Zum Hauptinhalt springen

Der deutsche Fussball-Katzenjammer

Sechs Europacupspiele, sechs Niederlagen: In Deutschland herrscht nach einer schwarzen Woche Alarmstimmung. Zu Recht?

Auch das Zugpferd zog nicht: Die Bayern mit Ersatzkeeper Sven Ulreich wurden von Paris St-Germain mit 3:0 abgewatscht. Foto: Getty Images.
Auch das Zugpferd zog nicht: Die Bayern mit Ersatzkeeper Sven Ulreich wurden von Paris St-Germain mit 3:0 abgewatscht. Foto: Getty Images.

«Abrechnung mit den Euro-Luschen» lautet der Titel einer Kolumne von «Sport Bild»-Chef Alfred Draxler. Der Grund für die scharfen Worte: In dieser Woche haben sämtliche sechs deutschen Verterter in Champions und Europa League verloren. Beunruhigt ist man auch abseits des Boulevards. «Die Bundesliga – von einem schweren Morbus ergriffen?», fragt etwa Philipp Selldorf von der «Süddeutschen Zeitung».

Doch woran liegt es, dass die erfolgsverwöhnten Bundesliga-Clubs in dieser Saison in Europa keinen Fuss vor den anderen bekommen? Insgesamt gab es in der laufenden Saison in zwölf Partien zehn Niederlagen. Daran, dass die Deutschen keine so exorbitanten Summen für neue Spieler zahlen wollten wie Engländer, Spanier oder Franzosen? Nein, findet die «Süddeutsche», eine solche Argumentation sei «Selbstbetrug». Und der «Kicker» bemerkt, dass auch der FC Bayern seine Spieler auch «nicht mit Kieselsteinen» bezahle.

Ein grösseres Problem dürfte die Mischung aus internationaler Unerfahrenheit (RB Leipzig, Hoffenheim, Köln und Hertha BSC waren noch nie oder lange nicht mehr für den Europacup qualifiziert) und – im Falle der Europa-League-Starter – einer gewissen Unlust sein. Die Kölner sind ausserdem auch in der heimischen Liga nur ein Schatten ihrer selbst.

Michael Schulz, 1997 Champions-League-Sieger mit Borussia Dortmund, machte im «Kicker»-Talk denn auch die Unerfahrenheit als Kern der Schwierigkeiten aus. «Die Problematik ist ja nicht die, dass der deutsche Fussball irgendwie schlecht geworden ist», so seine Einschätzung.

Für die «Süddeutsche» geht das Problem jedoch noch tiefer. «Der bald überall betriebene Pressing- und Umschaltfussball, der seiner Natur nach weniger auf schöpferischen als auf destruktiven Prozessen beruht, führt zur Verarmung der Spielkultur», urteilt ihr Kommentator.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch