Bayern glanzlos, Wolfsburg entgeht Blamage

Auch der Meister steht in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Wolfsburg ebenfalls, das Team von Renato Steffen muss aber zittern.

  • loading indicator

Nach den Endlos-Diskussionen um neues Personal hat der FC Bayern beim tapferen Aussenseiter Energie Cottbus einen schmucklosen Sieg geschafft. Dauertorjäger Robert Lewandowski (32. Minute), Kingsley Coman (64.) und Leon Goretzka (85.) sorgten am für das 3:1 (1:0) des Rekord-Pokalsiegers. Vor 20'602 Zuschauern im ausverkauften Stadion der Freundschaft tat sich der Favorit unerwartet schwer. Die Gastgeber kamen in der Nachspielzeit duch Berkan Taz per Foulelfmeter noch zum Ehrentor (90.+3).

Die Bayern agierten vier Tage vor Bundesliga-Saisonstart im Schonmodus. Das zeigte allein schon die illustre Besetzung der Bank, wo zu Spielbeginn neben dem späteren Torschützen Goretzka auch Weltmeister Lucas Hernández und Jérôme Boateng Platz nahmen. Dafür hatte der französische Neuzugang Benjamin Pavard in der Innenverteidigung den Vorzug erhalten. Womöglich ein Fingerzeig für Boateng, dass er auch in dieser Saison häufiger als gewollt mit der Reservistenrolle vorliebnehmen muss.

Der 19-jährige Goalie glänzt

Die Münchner konnten Trainer Niko Kovac wohl nicht restlos überzeugen. Ungeachtet der hohen Ballbesitzquote waren die Bayern nicht zwingend genug und erlaubten sich den ein oder anderen Passfehler im Spiel. Thomas Müller fand selten Bindung zu seinen Nebenleuten. Meist wurde es noch über die linke Seite gefährlich, wenn sich Coman mit Tempo-Dribblings Räume verschaffte.

So resultierte auch die erste grosse Chance, als Coman auf Lewandowski auflegte. Doch der erst 19 Jahre alte Energie-Torhüter Lennart Moser lenkte den Schuss des Polen noch an die Latte (14.). Der Goalie lieferte eine überragende Partie ab und rettete auch vor dem Münchner Führungstor bei einem Kopfball von Coman grossartig. Erst beim Nachschuss von Lewandowski war er geschlagen.

Auch im zweiten Durchgang erspielten sich die Münchner viel zu selten klare Torchancen. Die vagen, aber nie realistischen Hoffnungen auf einen grossen Coup des krassen Aussenseiters (mit dem ehemaligen Luzerner Dimitar Rangelov) machte aber schliesslich Coman zunichte, als er aus halblinker Position den Ball ins lange Eck setzte. Anschliessend traf auch noch Goretzka. Kurz vor Schluss kam Hernandez zu seinem Debüt.

Wolfsburg auch dank Steffen

In der letzten Minute wollte es Renato Steffen noch einmal wissen. Liess nach einem Eckball im eigenen Strafraum einen Gegner stehen und lancierte Wout Weghorst. Der Stürmer vergab den vom Schweizer eingeleiteten Angriff. Dennoch war der Abend ein gelungener für Steffen. Erst in der 85. Minute wurde er eingewechselt, beim Stand von 3:2, nach dem Ausgleich des Heimteams ging es in die Verlängerung. In dieser sorgte Wolfsburg mit einem Doppelschlag binnen zwei Minuten für die Entscheidung. Steffen bereitete das 5:3 mit einem Pass in den Rücken der Abwehr vor.

Für Wolfsburg hatte der Abend schlecht begonnen. Vor 13'500 Zuschauern im ausverkauften Erdgas Sportpark versetzte Felix Drinkuth (43. Minute) die Fans des Underdogs mit dem Führungstor in Ekstase. Doch die währte gerade mal eine Minute bis zum Ausgleich durch Torjäger Weghorst (44.). Yannick Gerhardt (49.) und William (70.) brachten Wolfsburg zweimal in Führung, doch Sebastian Mai (57.) und Mathias Fetsch (90.+1) glichen jeweils aus. Zudem verlor der VfL Captain Josuha Guilavogui (90.) durch eine Gelb-Rote Karte. Neben Steffen kam auch Zuzug Kevin Mbabu zum Einsatz, er wurde sechs Minuten vor dem Ende eingewechselt. Admir Mehmedi verbrachte den Abend auf der Bank.

Der VfL war zwar optisch stets überlegen, doch dem Europa-League-Teilnehmer fiel zunächst wenig ein. Ein Weitschuss von Maximilian Arnold (26.) war noch die beste Chance. Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit ging es zur Sache. Allerdings auf der anderen Seite.

Ein stetes Auf und Ab

Drinkuth zog nach einer zu kurzen Kopfballabwehr aus gut 20 Metern ab und knallte den Ball spektakulär in den Winkel. Aussenseiter Halle führte, Wolfsburg schüttelte sich kurz – und glich aus. Neuzugang Joao Victor setzte sich stark auf der linken Seite durch, seinen Querpass im Strafraum musste Weghorst nur noch in die lange Ecke schieben.

Direkt nach der Pause kam die nächste Wolfsburger Ansage. Gerhardts Schuss aus gut 18 Metern war zwar nicht sonderlich scharf, aber für HFC-Torwart Kai Eisele zu platziert. Genauso stark dann der Ausgleich: Drinkuth flankte auf Mai, dessen Kopfball unhaltbar im Wolfsburger Tor einschlug.

Bei der erneuten Führung nutzte William einen Fehler von Eisele und schob den Ball ins leere Tor. Doch der HFC gab einfach nicht auf. In der Nachspielzeit drückte Fetsch den Lupfer von Bentley Baxter Bahn über die Linie. In der Verlängerung wurde der HFC schliesslich geknackt. Knoches Kopfball und Brekalos Flachschuss nach Steffens Assist sorgten für die Entscheidung.

Stuttgart weiter, Hannover ausgeschieden

Auch Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart erledigte durch ein 1:0 (1:0) beim Drittligisten Hansa Rostock seine Pflichtaufgabe und revanchierte sich damit für das Pokal-Aus im Vorjahr an der Ostsee. Ex-Bundesligist Hannover 96 verlor dagegen beim Zweitliga-Aufsteiger Karlsruher SC 0:2 (0:0).

dpa/mro

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt