Zweikämpfen wie auch in der Angriffsauslösung stark.» Schär habe in einem Jahr auch auf internationaler Bühne schon sehr viele Erfahrungen sammeln können. «Solche Sachen bringen ihn weiter. Er muss seine Karriere aber behutsam planen. Er muss seine Leistungen im Club und in der Nationalmannschaft bestätigen und sich als grosses Ziel die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien setzen.»

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