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«Behrami hat Petkovic nicht richtig verstanden»

Gemäss dem SFV-Mediensprecher Marco von Ah wurde kein Spieler aus der Nationalmannschaft verbannt.

Vladimr Petkovic hat ihn nicht mehr in seinen Plänen, doch für die Fans wird der Mittelfeldspieler lang in Erinnerung bleiben.(Video: Tamedia).

Valon Behrami beschäftigt die Schweiz. Am Montag hatte der 33-jährige im Tessiner Fernsehen verlauten lassen, dass er aus der Nationalmannschaft verbannt wurde. Trainer Vladimir Petkovic habe ihm am Telefon gesagt, er würde nicht mehr mit ihm planen. «Das kann ich so nicht bestätigen», erklärte am Dienstag nun Marco von Ah, Kommunikationverantwortlicher beim Schweizerischen Fussballverband, im Rahmen der Radiosendung «Rendez-vous am Mittag» bei SRF.

Marco von Ah über den Inhalt von Vladimir Petkovics Telefonat:

«Der Nationalcoach kontaktierte am Montagnachmittag verschiedene Spieler, eher routiniertere, ältere Spieler. Er hat ihnen gesagt, dass er im Herbst, im Rahmen der Uefa Nations League, eher ohne sie planen würde, um eher jüngeren Spielern Einsatzmöglichkeiten zu geben. Er hat ihnen auch gesagt, dass sie trotzdem zum Nationalteam stossen dürfen. Einige schätzen es, wenn sie mittrainieren dürfen, andere bleiben lieber beim Club. Er hat ihnen auch gesagt, ‹macht euch Gedanken, über eure Zukunft innerhalb der Nationalmannschaft und meldet euch im Laufe der Woche wieder.›»

...über Valon Behramis Reaktion, umgehend seinen Rücktritt zu verkünden:

«Der Verdacht ist sicher berechtigt, dass er überreagiert hat. Ich denke aber, es spielten auch sehr viele Emotionen mit. Valon Behrami ist ein emotionaler Mensch. Auch deshalb ist aus ihm ein erfolgreicher Fussballer geworden. Aber in diesem Fall hat er wohl nicht ganz alles so verstanden, wie es der Nationaltrainer gemeint hat. Denn er (Petkovic, die Red.) hat keine definitive Entscheidung getroffen und dies am Abend auch auf unseren offiziellen Kanälen betont. Es ist kein Spieler aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen worden.»

...über die Art und Weise, wie Vladimir Petkovic kommunizierte:

«Vier von fünf Spieler haben die Nachricht sehr gut aufgenommen. Ich würde davon abraten, den einzigen Spieler, der möglicherweise etwas nicht ganz richtig verstanden hat, zum Pars pro Toto (ein Teil für das Ganze, die Red) und daraus ein generelles Kommunikationsproblem zu machen. Zumal sich die beiden (Behrami und Petkovic, die Red.) immer sehr gut verstanden und sich auch in italienischer Sprache unterhalten haben.»

...über die Art, einem Spieler wie Behrami eine solche Nachricht via Telefon mitzuteilen:

«Wenn der Trainer den Entscheid gefällt hätte, nicht mehr auf Valon Behrami zu setzen, hätte er das bestimmt nicht am Telefon gemacht. Die Kontaktaufnahme war als Sondierung gedacht. So gesehen ist es in meinen Augen vertretbar, dass es auf diesem Weg erfolgte.»

...über die Aussage Behramis, der Entscheid sei politisch begründet:

«Der Trainer sagt nein. Es sei ein ganz klar sportlicher Entscheid, den er allein getroffen und keinerlei sportpolitische Hintergründe hat. Er hat sich davor auch nicht mit uns oder dem Generalsekretär abgesprochen. Diesbezüglich verfügt der Trainer über die Autonomie und die Unterstützung des Verbandes. Nach einer WM-Endrunde muss sich ein Trainer Gedanken über die Zusammensetzung des Teams machen und die Zukunft planen. Für uns sind das ganz normale Vorgänge.»

...über die Doppeladler-Affäre und wie diese vom Verband bislang aufgearbeitet wurde:

«Einen Teil haben wir aufgearbeitet, indem wir öffentlich anerkannt haben, dass uns Fehler unterlaufen sind. Wir haben – das sehe ich zumindest so – nicht schlecht damit begonnen, indem sich die Verbandsführung sofort vor die Spieler gestellt hat. Damit konnte man die Sache beruhigen. Danach wurde das Thema von unserer Seite wieder aufgegriffen, weil es eben noch nicht ausgestanden war. Das ist uns nicht gut gelungen, dafür haben wir uns entschuldigt und erklärt, dass wir damit niemanden diskriminieren, diskreditieren, brüskieren wollten. Es ist noch nicht alles ausgestanden und es gibt noch Hausaufgaben zu machen.»

Marco Von Ah, Mediensprecher des Schweizerischen Fussballverbandes. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)
Marco Von Ah, Mediensprecher des Schweizerischen Fussballverbandes. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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