Zum Hauptinhalt springen

Blatters Abschiedsbrief an die Fifa-Mitglieder

Er wolle den Fussball schützen, so Sepp Blatter in einer Art Abschiedsbrief an die Verbandsmitglieder. Seine Aussagen in dem Schreiben sind teilweise verwirrend.

Will «Druck von der Fifa nehmen»: Noch-Fifa-Präsident Sepp Blatter während einer Veranstaltung im Juni 2007.
Will «Druck von der Fifa nehmen»: Noch-Fifa-Präsident Sepp Blatter während einer Veranstaltung im Juni 2007.
Alessandro Della Bella, Keystone

Die 209 Mitgliedsstaaten des Weltfussballverbands Fifa haben persönliche Post von Noch-Chef Sepp Blatter erhalten. Dabei handelt es sich um eine Art Abschiedsbrief – in dem der 79-Jährige teils verwirrende Aussagen macht. Das am 5. Juni verfasste Schreiben liegt der «Bild»-Zeitung vor. Als Erstes bedankt sich Blatter demnach für seine Wiederwahl am 29. Mai: «Die Bestätigung in meinem Amt erfüllt mich mit Stolz», schreibt der Walliser.

Schliesslich habe er aber die Entscheidung zu seinem Rücktritt treffen müssen. «Um Druck von der Fifa zu nehmen», so Blatter. Denn er wolle den Verband und den Fussball «als Ganzes schützen».

Im gleichen Atemzug wie er Reformen und eine Neuwahl ankündigt, betont Blatter, «das Präsidialamt mit ungebrochener Energie, Kraft und Freude» weiterführen zu wollen.

Blatter geht, wer folgt? Der langjährige Fifa-Präsident Sepp Blatter (l.) mit seinem einstigen Ziehsohn, dann Rivalen Uefa-Präsident Michel Platini. (11. Juni 2014)
Blatter geht, wer folgt? Der langjährige Fifa-Präsident Sepp Blatter (l.) mit seinem einstigen Ziehsohn, dann Rivalen Uefa-Präsident Michel Platini. (11. Juni 2014)
Fabrice Coffrini, AFP
Der Franzose steht dem mächtigsten und reichsten Regionalverband vor. Ob Platini bei einer Kandidatur genügend Unterstützung aus dem Rest der Welt erhalten würde, ist aber ungewiss.
Der Franzose steht dem mächtigsten und reichsten Regionalverband vor. Ob Platini bei einer Kandidatur genügend Unterstützung aus dem Rest der Welt erhalten würde, ist aber ungewiss.
Fabrice Coffrini, AFP
Eine weitere Fussballlegende spielt offenbar mit dem Gedanken, ins Rennen einzusteigen. Der Brasilianer Zico (mit bürgerlichem Namen Arthur Antunes Coimbra) schreibt auf Facebook, er sei schon Spieler, Trainer und Sportminister gewesen, warum nicht noch Fifa-Präsident? Über hochkarätige Beziehungen verfügt er schon: Zico (l.) mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe in Brasilia. (1. August 2014)
Eine weitere Fussballlegende spielt offenbar mit dem Gedanken, ins Rennen einzusteigen. Der Brasilianer Zico (mit bürgerlichem Namen Arthur Antunes Coimbra) schreibt auf Facebook, er sei schon Spieler, Trainer und Sportminister gewesen, warum nicht noch Fifa-Präsident? Über hochkarätige Beziehungen verfügt er schon: Zico (l.) mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe in Brasilia. (1. August 2014)
Ueslei Marcelino, Reuters
1 / 10

Fifa funktioniert auch «in Krisenzeiten reibungslos»

Über die Verhaftungen seiner Fifa-Kollegen und die Korruptionsvorwürfe, auch gegen ihn selbst, verliert der 79-Jährige in dem Brief kein Wort, beschwört vielmehr die Stabilität des Weltfussballverbandes und versichert: «Die Fifa ist voll handlungsfähig». Er sei stolz, dass «unsere Organisation auch in Krisenzeiten so reibungslos funktioniert und dem Fussball eine optimale Grundlage bietet».

So schwärmt Blatter etwa von der eben angelaufene Frauen-WM in Kanada und spricht von einer «neuen Ära» die da beginne. Selbst angereist ist er aber nicht. Möglicherweise aus Angst vor einer Verhaftung. Denn die US-Justiz ermittelt im Fifa-Skandal auch gegen Blatter und Kanada liefert an die USA aus. Sein Schreiben schliesst der Noch-Fifa-Boss mit «sportlichen Grüssen».

Bis auf einem ausserordentlichen Kongress zwischen Ende des Jahres und März 2016 ein neuer Präsident gewählt wird, hat also nach wie vor Blatter die Fifa-Fäden in der Hand. Gemäss «Bild» gibt es Gerüchte, wonach sich der Walliser dann als «grosser Reformer» wiederwählen lassen will.

Für alles andere gibt es Master Card: Sepp Blatter mit Brasiliens Fussball-Legende Pelé als Werbeträger für eine Kreditkartenfirma. (1999)
Für alles andere gibt es Master Card: Sepp Blatter mit Brasiliens Fussball-Legende Pelé als Werbeträger für eine Kreditkartenfirma. (1999)
Keystone
Wer hat Schauspieler gesagt? Blatter an der Seite des Schweizer Filmproduzenten Arthur Cohn. (1998)
Wer hat Schauspieler gesagt? Blatter an der Seite des Schweizer Filmproduzenten Arthur Cohn. (1998)
Keystone
In schlechter Gesellschaft: Der Fifa-Chef schaut mit dem lybischen Diktatorensohn Al-Saadi Gaddafi Fussball. (2002)
In schlechter Gesellschaft: Der Fifa-Chef schaut mit dem lybischen Diktatorensohn Al-Saadi Gaddafi Fussball. (2002)
Reuters
1 / 9

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch