Bayern und Real machen rechtsumkehrt

Europäische Topclubs sind nicht mehr geschlossen gegen die neue Club-WM der Fifa. Und die Uefa diskutiert CL-Reformen.

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Fifa-Präsident Gianni Infantino wollte sie unbedingt, die europäischen Topclubs gar nicht – die neue Club-WM. Infantino hat sie bekommen. Und die europäischen Topclubs sind nun doch nicht mehr geschlossen dagegen.

«Die bisherige Club-WM jedes Jahr im Dezember ist ein Nonsens-Wettbewerb. Ich verstehe die Fifa, dass dieser Wettbewerb jetzt reformiert werden soll», sagte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge deutschen Medien am Sonntag. Bayern-Präsident Uli Hoeness doppelte nach dem 6:0-Kantersieg gegen Mainz nach: «Dieser Confed-Cup ist für die Katz. Eine Club-WM mit tollen Mannschaften alle vier Jahre statt Confed-Cup, das ist wunderbar.»

Bayern steht mit der neuen Haltung nicht alleine da. Real Madrid blicke «mit Vorfreude» darauf, schrieb die französische Zeitung «L’Équipe».

Das Protestschreiben im Vorfeld

Vor der Abstimmung des Fifa-Councils am Freitag in Miami war der 15-köpfige Vorstand der ECA, der Vereinigung von 232 europäischen Clubs, geschlossen gegen Infantinos Pläne. Ihm wurde ein Protestschreiben geschickt, auf welchem Clubs wie Bayern München, Real Madrid, Barcelona, Juventus Turin, Manchester United und Paris Saint-Germain mit ihrer Unterschrift kundtaten, nicht an diesem neuen Turnier teilnehmen zu wollen. Infantinos Männer liessen sich davon nicht beeindrucken. Sie winkten die Pläne des Chefs durch und stimmten für das neue Turnierformat. Nur die sieben Uefa-Delegierten der 31 Stimmberechtigten waren dagegen.

So wird das neue Turnier, bei dem der Ausrichter noch nicht feststeht, im Sommer 2021 angepfiffen. 24 Clubs nehmen daran teil. Acht aus Europa, sechs aus Südamerika, je drei aus Afrika, Asien sowie Nord- und Mittelamerika/Karibik und einer aus Ozeanien. Den Teilnehmern dürften Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe winken.

Reformpläne für die Champions League

Die Uefa und die ECA wollen Medienberichten zufolge über Änderungen der Champions League beraten. Zur Debatte steht demnach, ob Champions-League-Spiele in Zukunft auch am Wochenende stattfinden könnten, da dies für die Vermarktung von Übertragungsrechten nach Amerika und Asien vorteilhaft wäre, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Zudem solle darüber gesprochen werden, wie sich Vereine in Zukunft für die Königsklasse qualifizieren. Laut dem «Wall Street Journal» sollen mögliche Änderungen erst ab dem Jahr 2024 in Kraft treten. Bis dahin ist der Spielkalender fixiert.

heg/sda

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