Zum Hauptinhalt springen

Bayern schafft Wende, Bürki kritisiert Fans

Die Münchner machen zu Hause gegen Hoffenheim einen 0:2-Rückstand wett und gewinnen noch klar. In Dortmund sind die Nerven angespannt.

Das Unheil ist da: Roman Bürki kann das 2:1 der Freiburger aus weiter Ferne nicht verhindern. (27. Januar 2018)
Das Unheil ist da: Roman Bürki kann das 2:1 der Freiburger aus weiter Ferne nicht verhindern. (27. Januar 2018)
Lars Baron/Getty Images
Nils Petersen (M.) hat soeben den Keeper von Dortmund düpiert. Die Breisgauer freuen sich mächtig über den listigen Treffer.
Nils Petersen (M.) hat soeben den Keeper von Dortmund düpiert. Die Breisgauer freuen sich mächtig über den listigen Treffer.
Lars Baron/Getty Images
Die Partie wäre womöglich anders gelaufen, wenn Gladbachs Thorgan Hazard in der 78. Minute bei einem Foulpenalty nicht nur die Latte getroffen hätte.
Die Partie wäre womöglich anders gelaufen, wenn Gladbachs Thorgan Hazard in der 78. Minute bei einem Foulpenalty nicht nur die Latte getroffen hätte.
Daniel Roland, AFP
1 / 17

Nach zwölf Minuten lag das daheim noch ungeschlagene Bayern gegen Hoffenheim 0:2 zurück. Mark Uth und Serge Gnabry sorgten in München in der 20. Bundesliga-Runde für ein seltenes Ereignis. Letztmals hatte Bayern München 1977 daheim zu einem so frühen Zeitpunkt mit 0:2 zurückgelegen. Gut drei Minuten benötigte der Leader Mitte der erste Halbzeit für die Antwort: Robert Lewandowski (21.) und Jérôme Boateng (25.) sorgten für die raschen Tore zum Ausgleich. Und nach einer guten Stunde kippte die Partie vollends: Kingsley Coman und Arturo Vidal trafen innerhalb von gut drei Minuten, bevor Sandro Wagner in den Schlussminuten für das Endergebnis von 5:2 sorgte.

Von den am Samstag im Einsatz stehenden ersten Bayern-Verfolgern gewann bloss Schalke 04. Schalke siegte in Stuttgart dank frühen Toren von Verteidiger Naldo und dem im Sommer aus Nantes gekommenen Marokkaner Amine Harit mit 2:0. Breel Embolo verfolgte die Partie von der Ersatzbank aus.

Pfiffe für Aubameyang, Akanji nur Ersatz

In Dortmund stand Roman Bürki für den BVB im Tor und erlebte gegen den SC Freiburg (2:2) einen guten Start. Shinji Kagawa sorgte nach neun Minuten für die verdiente Führung. Doch Freiburg konnte sich auf seinen Topskorer Nils Petersen verlassen, der für die zwischenzeitliche Wende sorgte – unter anderem dank einem Schuss aus über 30 Metern, der den weit vor seinem Tor postierten Bürki überraschte.

Die Heimbilanz der Dortmunder ist in der laufenden Saison für ein Spitzenteam miserabel. Nach zehn Heimspielen hat die Mannschaft von Peter Stöger drei Niederlagen, drei Remis und nur vier Siege auf dem Konto. Den einen Punkt gegen Freiburg rettete Jeremy Toljan in der 93. Minute. Richtig auf die Sprünge verhalf dem BVB auch der begnadigte Topskorer Pierre-Emerick Aubameyang nicht. Der wechselwillige Gabuner, der in den ersten beiden Rückrundenspielen aussortiert war, wurde vom Dortmunder Anhang mit Pfiffen zurück empfangen und blieb unauffällig. Der Schweizer Internationale Manuel Akanji wartet in Dortmund weiterhin auf seine ersten Einsatzminuten.

Stöger über Aubameyang: «Hat schon bessere Tage gehabt» Video: Tamedia/AFP

Bürkis verbale Konter

Wenige Minuten nach dem 2:2 ärgerte sich Bürki in einem «Sky»-Interview über die eigenen Fans. Die Pfiffe der enttäuschten Zuschauer goutierte der BVB-Keeper nicht: «Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie auf der Ost- und Westtribüne am Samstag mal ein bisschen schauen, wie es ist, und dann die eigene Mannschaft auspfeifen.»

Er höre von diesen beiden Seiten im Stadion keine Unterstützung, beklagte sich Bürki. Ihre Art, Kritik zu äussern, sei in der aktuellen Situation das falsche Mittel. Der aufgebrachte Schweizer riet den Unzufriedenen, besser zu Hause zu bleiben. Schon beim ersten oder zweiten Rückpass würden die Spieler den Unmut des Publikums zu spüren bekommen, so Bürki. «Das sind Leute, die nicht viel Ahnung haben von Fussball.»

Die Nummer 2 der Schweizer Nationalmannschaft exponiert sich in seiner dritten Saison bei den Westfalen nicht zum ersten Mal. Bereits im vergangenen Herbst – nach einer Reihe von unvorteilhaften Abwehraktionen – hatte der 27-Jährige in einem Gespräch mit «Der Westen» zum verbalen Konter angesetzt: «Jeden, der einen Torhüter bewertet, ohne selbst je im Tor gestanden zu haben, kann ich ehrlich gesagt nicht richtig ernst nehmen.»

Nur Remis für Köln und Werder

Stögers Ex-Team, der 1. FC Köln, musste in diesem Jahr nach den Siegen gegen Mönchengladbach und Hamburg die ersten Punktverluste hinnehmen. Der aufkommende Tabellenletzte ging beim 1:1 gegen Augsburg durch den Serben Milos Jojic kurz vor der Pause in Führung. Caiuby glich für die Gäste in der 77. Minute aus.

Keine Tore gab es zwischen Werder Bremen und Hertha Berlin. Der in der Berliner Abwehr eingesetzte Fabian Lustenberger musste schon nach gut 21 Minuten mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden.

Bundesliga, 20. Runde, Samstag:Borussia Dortmund - Freiburg 2:2 (1:1) 81'360 Zuschauer. - Tore: 9. Kagawa 1:0. 21. Petersen 1:1. 68. Petersen 1:2. 93. Toljan 2:2. - Bemerkungen: Dortmund mit Bürki, ohne Akanji (Ersatz), Freiburg ohne Sierro (nicht im Aufgebot).

1. FC Köln - Augsburg 1:1 (1:0) 49'000 Zuschauer. - Tore: 40. Jojic 1:0. 77. Caiuby 1:1. - Bemerkungen: Augsburg mit Hitz.

Leipzig - Hamburger SV 1:1 (1:1) 40'000 Zuschauer. - Tore: 9. Bruma 1:0. 30. Kostic 1:1. - Bemerkungen: Leipzig ohne Mvogo (Ersatz), HSV ohne Janjicic (Ersatz).

Bayern München - Hoffenheim 5:2 (2:2) 75'000 Zuschauer. - Tore: 3. Uth 0:1. 12. Gnabry 0:2. 21. Lewandowski 1:2. 25. Boateng 2:2. 63. Coman 3:2. 66. Vidal 4:2. 89. Wagner 5:2. - Bemerkungen: Hoffenheim mit Zuber. 3. Ulreich (Bayern) wehrt Foulpenalty von Gnabry ab, Uth verwertet Abpraller.

VfB Stuttgart - Schalke 04 0:2 (0:2) 55'000 Zuschauer. - Tore: 14. Naldo 0:1. 19. Harit (Foulpenalty) 0:2. - Bemerkungen: Schalke ohne Embolo (Ersatz).

Werder Bremen - Hertha Berlin 0:0 40'030 Zuschauer. - Bemerkungen: Hertha Berlin mit Lustenberger (bis 22./mit Oberschenkelverletzung ausgewechselt). 2. Pfostenschuss Gondorf (Bremen). 12. Tor von Maximilian Eggestein (Bremen) wegen vorangegangenem Foul aberkannt.

Rangliste: 1. Bayern München 20/50 (49:16). 2. Schalke 04 20/34 (32:25). 3. Eintracht Frankfurt 20/33 (26:20). 4. RB Leipzig 20/32 (32:29). 5. Bayer Leverkusen 19/31 (39:27). 6. Borussia Dortmund 20/31 (42:27). 7. Borussia Mönchengladbach 20/31 (30:32). 8. Augsburg 20/28 (29:26). 9. Hannover 96 19/27 (28:29). 10. Hoffenheim 20/27 (31:32). 11. Hertha Berlin 20/26 (27:27). 12. SC Freiburg 20/24 (22:35). 13. Wolfsburg 19/20 (22:24). 14. Mainz 05 19/20 (24:33). 15. VfB Stuttgart 20/20 (16:26). 16. Werder Bremen 20/17 (16:25). 17. Hamburger SV 20/16 (16:29). 18. 1. FC Köln 20/13 (15:34).

SDA/fal

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch