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Der EM-Zweite zu Gast im Ländle

Andorra und Kasachstan machten vor zwei Wochen den Auftakt, der Rest Europas startet an diesem Wochenende zur WM-Qualifikation. Auf dem Programm stehen zum Auftakt wenig brisante Paarungen.

Während von der DFB-Auswahl am Samstagabend ein Pflichtsieg erwartet wird, steht für viele Spieler aus dem «Ländle» ein Karrierehöhepunkt bevor. Erstmals seit dem Ausbau vor zwei Jahren wird der Rheinpark in Vaduz ausverkauft sein. Alle 6128 Sitzplätze sind besetzt, wenn der EM-Zweite zu Gast ist. An eine Sensation glauben sie in Liechtenstein nicht, «aber ich erwarte, dass meine Spieler an ihre Grenzen gehen werden», sagte der Schweizer Hanspeter Zaugg, der die Liechtensteiner seit 2006 trainiert.

Zaugg selbst hat in seiner Karriere schon einmal einen halben Erfolg gegen Deutschland erreicht. Während seines halbjährigen Engagements als Interimstrainer der Schweiz holte er im April 2000 in Kaiserslautern gegen die DFB-Auswahl ein 1:1. Dass ihm ein Remis auch mit der Nummer 130 der FIFA-Weltrangliste gelingen könnte, glaubt Deutschlands Trainer Joachim Löw zwar nicht. Der Schwabe ist aber auch durchaus bemüht, die Meriten der Liechtensteiner zu erwähnen und zählte daher auf: «Sie haben zuhause gegen grosse Mannschaften wie England und Spanien nur knapp verloren und mal in Portugal ein Unentschieden erreicht.»

Österreich will Reife zeigen

Im einzigen WM-Qualifikationsspiel am Samstag zwischen zwei EM-Teilnehmern empfängt Österreich in Wien Frankreich. An der Euro haben beide Teams erfolglos abgeschnitten. Drei Spiele, nur ein Punkt, bloss ein Tor. Die Österreicher wollen am kontinentalen Kräftemessen aber dazugelernt haben und gehen dank des 2:2 im Testspiel gegen Weltmeister Italien mit gesteigertem Selbstvertrauen in die Partie. «Ich bin überzeugt, dass jetzt eine gewisse Reife da ist. Dass muss man gegen Frankreich von der ersten Minute an sehen», sagte Teamchef Andreas Herzog.

Grosse Hoffnungen setzen sie Österreicher auf Stürmer Marc Janko. Gegen Italien hat der Salzburger sein erstes Tor für die ÖFB-Auswahl erzielt. Seither wird er mit Lob überschüttet – auch von Nationalcoach Karel Brückner: «Er hat viele gute Voraussetzungen. Kraft, Schnelligkeit, Übersicht. Er hat einen guten Schuss und ist torgefährlich.»

Die Franzosen, die es an der EM bei weitem nicht bis nach Wien schafften, haben vor allem Respekt vor der physischen Präsenz der Österreicher. «Es wird ein Spiel für Kämpfer. Wir haben gesehen, wie Österreich bei der Euro aufgetreten ist. Sie sind körperlich stark und lieben es, ihre Gegner unter Druck zu setzen», sagte Frankreichs Coach Raymond Domenech.

Die «Equipe tricolore» startet in der Gruppe 7 trotz des schwachen Abschneidens an der EM als Favoritin. Mit Serbien und EM-Teilnehmer Rumänien ist die Poule ausgeglichen besetzt. Die Franzosen werden bemüht sein, einen frühen Fehltritt wie in der EM-Qualifikation zu vermeiden (Auswärtsniederlage im dritten Spiel in Schottland).

Titelverteidigung beginnt auf Zypern

Einen besseren Start als vor zwei Jahren strebt auch Weltmeister Italien an. Der Weg der Titelverteidigung beginnt für die Azzurri in Larnaca mit dem Spiel gegen Zypern. «Die Zyprioten haben viele Spieler, die im Ausland unter Vertrag stehen. Das wird kein Spaziergang», sagte Luca Toni. Der Bayern-Stürmer kehrt nach einer Verletzung ebenso ins Team zurück wie Captain Fabio Cannavaro, der beim Comeback von Trainer Marcello Lippi im Test gegen Österreich gefehlt hatte. Der «commissario tecnico» kann damit an seiner alten Seilschaft festhalten. In Larnaca sind in der Startformation acht Spieler zu erwarten, die vor zwei Jahren auch den WM-Final in Berlin begannen.

Der «Fall Bojan»

Europameister Spanien tritt gegen Bosnien-Herzegowina ohne EM-Final-Torschütze Fernando Torres an. Ohne den verletzten Liverpool-Stürmer wird EM-Torschützenkönig David Villa der einzige Angreifer im Team von Vicente Del Bosque sein. Im Verlaufe der Partie in Murcia ist auch mit einem Einsatz von Bojan Krkic (FC Barcelona) zu rechnen. Vielleicht sind die Tore des 18-jährigen «Barça»-Juwels gegen Bosnien nicht gefragt. Doch langfristig wäre der Einsatz bedeutend; er würde dem serbischen Buhlen um die Dienste des Ausnahmetalents ein Ende setzen. Denn seit Radomir Antic, der ehemalige Real- Atletico- und Barcelona-Trainer sowie Kumpel von Bojan Krkics Vater, Coach von Serbien ist, wurden Stimmen laut, wonach Krkic dereinst doch für das Land seines Vaters die Fussballschuhe schnüren könnte.

si/jr

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