Chuck Blazer gesteht Korruption bei WM-Vergaben

Der ehemalige Concacaf-Generalsekretär gibt zu, dass er und andere Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees Bestechungsgelder bei den Vergaben der Fussball-WM 1998 und 2010 akzeptiert hatten.

Hat Schmiergelder akzeptiert: Der ehemalige Fifa-Funktionär Chuck Blazer.

Hat Schmiergelder akzeptiert: Der ehemalige Fifa-Funktionär Chuck Blazer.

(Bild: Keystone Bernd Kammerer)

Philippe Stalder@philzvill

Wie das heute veröffentlichte Protokoll des Geständnisses von Chuck Blazer gegenüber US-Behörden aus dem Jahre 2013 aufdeckt, sind während seiner Zeit bei der Fifa und der Concacaf Schmiergelder für Fernsehrechte sowie Stimmen für die WM-Vergaben von 1998 in Frankreich und 2010 in Südafrika geflossen:

«Ich und andere haben abgemacht, Schmiergelder für die Vergabe von Fernsehrechten an den Gold Cups zwischen 1996 und 2003 zu akzeptieren. Zwischen 2004 und 2011 habe ich mit anderen Funktionären zudem vereinbart, Schmiergelder für die WM-Vergabe an Südafrika anzunehmen. Auch für die WM-Vergabe von 1998 haben wir Schmiergelder akzeptiert.»Chuck Blazer

Wer genau die anderen korrupten Fifa-Funktionäre gewesen sind, geht aus dem Geständnis nicht hervor. Sepp Blatters Name kommt im 40-seitigen Bericht nicht vor.

Die Zeugenaussagen des 70-Jährigen aus dem Jahr 2013 wurden in New York veröffentlicht. Blazer war langjähriges Mitglied des Exekutivkomitees des Fussball-Weltverbandes Fifa und gilt als Schlüsselfigur bei den derzeitigen Ermittlungen der US-Behörden gegen Fifa-Funktionäre. Der schwer krebskranke Blazer kam 2013 nach einer Kautionszahlung in Höhe von zehn Millionen Dollar auf freien Fuss und liegt nach Angaben der «New York Times» derzeit in einem New Yorker Spital.

Gespräche aufgenommen

Blazer zeigte sich nach der Anklage durch die US-Justiz kooperativ. Er soll bei den Olympischen Spielen 2012 in London auch heimlich Funktionärs-Gespräche aufgenommen haben.

Die Aussagen Blazers über Bestechung bei der WM-Vergabe gelten als brisant: Bisher ermitteln die US-Behörden zwar gegen mehrere Fifa-Funktionäre wegen Bestechung und Korruption, Ermittlungen wegen WM-Vergaben wurden allerdings bisher nicht offiziell bestätigt. Besonders die WM-Vergabe nach Russland 2018 und Katar 2022 gelten als höchst umstritten.

In den veröffentlichten Zeugenaussagen bekennt sich Blazer auch des Betrugs gegenüber der Fifa sowie der Steuerhinterziehung schuldig.

baz.ch/Newsnet

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