Viel Lärm um Mohamed Salah

Der FC Basel trainiert ab morgen wieder – unter Murat Yakins Führung und mit Mohamed Salah. Vielen Online-Gerüchten zum Trotz wird der Ägypter nicht heute nach Liverpool reisen.

Mohamed Salah ist ein gefragter Mann – konkrete Vertragsverhandlungen gab es aber noch nicht.

Mohamed Salah ist ein gefragter Mann – konkrete Vertragsverhandlungen gab es aber noch nicht.

(Bild: Keystone)

Oliver Gut

Mohamed Salah unterschreibt spätestens heute beim FC Liverpool. Jedenfalls dann, wenn es nach dem überhitzten Verkehr im Internet geht. Dort wurde gestern gezwitschert, was das Zeugs hielt. Und zwar im Minutentakt. Salah hier, Salah dort – aber eben vor allem dies: Salah in Liverpool, und zwar noch an diesem Wochenende. Die Cyberwelt jedoch entspricht nur bedingt der Realität. Gemäss Informationen der BaZ verlässt Mohamed Salah heute Kairo. Sein Flugzeug wird jedoch nicht auf der Insel, sondern in Zürich- Kloten landen. Was bedeutet, dass er morgen mit dem FC Basel trainiert, wenn dieser am Nachmittag in seine Rückrunden-Vorbereitung startet.

Nach dem Lärm folgt also die Bewegung. Zumindest für den Körper, da die Basler sich inklusive Salah daranmachen, sich in Form zu bringen. Womöglich aber auch auf dem Transfermarkt, der ja erst seit vorgestern offiziell geöffnet ist. Denn auch wenn Salah mit Basel die Vorbereitung beginnt, so ist schliesslich eines nach wie vor richtig: Es gibt einige grosse Clubs, die sich für die Dienste des 21-jährigen Ägypters interessieren. Da ist aus der deutschen Bundesliga Bayer Leverkusen – der Werksclub hatte schon Kontakt zum FCB –, aber auch der VfL Wolfsburg. Da ist auch Spanien mit Atlético Madrid. Da sind aber vor allem jene Clubs, die in Salahs Traum-Destination England beheimatet sind: Chelsea, Manchester United – und vor allen anderen der FC Liverpool.

Per sofort oder erst im Sommer?

Auch wenn es noch keine konkreten Verhandlungen gegeben hat, so ist der renommierte Verein von der Anfield Road bis jetzt jener Interessent, der sich am stärksten um Salah bemüht hat. Das allerdings war vor der Altjahreswoche, die in England traditionell mit einem happigen Pflichtspiel-Programm in der Premier League verbunden ist. Für die «Reds» bedeutete dies vom 26. Dezember bis zum 1. Januar drei Partien (und zwei empfindliche 1:2-Niederlagen gegen Manchester City und Chelsea). Dass da nicht auch noch Zeit war, um im grossen Stil an Transfers weiterzuarbeiten, ist nachvollziehbar. Dynamisieren dürfte sich das Geschehen in den nächsten Tagen oder Wochen durchaus – bei Liverpool, aber auch bei einem anderen Verein, der Salah im Blickfeld hat.

Fragt sich, was dann dabei herauskommt: Ein Sofort-Transfer? Ein definitiver Transfer im Sommer, so wie es bei Xherdan Shaqiris Wechsel von Basel zu Bayern München war? Oder eine Vertagung der Geschäfte bis zur Sommer-Transferperiode? Darauf eine Antwort zu geben, ist ein Spiel mit gefühlten Wahrscheinlichkeiten. Anzunehmen ist, dass ein Wintertransfer per se weder die favorisierte Variante des Spielers noch des FCB ist. Doch wenn eine gute Adresse zu gutem Preis auf einen Sofort-Wechsel drängt, kann es schnell gehen … So ist das Geschäft. Ein Geschäft, in dem auch der Trainer von heute bereits morgen der Coach von gestern sein kann. Erst recht, wenn es um ihn herum unruhig ist. Gezeigt hat sich das im alten Jahr beim designierten Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic: Da bestätigten sich die Gerüchte der Vorwochen und Petkovic wurde nach dem letzten Spiel des Jahres von seinen Aufgaben bei Lazio Rom entbunden.

Nix Lazio, nix Hannover

Nicht bewahrheitet haben sich andere Gerüchte um einen Trainer, um den es unruhig war: Murat Yakin ist nicht Petkovics Nachfolger in Rom geworden. Sondern Edy Reja. Ob der 39-jährige FCB-Trainer tatsächlich im Sommer Thema bei den Laziali wird, ist genauso unklar wie die Antwort auf die Frage, wie ernsthaft Hannover 96 an Yakin interessiert gewesen ist. Geschrieben wurde dies da und dort, nachdem Mirko Slomka beim Bundesligisten freigestellt worden war. Doch wer die raren Aussagen der Betroffenen bündelt, kommt nicht zwingend auf die Idee, dass Yakin, der Favorit war, gar eine Absage erteilte. Und falls doch, so erstaunt dies nur in Deutschland, wo der Job bei einem Abstiegskandidaten mit mittelmässigen Perspektiven für reizvoller gehalten wird, als es die Herausforderung ist, sich beim FC Basel weiter national und international zu beweisen.

Fakt ist: Murat Yakin ist unverändert Trainer des FC Basel. Und wenn nichts Absonderliches geschieht, wird er morgen auf dem Platz stehen, wenn die Rotblauen die Vorbereitung der Rückrunde in Angriff nehmen. «Meine Arbeit in Basel ist noch nicht beendet», liess er sich im Zuge der Hannover-Gerüchte zitieren. Auch wenn die gemeinsame Auslegeordnung zwischen Clubführung und Trainer noch nicht stattgefunden hat: Yakin, der kein einfaches halbes Jahr hinter sich hat, scheint gewillt, sich beim FCB weiterzuentwickeln.

Basler Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt