Das angekündigte Transferspektakel

Zahlreiche FCB-Spieler haben sich in den letzten Wochen und Monaten europaweit in den Vordergrund gespielt. Der FC Basel wird seine Mannschaft kaum zusammenhalten können. Über Ersatz wird jedoch bereits diskutiert.

Aleksandar Dragovic, Mohamed Salah und Valentin Stocker (v.l.) haben sich mit starken Leistungen empfohlen.

Aleksandar Dragovic, Mohamed Salah und Valentin Stocker (v.l.) haben sich mit starken Leistungen empfohlen.

(Bild: Keystone)

Marcel Rohr

Der Countdown läuft. Fussball-Basel fiebert dem Viertelfinal-Rückspiel in der Europa League gegen Tottenham Hotspur am Donnerstag entgegen (21.05 Uhr, baz.ch/Newsnet berichtet live). Nach dem grandiosen 2:2 im Hinspiel kündigt sich ein aufregender Fussballabend an.

Zahlreiche Spieler der Rotblauen haben sich in den letzten Wochen und Monaten europaweit in den Vordergrund gespielt. Granit Xhaka und ­Xherdan Shaqiri waren gestern, heute sind es Aleksandar Dragovic oder ­Valentin Stocker. Auf die Basler wartet im Sommer eine spektakuläre Transferperiode, auf die man jedoch längst vorbereitet ist. So sagt Trainer Murat Yakin: «Wir müssen damit rechnen, dass uns der eine oder andere Spieler verlassen wird – nach diesen Leistungen.»

Die ersten Kandidaten auf einen Transfer in eine höher dotierte Liga sind Valentin Stocker, der am Freitag 24 Jahre alt wird, und Aleksandar Dragovic (22). Nach sechs Jahren ist Stocker reif für die Bundesliga. Werder Bremen zeigte schon mehrmals Interesse am effizienten linken Flügel, auch Leverkusen, so hört man, hat den Krienser auf dem Radar. Stockers Kumpel Marco Streller sagt: «Ich versuche, dass Vali nochmal ein Jahr bleibt, aber es wird immer schwieriger.» Stockers Vertrag läuft bis 2016, bei einem Verkauf könnte der FCB zwischen vier und sechs Millionen Franken Ablöse erwirtschaften.

Zwei vielversprechende Profis

Auch bei Dragovic scheint ein Wechsel viel wahrscheinlicher als auch schon. Der Österreicher mit serbischen Wurzeln ist zu einem der zweikampfstärksten Zentralverteidiger Europas gereift. Mehrmals betonte er, bleiben zu wollen. Nun jedoch ist auch der FCB nicht mehr abgeneigt, ihn ziehen zu lassen. Da Dragovics Kontrakt bis 2015 datiert ist, scheint eine Transfersumme zwischen sechs und acht Millionen Franken realistisch. Der Nachfolger von Dragovic könnte Beg Ferati heissen. Ihn kennt Yakin bereits aus gemeinsamen Tagen beim FC Concordia. Ferati war schon mal Stammspieler in Rotblau, ehe es zum letztlich unglücklichen Transfer zum SC Freiburg kam.

Hinter Stocker und Dragovic haben sich aber auch weitere Profis in die Notizblöcke zahlloser Scouts gespielt. Da ist Yann Sommer (24); sowohl Schalke 04 als auch Borussia Dortmund haben sich schon mehrmals nach dem formstarken Goalie erkundigt. Da ist ­Fabian Schär (21); die Karriere des Innenverteidigers schiesst durch die Decke, er ist die Entdeckung der Saison. Aber auch bei Fabian Frei (24) und natürlich Flügelflitzer Mohamed Salah (20) könnte man sich sehr gut vorstellen, dass die eine oder andere lukrative Offerte auf den Tisch flattern wird.

Bei diesem Trio ist die Chance jedoch wesentlich grösser, dass es auch die Saison 2013/2014 in Basel beginnt. Zu bedenken ist auch die Aussage von FCB-Sportdirektor Georg Heitz, der aus Erfahrung sagt: «Vom Wechsel­gerücht bis hin zu einem Vertragsabschluss ist es meist ein sehr langer Weg.»

Das angekündigte Transferspektakel für kommenden Sommer befeuert auch die Diskussionen um jene Profis, deren Verträge auslaufen: Gilles Yapi, Markus Steinhöfer, Cabral, allesamt Leistungsträger in den letzten Jahren. Beim 31-jährigen Yapi stehen die Zeichen ebenso auf Trennung wie bei Aussenverteidiger Steinhöfer, der das Rennen gegen Philipp Degen verloren hat und zurück in die Bundesliga möchte. Nach wie vor offen ist dagegen die Zukunft von Cabral (24), für den sich auch Porto und Napoli interessieren sollen.

Zwei vielversprechende Talente

Mit den Zuzügen von Endogan Adili (18, GC) und Veljko Simic (18, Roter Stern Belgrad) hat der FCB bereits jetzt zwei vielversprechende Talente für die Zukunft verpflichtet. Weitere Spieler wie Hekuran Kryeziu (20, Luzern), Izet Hajrovic (21, GC) oder Steven Zuber (21, GC) werden FCB-intern zumindest diskutiert, sollte der eine oder andere Abgang Realität werden.

Nur einer wird sicher noch eine Saison bleiben. «Den alten Sack im Sturm, mich, werden sie wohl nicht mehr verkaufen», sagt Captain Marco Streller mit einem Augenzwinkern.

Basler Zeitung

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