Raul Bobadilla spielt bald in Rotblau

Der FC Basel und YB haben sich gefunden. Der Wechsel des Argentiniers ist nur noch Formsache.

Sind bald Teamkollegen: Aleksandar Dragovic und Raul Bobadilla.

Sind bald Teamkollegen: Aleksandar Dragovic und Raul Bobadilla.

(Bild: Keystone)

Oliver Gut

Beschauliche Weihnachtszeit? Von wegen. Jedenfalls nicht im Fussball. Und schon gar nicht beim FC Basel. Als das Christkind kam, da lagen der FCB und die Berner Young Boys mit ihren Vorstellungen noch weit auseinander, wenn es um die Höhe der Ablösesumme für Raul Marcelo Bobadilla ging. Kaum jedoch ist das Knallen der Champagnerkorken verhallt und hat das neue Jahr begonnen, steht der Transfer des bulligen Angreifers unmittelbar bevor. Die BaZ weiss, dass die beiden Parteien über die Festtage verhandelt und sich schliesslich geeinigt haben, so dass Raul Bobadillas Wechsel vom Bärengraben an den Rhein – keine unliebsame Überraschung vorausgesetzt – nur noch Formsache ist.

Der 25-jährige Argentinier kehrt heute aus seiner Heimat in die Schweiz zurück. Sein Weg dürfte rasch nach Basel führen, um einen Mehrjahresvertrag zu unterzeichnen. Bobadilla wird wohl dabei sein, wenn der FCB morgen in die Vorbereitung der Rückrunde startet.

Daran ändert auch nichts, dass dies bis jetzt noch niemand bestätigen mag. FCB-Präsident Bernhard Heusler sagt, ohne etwas zu dementieren: «Wir kommunizieren erst, wenn ein Transfer gemacht ist.» Nach aktuellem Kenntnisstand dürfte dies bedeuten, dass noch die eine oder andere Unterschrift fehlt. Mehr jedoch kaum – zumal sich die Verhandlungen zumindest mit einer Partei als wenig problematisch erwiesen haben dürften: Aus dem Lager des Spielers heisst es bereits seit einiger Zeit unmissverständlich, dass der FC Basel für Bobadilla so etwas wie die Wunschdestination darstelle. Und nicht irgendein Club in einer grösseren Liga, der mehr oder minder seine Fühler nach dem Angreifer ausgestreckt hat.

Zwischen 3 und 3,5 Millionen

Die (nun beantwortete) Frage war vielmehr, ob sich der FCB und YB finden. Zwar war klar, dass die Berner ­ Bobadilla verkaufen wollten. Dies deshalb, weil der Zeitpunkt optimal ist: Er hat mit fünf Treffern in der Europa-League-Gruppenphase für Furore gesorgt und sich ins All-Star-Team gespielt. Zudem ist der nicht ganz billige Argentinier für die Berner mangels sportlicher Perspektiven (13 Punkte Rückstand in der Liga, Cup-Out, Europacup-Out) in der Rückrunde nur bedingt von Nutzen. Hinzu kommt, dass nicht jede seiner Taten gross war: So war Bobadilla zum Saisonstart wegen einer Verbalattacke gegen einen Referee gesperrt und so wird er auch die ersten Rückrundenspiele verpassen, weil er im Spätherbst wegen eines Ellbogenschlags Rot sah (das Strafmass steht noch aus).

Unklar war allerdings, zu welchem Preis man Bobadilla letztlich ziehen lassen würde und ob die Basler bereit sein würden, diesen Preis auch zu bezahlen. Bereits im Dezember unterbreitete der FCB eine erste Kaufofferte für den athletischen Profi. Damals bot man eine Ablösesumme von 2,5 Millionen Franken. Das entsprach in etwa jener Summe, die YB vor Jahresfrist an Borussia Mönchengladbach entrichtet hatte, um sich die Dienste des Argentiniers zu sichern. Für die Berner war dies aber viel zu wenig. Sie sollen fünf Millionen Franken verlangt haben.

So viel bezahlt der FC Basel nun nicht: Dem Vernehmen nach soll die Ablöse zwischen 3 und 3,5 Millionen Franken betragen. Dies ist nicht wenig, aber ein Coup, wenn man bedenkt, dass Bobadilla nicht nur zu den Top-Kräften der Liga gezählt wird, sondern mit seinen Auftritten in Europa auch Begehrlichkeiten im Ausland geweckt hat.

Dem entgegen steht, dass Bobadilla kein pflegeleichter Profi ist. Offenbar handelt der FCB aber in der Überzeugung, Trainer Murat Yakin werde es verstehen, die zuweilen wilde Energie des Argentiniers gewinnbringend zu kanalisieren. Das hat seinen guten Grund: ­Yakin und Bobadilla, das hat schon einmal funktioniert. 2006 beim FC Concordia, da der eine noch Trainernovize, der andere 19 und neu in Europa war.

Basler Zeitung

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