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Daran muss der FCZ noch arbeiten

Nach dem 5:3 gegen Lugano hat Sami Hyypiä davon geredet, dass noch viel Arbeit bevorstehe. Eine Taktikanalyse zeigt: Der Trainer hat recht.

Da ist noch einiges zu tun: FCZ-Trainer Sami Hyypiä nach seinem ersten Sieg in der Super League.
Da ist noch einiges zu tun: FCZ-Trainer Sami Hyypiä nach seinem ersten Sieg in der Super League.
Keystone

Spektakulär war er, der erste Sieg von Sami Hyypiä in der Super League. 5:3 und eine Torfolge, die dem Trainer auf der Bank des FC Zürich kaum eine ruhige Minute liess. Grosse Erleichterung mochte Hyypiä danach nicht verspüren. Lieber sprach er von «harter Arbeit», die auf ihn und seine Mannschaft warte. Redaktion Tamedia zeigt, was der Finne gemeint haben dürfte.

Frappant war an diesem Sonntagnachmittag, wie weit auseinander die Spieler des FCZ jeweils standen, wenn der Gegenangriff des FC Lugano lief. Als Beispiel eine Szene aus der zweiten Halbzeit, die Zürcher führten 3:2. Andere Teams hätten bei diesem Spielstand und im Duell mit einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf versucht, mit kompakter Defensive das Resultat zu halten.

Und so sah das beim FCZ aus (die Zürcher im weissen Dress):

Wenn der Platzwart den Rasen des Letzigrund regelmässig geschnitten hat, dann ist ein Streifen seines Musters jeweils 5,5 Meter breit. Woraus sich ergibt, dass zwischen dem hintersten und dem vordersten Zürcher circa 42 Meter sind. Eine Mannschaft, die so weit auseinandersteht, lädt den Gegner praktisch dazu ein, die entstehenden Räume zu nutzen.

Denn Räume gibt es in Hülle und Fülle. Einerseits auf den Flügeln, wo die offensiv aufgerückten Mittelfeldspieler ihre Aussenverteidigerkollegen im Stich lassen. Und andererseits auch zwischen den Linien. Also zwischen Abwehr und Mittelfeld und zwischen Mittelfeld und Sturm.

Zwischen den Linien ist der Ort, an dem die Trainer ihre Spieler bei Ballbesitz am liebsten sehen. Wer in diesen Zonen an den Ball kommt, bringt Unordnung in die Reihen der verteidigenden Mannschaft, weil die Abwehrspieler ihre Linie verlassen müssen, um Druck auf den ballführenden Spieler auszuüben. Und tun sie es nicht, so hat der Mann mit dem Spielgerät Zeit und Raum für einen Schuss oder einen gezielten Pass.

Den Worten von Philippe Koch nach dem 5:3 war ein Hinweis darauf zu entnehmen, warum sich die Zürcher so weit auseinanderreissen liessen. Einerseits wolle Hyypiä, dass die Mannschaft im Angriff hoch und breit stehe. Das erklärt zumindest teilweise, was die vier Weissen in der Platzhälfte des FC Lugano machten. Andererseits, sagte FCZ-Verteidiger Koch, seien die vielen «einfachen Gegentore» der jüngeren Vergangenheit stets im Hinterkopf. Das erklärt, warum die Zürcher Abwehrreihe nicht weiter aufgerückt ist: aus Angst vor dem Konter.

Die zwei Möglichkeiten des Sami Hyypiä

Das Glück des FCZ war, dass die Luganesi die freien Räume einerseits zu wenig konsequent ausnutzten. Und dass sie ihrerseits schwere Defensivprobleme aufwiesen. Im kommenden Derby gegen die Grasshoppers aber dürfte eine solch lockere FCZ-Formation mit einer Niederlage bestraft werden.

Darum bleiben Hyypiä eigentlich nur zwei Möglichkeiten, will er eine kompaktere Mannschaft: Entweder lässt er schönes Spiel schönes Spiel sein und zieht seine Offensivspieler zurück. So, wie er das in den zwei Partien in Bern (3:1 im Cup, 1:1 in der Liga) getan hat. Oder er flösst seinen Verteidigern unter der Woche so viel Mut ein, dass sie sich zutrauen, viel höher zu stehen und so die Lücken zwischen Angriff und Abwehr zu verkleinern.

Und damit nicht der Eindruck entsteht, die Zürcher hätten bloss in dieser einen Szene ihre Organisation verloren, ein weiteres Beispiel aus der Phase in Halbzeit zwei, in der der FCZ 3:2 führte:

Als Vergleich: So sieht es aus, wenn zwei Teams das Spiel eng machen: Szene aus dem 4:0 des FC Barcelona bei Real Madrid.

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