Der Reformer ist angezählt

Nun gibt es nur noch eines: Die Vorgänge in der Fifa müssen vorbehaltlos aufgeklärt werden.

Der Jongleur an der Spitze der Fifa: Gianni Infantino. Foto: Reuters

Der Jongleur an der Spitze der Fifa: Gianni Infantino. Foto: Reuters

Arthur Rutishauser@rutishau

Das hat man sich ganz anders vorgestellt. Als Gianni Infantino zum Fifa-Präsidenten gewählt wurde, präsentierte er sich als grosser Reformer. Nun, kaum 100 Tage im Amt, ist er bereits völlig diskreditiert. Erst kam aus, dass er, noch als Uefa-­Generalsekretär, höchst zweifelhafte Verträge für die Übertragungsrechte der Champions League unterzeichnet hatte. Verträge, die der Gegenseite einen Millionengewinn zuschanzten.

Dann wurde bekannt, dass die Fifa-Führung sich das Recht ausbedungen hat, die Mitglieder ihrer Kontrollorgane nach Gutdünken auszuwechseln. Als darauf Domenico Scala, Symbol der Fifa-Reformen, zurücktrat, behauptete Infantino in der NZZ, das alles sei nur ein Missverständnis. Dass sein Lohn, mit 2 Millionen im Jahr angeblich zu tief, beim Beschluss eine Rolle gespielt habe, bestritt er. Als dann in den letzten Tagen Protokolle der fraglichen Sitzung in der FAZ auftauchten, wurde klar, dass Infantino geschwindelt hatte.

Jetzt zeigt tagesanzeiger.ch/newsnet E-Mails, die zu belegen scheinen, dass auf direkte Anweisung Infantinos die Aufzeichnungen der Sitzung hätten gelöscht werden sollen. Es sieht so aus, als hätte er versucht, Beweismittel zu vertuschen. Nun gibt es nur noch eines: Die Vorgänge in der Fifa müssen vorbehaltlos aufgeklärt werden. Und wenn sich der erste Eindruck bestätigt, dann muss Infantino zurücktreten. Wenn nicht, dann gehören die Drahtzieher der Intrige an den Pranger. So wie bisher kann es jedenfalls nicht weitergehen. Sonst wird die Fifa ­endgültig zur Schande der Schweiz.

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