«Es gibt Entscheidungen, bei denen ist man enttäuscht»

Der FCB spielt morgen ein wichtiges Spiel und Fabian Frei spricht erstmals darüber, wie es ist, bei der Wahl zum Captain aussen vor geblieben zu sein.

Fabian Frei, damals noch mit der Kapitäns-Binde, als stellvertretender Captain im Meisterschaftsspiel gegen Neuchâtel Xamax im St. Jacob-Park.

Fabian Frei, damals noch mit der Kapitäns-Binde, als stellvertretender Captain im Meisterschaftsspiel gegen Neuchâtel Xamax im St. Jacob-Park.

(Bild: Keystone)

Oliver Gut

Der FCB spielt morgen Dienstag in Eindhoven (20 Uhr) um den Verbleib in der Champions-League-Qualifikation sowie das Europa-League-Ticket - und Mittelfeld-Routinier Fabian Frei redet erstmals darüber, wie es ist, bei der Captainwahl aussen vor geblieben zu sein.

Fabian Frei, der FCB ist gegen den PSV Eindhoven Aussenseiter. Kann man nur gewinnen? Dieses Gefühl besteht durchaus. Es ist sicher das erste Mal, dass wir so früh in einer Qualifikation einen derart guten Gegner haben. Aber eben nicht nur. Es ist gleichzeitig auch so, dass wir in die Champions League wollen. Also ist da schon auch Druck.

Auch, weil man im Vorjahr nicht nur die Champions League, sondern auch die Europa League in den Sand setzte? Womöglich. Wir wissen ja, dass der Druck dann extrem da ist, wenn wir die Hürde Eindhoven nicht nehmen. Denn dann gilt es, zwei Runden in der Europa-League-Qualifikation zu überstehen, um zumindest das budgetierte Ziel zu erreichen. Und wie das ausgehen kann, haben wir im Vorjahr gesehen.

Als man in den Playoffs zur Europa League auf Zypern scheiterte, waren Sie derjenige, der sich den Medien stellte, als Vize-Captain Verantwortung übernahm. Ein knappes Jahr später gehören Sie nicht mehr zum Captain-Team. Wie sehen Sie Ihre Rolle heute? Genau gleich. Ich werde immer hinstehen und meine Meinung sagen, wenn jemand etwas von mir wissen will. Vor einem knappen Jahr war es auf Zypern so, dass sonst niemand reden wollte. Also war ich derjenige, der sprach. Ich bin der Meinung, dass das zu unserem Job gehört - auch dann, wenn es gerade nicht so schön ist.

Der Trainer hat Valentin Stocker zum Captain und Taulant Xhaka zu dessen Stellvertreter gemacht. Sie gehören nicht mehr zum Captain-Team. Muss man das als Fabian Frei im Sinne des Professionalismus einfach akzeptieren? Genau so ist das. Es gibt Entscheidungen des Trainers, die findet man super - und es gibt Entscheidungen, bei denen ist man enttäuscht und muss sich Gedanken darüber machen. Das war gewiss so eine, und das habe ich dem Trainer auch gesagt. Doch damit war es gegessen. Seit dem Trainingslager ist das kein Knatschpunkt mehr in der Mannschaft und war es aus meiner Sicht auch nie. Davon abgesehen bin ich weiterhin da, um auf dem Feld und daneben Verantwortung zu übernehmen.

Sie haben aktiv mit Marcel Koller das Gespräch gesucht, nachdem er Stocker zum Captain machte? Ich habe mit ihm geredet und er hat mir auch erklärt, warum ich nicht Captain geworden bin. Damit ist es gegessen. Das heisst ja nicht, dass ich glücklich aus dem Trainerbüro lief und dachte: Yes, ich bins nicht! Aber es ist ok so, wie es ist. Der Trainer ist der Chef. Und ich kann meine Rolle so, wie sie jetzt ist, auch akzeptieren.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...