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Chelsea und Di Matteo stehen vor dem Aus

Chelseas Krise weitet sich aus: In Turin unterlag der Champions-League-Sieger Juventus 0:3 und steht nach einem desolaten Auftritt dicht vor dem Out.

Ein starker Auftritt: Stephan Lichtsteiner überzeugt im CL-Gipfel Juventus Turin gegen Chelsea (3:0) auf der ganzen Linie. Zweimal verpasst der Schweizer ein Tor nur ganz knapp. Bei seiner Auswechslung in der 68. Minute wird er mit tosendem Applaus von den Tifosi verabschiedet.
Ein starker Auftritt: Stephan Lichtsteiner überzeugt im CL-Gipfel Juventus Turin gegen Chelsea (3:0) auf der ganzen Linie. Zweimal verpasst der Schweizer ein Tor nur ganz knapp. Bei seiner Auswechslung in der 68. Minute wird er mit tosendem Applaus von den Tifosi verabschiedet.
Keystone
Treffer für die Juve erzielen andere: Fabio Quagliarella lenkt einen Schuss von Pirlo in der 38. Minute geschickt und erfolgreich ab.
Treffer für die Juve erzielen andere: Fabio Quagliarella lenkt einen Schuss von Pirlo in der 38. Minute geschickt und erfolgreich ab.
Keystone
Einmal mehr macht Lionel Messi von sich reden: Der Star von Barcelona erzielt gegen Spartak Moskau zwei Tore und gibt die Vorlage zum ersten Treffer der Katalanen. Barça steht damit ebenfalls in den Achtelfinals der Champions League.
Einmal mehr macht Lionel Messi von sich reden: Der Star von Barcelona erzielt gegen Spartak Moskau zwei Tore und gibt die Vorlage zum ersten Treffer der Katalanen. Barça steht damit ebenfalls in den Achtelfinals der Champions League.
Keystone
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Als Arturo Vidal seine Hände zum Herz formte, starrte Roberto Di Matteo nur noch entsetzt auf den Rasen. Ihm war wohl bereits klar, dass die routinierten Italiener sich die 2:0-Reserve unter normalen Umständen nicht mehr entreissen lassen würden; zumal seine eigene Equipe kein Indiz zur Besserung offenbarte.

Vom Spirit der grandiosen Münchner Finalissima war nichts mehr zu spüren. Der Titelhalter wirkte wie eine Gruppe desorientierter und führungsloser Stars. Das offenbar vergiftete Klima - nach dem 1:2 gegen West Brom erreichten die internen Wogen via Presse die breite Öffentlichkeit - war nach dem 0:2 nahezu greifbar.

Keine Harmonie bei den Londonern

Die zerstrittenen Blues überhäuften sich auf dem Feld gegenseitig mit Vorwürfen, derweil Di Matteo an der Seitenlinie machtlos und zunehmend frustriert Kaugummi kauend den dritten Gegentreffer (Giovinco) zu verdauen hatte. Ihm droht wenige Monate nach dem Höhepunkt seiner Laufbahn der Rauswurf.

Ein Remis am letzten Spieltag in der Ukraine gegen den bereits qualifizierten Leader Schachtjor genügt Juventus am 5. Dezember zum Vorstoss unter die letzten 16. Chelsea hingegen wird höchstwahrscheinlich als erster Titelträger bereits in der Gruppenphase scheitern.

Sonderapplaus für Lichtsteiner

In der sportlichen Not hatte der in London zumindest medial bereits angezählte Di Matteo auf die ultra-defensive Taktik des vergangenen und goldenen Frühlings gesetzt. Die Blues streiften ihre Verunsicherung aber auch mit markant verstärkter Defensive - gleich fünf Verteidiger kümmerten sich um die Abschirmung des eigenen Strafraums - nicht ab.

Zu Beginn liess sich der Champions-League-Sieger der letzten Saison vom italienischen Meister regelrecht ausmanövrieren. Im Minutentakt stand Petr Cech im Brennpunkt - in der 4. Minute lenkte er Lichtsteiners Ball mirakulös an den Aussenpfosten. Wenig später stoppte der Tscheche einen tückischen Schuss von Marchisio. Als Quagliarella einen Weitschuss Pirlos abfälschte, musste selbst der mit grossem Abstand beste Chelsea-Professional kapitulieren. Der Vorteil der Juve zeichnete sich ab. Die Gastgeber hatten ohne Verzögerung alles unternommen, ihre immensen Qualitäten im Offensivbereich auszuspielen.

Als Gewinner an allen Fronten verliess Stephan Lichtsteiner nach 68 Minuten und einem brillanten Auftritt den Ort des Turiner Triumphs. Der zuletzt geschonte oder je nach Sichtweise kurzzeitig nicht berücksichtigte Schweizer Nationalspieler trug als Leader zum kursweisenden Erfolg massgeblich bei. Seine herausragende Performance würdigte die Tifoseria mit einem Sonderapplaus.

Slapstick-Szenen in Kopenhagen

In Kopenhagen kamen die dänischen Anhänger in den Genuss erst- und phasenweise auch zweitklassiger Unterhaltung. Schachtjor zog sich dabei zu Beginn den Unmut der Einheimischen zu, weil sie einen Schiedsrichter-Ball nicht wie üblich zurückspielten, sondern zur Steilvorlage zum 1:1. Adriano mimte den unschuldigen Torschützen, derweil die Dänen tobten. Die Lage entspannte sich temporär: Drei Minuten später traf Lorentzen zum 2:1 – notabene ohne stillschweigendes Abkommen mit den Osteuropäern.

Mehr mochte Schachtjor zur dänischen Genugtuung nicht mehr beitragen. Im Gegenteil: Willian, der Kopf der hoch attraktiven Südamerika-Fraktion der Donzeker Star-Auswahl, erzwang mit seiner Doublette den Umschwung. Adriano, von den Beschimpfungen der Fans unbeeindruckt, erhöhte bis zur 81. Minute mit zwei weiteren perfekten Aktionen zum 5:2.

Gruppe E, Juventus - Chelsea 3:0 (1:0) Juventus Stadium. - 41'000 Zuschauer. - SR Cakir (Tür). - Tore: 38. Quagliarella 1:0. 61. Vidal 2:0. 91. Giovinco 3:0. Juventus: Buffon; Barzagli, Bonucci, Chiellini; Pirlo; Lichtsteiner (68. Caceres), Vidal, Marchisio, Asamoah; Quagliarella (89. Pogba), Vucinic (82. Giovinco). Chelsea: Cech; Azpilicueta (60. Moses), Luiz, Cahill, Ivanovic, Cole; Hazard, Ramires, Mikel (71. Torres), Oscar; Mata. Bemerkungen: Chelsea ohne Terry (verletzt). Verwarnungen: 41. Bonucci, 76. Ramires, 85. Marchisio (alle Foul).

Nordsjaelland - Schachtjor Donezk 2:5 (2:2) Parken, Kopenhagen. - 20'000 Zuschauer. - Gautier (Fr). - Tore: 24. Nordstrand 1:0. 26. Adriano 1:1. 30. Lorentzen 2:1. 44. Willian 2:2. 50. Willian 2:3. 53. Adriano 2:4. 81. Adriano 2:5. Bemerkungen: 26. Adriano skort direkt nach Schiedsrichterball.

si/fal

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