Antworten – für den Sommer

Zwar haben sich immer Spieler über den Trainier beklagt, aber es ist neu, dass der FCB nicht mehr die sportliche Nummer 1 der Schweiz ist.

Kann Marcel Koller den FCB zurück zum Erfolg führen?

Kann Marcel Koller den FCB zurück zum Erfolg führen?

(Bild: Keystone)

Spieler, die sich beim Sportchef und beim Präsidenten über den Trainer beklagen, sind beim FC Basel nichts Neues. Das gab es schon zur erfolgreichen Zeit von Bernhard Heusler, als der jetzige Sportdirektor Marco Streller als Captain einen guten Draht nach oben pflegte. Entsprechend ist, was nun medial an die Oberfläche schwappte, nicht von grossem Gewicht.

Neu ist hingegen, dass man daraus einen Machtkampf zwischen Sportchef und Trainer ableitet – unter Heusler/Heitz wäre das keinem in den Sinn gekommen. Und neu ist auch, dass der FCB nicht mehr die sportliche Nummer 1 der Schweiz ist und die aktuelle Meisterschaft bereits im Dezember als verloren betrachten muss.

Beides ist von grösserer Bedeutung. Für die Clubführung geht es aktuell viel weniger darum, wie der Frühling fussballerisch besser wird als der Herbst. Sondern man muss sich mit Blick auf Stimmung und Wirtschaftlichkeit dringender fragen, was zu tun ist, damit man im Sommer wieder eine Mannschaft hat, die den Meistertitel gewinnen kann.

Rotblaue Philosophie

Noch vor Weihnachten gilt es, sich auf eine langfristige Strategie samt Budgetrahmen festzulegen, deren Umsetzung in der Folge konsequent verfolgt wird – nicht zuletzt während den Transferfenstern im Januar und im Sommer. Damit dies möglich ist, gilt es parallel dazu, zwei zentrale Positionen zu klären: die des Sportdirektors und die des Trainers.

Bernhard Burgeners Loyalität zu Marco Streller ist gross, zumal dieser das Gesicht seines FCB ist und der Präsident auf Markennamen setzt. Da Burgener aber gleichzeitig ein Zahlenmensch ist, brachte er sich mehr als nur beratend in sportliche Entscheide ein. Das ist sein Recht als Besitzer, schmälert aber Strellers Kompetenz, sodass er seine Ideen in wichtigen Fragen zu oft nicht durchsetzen konnte. Ein Sportdirektor braucht mehr Handlungsspielraum, wenn man ihm vertraut.

Zudem muss man sich bereits nach vier Monaten und mit Blick auf die künftige Strategie die Trainerfrage stellen. Ist Marcel Koller – obwohl er keine Argumente sammelte – der Mann, der den FCB zurück zum Erfolg führen kann, ohne dass man sich ihm unterwirft? Oder hat sich bereits gezeigt, was bei seiner Ankunft vielerorts befürchtet wurde: Dass er und seine Ideen nicht mit der rotblauen Philosophie kompatibel sind? Die Antwort darauf erst im Frühling zu geben ist mit einer weitsichtigen Strategie nicht vereinbar.

Basler Zeitung

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