Wird Valentin Stocker ein Schwabe?

FCB-Flügelspieler Valtentin Stocker hat ein Angebot des VfB Stuttgart vorliegen. Bald dürfte der Bundesligist auch beim FC Basel vorstellig werden. Die Schwaben sind allerdings nicht die einzigen Interessenten.

In ausgezeichneter Form: Valentin Stocker hat das Interesse von ausländischen Vereinen auf sich gezogen.

In ausgezeichneter Form: Valentin Stocker hat das Interesse von ausländischen Vereinen auf sich gezogen.

(Bild: Keystone)

Oliver Gut

Der Besuch von Fredi Bobic im St.-Jakob-Park war kein zufälliger. Es ging dem Manager des VfB Stuttgart am Mittwoch bei der Partie des FC Basel gegen den FC Luzern (3:1) auch nicht darum, eigene Beobachtungen anzustellen. Nein, Bobic war ganz einfach nach Basel gereist, weil er weiss, was er will: Valentin Stocker verpflichten.

Die BaZ weiss: Bobic traf sich im Rahmen seiner Schweiz-Reise sowohl mit dem FCB-Flügelspieler als auch mit den Verantwortlichen des FC Basel, um die klare Absicht kundzutun, Stocker zu verpflichten. Der Spieler hat bereits ein erstes Angebot des VfB vorliegen, beim FCB sollte dieses noch in dieser Woche eintreffen.

Zeichen stehen günstig

Ein erster Nagel ist damit bestimmt eingeschlagen. Bevor jedoch der VfB den Versuch unternimmt, endgültig Nägel mit Köpfen zu machen, dürfte er die offene Trainerfrage beantworten, nachdem bekannt wurde, dass Huub Stevens seine Mission im Schwabenland mit dem geschafften Klassenerhalt als beendet sieht. Favoriten auf die Nachfolge des Holländers sind offenbar Armin Veh, mit dem Stuttgart 2007 letztmals Meister wurde, sowie Frank Kramer, der mit Greuther Fürth vor dem Aufstieg in die erste Bundesliga steht.

In deutschen Medien wird damit gerechnet, dass sich in diesen Tagen entscheidet, wie der Trainer heisst, und dies zu Beginn der nächsten Woche öffentlich wird. Anschliessend dürfte die Causa Stocker zusätzlich Fahrt aufnehmen. Die Zeichen stehen günstig, dass dieser Transfer tatsächlich zustande kommt. Dass es Stocker ins Ausland zieht, ist inzwischen jedem bekannt, der eine Affinität zum Fussball hat. Der FCB ist bereits seit Längerem auf diesen Abgang vorbereitet, er dürfte dem Spieler bei einem marktgerechten Preis, der ungefähr in der Höhe von gegen sieben Millionen Franken angesiedelt sein dürfte, keine Steine in den Weg legen.

Der Anforderungskatalog

Und Stocker? Der Spieler hat seine Ansprüche. Doch der VfB dürfte viele Punkte im Anforderungskatalog des 25-jährigen Kriensers erfüllen: Der Club gehört zu den grösseren Hausnummern der Bundesliga, der Wunschliga des Schweizer Nationalspielers. Im Normalfall kämpfen die Stuttgarter dabei eher um das europäische Geschäft denn gegen den Abstieg. Im Moment ist also Luft nach oben, während die Erwartungen nach einer missratenen Saison schon einmal höher waren.

Hinzu kommt eine Stadt, in der sich leben lässt – und die Nähe zur Heimat: 267 Kilometer sind es mit dem Auto nach Luzern. Es muss nicht wie Bobadilla rasen, wer diese Strecke in unter drei Stunden zurücklegen will, um auf dem Motorboot den Vierwaldstättersee zu geniessen. Ausserdem würde es Stocker bevorzugen, seine Zukunft wäre bereits vor der WM in Brasilien geregelt – auch, weil er dies als eindeutiges Signal versteht, dass ihn ein Club wirklich will.

Interesse aus Newcastle und Berlin

In Stuttgart, wo sie nach den feststehenden Abgängen von Ibrahima Traoré (zu Mönchengladbach) und Arthur Boka (zu Malaga) Ersatz für die linke Seite suchen, scheint dies der Fall zu sein – und obwohl der Club einige Sparrunden hinter sich hat, scheint man beim VfB auch fähig und willens, die nötigen Mittel aufzubringen, um jenes Gesamtpaket zu schnüren, mit dem sich alle Parteien einverstanden erklären.

FCB-Sportdirektor Georg Heitz sagt dazu nicht mehr als einen Standardsatz: «Es gibt mehrere Interessenten für Valentin Stocker.» Das stimmt: Mit Hertha BSC ­Berlin hat ein weiterer Club ein Angebot beim Spieler deponiert. Zudem soll mit Newcastle United auch eine feste Premier-League-Grösse ein Auge auf Stocker geworfen haben. Im Moment jedoch liegen die Dinge so, dass Stuttgart zu favorisieren ist.

Basler Zeitung

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