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FCB - Sporting: Es geht um ein Stückchen Ehre und um eine Stange Geld

Mit dem letzten Aufgebot an Verteidigern verabschiedet sich der FC Basel heute gegen Sporting Lissabon aus der Champions League – es ist der sechste und letzte Anlauf für einen Sieg im europäischen Reich der Sterne.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr bietet der St.-Jakob-Park den festlichen Rahmen für ein mässig spannendes Fussballprogramm. Am 15. Juni besiegte die Schweizer Nationalmannschaft in ihrem dritten und letzten EM-Gruppenspiel Favorit Portugal mit 2:0 – der letzte Match von Köbi Kuhn war zu einer Kehrauspartie verkommen, nachdem die enttäuschenden Schweizer bei ihrem Heimturnier zuvor gegen Tschechien und die Türkei frühzeitig gescheitert waren.

Knapp sechs Monate später ist die Konstellation ähnlich. 37 500 Tickets sind verkauft, doch die sportliche Ausgangslage ist nicht wirklich prickelnd – es geht für den FC Basel nur noch um ein Stückchen Ehre und eine Stange Geld. 600 000 Euro, rund 930 000 Franken, sind von der Uefa für einen Sieg ausgerufen, für den FCB wären es die ersten drei Punkte seit dem 18. März 2003 (2:1 gegen Juventus) in diesem Wettbewerb. Die knapp siebenstellige Preisgeldsumme käme zusätzlich zu den 18,3 Millionen Franken, welche die Basler bislang brutto eingenommen haben (vgl. BaZ vom Montag).

Spieler und Trainer des FC Basel wollen gegen die Portugiesen den ramponierten Ruf wieder herstellen, den sie sich nach teilweise debakulösen Auftritten wie beim 0:5 in Donezk eingehandelt haben. «Ich fordere von der Mannschaft im letzten Heimspiel des Jahres einen Effort», sagt Christian Gross. Motivationsprobleme wischt der FCB-Trainer energisch vom Tisch: «Wir spielen im weltweit besten Clubwettbewerb. Das ist Anreiz genug.»

Wieder eine Lehrstunde?

Beim 0:5 vor zwei Wochen in der Ukraine fielen die Rotblauen zunehmend auseinander. Deshalb die Frage: Gibts für den FC Basel wieder eine Lehrstunde – oder schafft es das Team für einmal, ein flottes und präzises Passspiel aufzuziehen, ohne dabei die Defensive entscheidend zu entblössen?

Marco Streller ist optimistisch. «Nach dem 0:5 gegen Barcelona antworteten wir mit einem 1:1 in Spanien.» Eine ähnliche Trotzreaktion traut der Stürmer sich und seinen Teamkollegen erneut zu, doch gerade der Nationalspieler ist momentan nicht der Inbegriff von Leistungskonstanz und Treffsicherheit, beim 3:1 gegen Aarau musste sich der Aescher sogar Pfiffe gefallen lassen. «Damit muss ich leben», sagt Streller, «sobald die Sicherheit im Spiel zurück ist, schiesse ich auch wieder meine Tore.»

Trotz Strellers Durststrecke plagen Gross im Angriff wenig Sorgen, denn dahinter wartet mit Eren Derdiyok ein weiterer Akteur der Nationalmannschaft auf seine Chance.

Mehr Kummer macht ihm die Besetzung seiner Defensive, denn auf der Zielgeraden eines reich befrachteten Jahres gehen dem Trainer die Verteidiger aus. David Abraham muss wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel nun doch passen, nachdem er am Sonntag noch mittrainieren konnte. Für ihn rückt Beg Ferati in die erste Besetzung und dieser wird von Gross gleich mit dem Titel «Mister Europacup» geadelt – der U21-Nationalspieler stand schon beim Hinspiel in Lissabon sowie beim 1:1 in Barcelona auf dem Rasen und überzeugte.

Neben Abraham muss wohl auch Reto Zanni passen, der von Waden- und Rückenproblemen behindert wird. «Vollstes Vertrauen in Michel Morganella», liess Gross gestern Richtung Ersatzmann verlauten, wohlwissend, dass seine Profis einen Schuss Lob brauchen können – 15 Gegentore in nur fünf Spielen sind der aktuell schlechteste Wert in den Gruppen A bis H.

Doch auch die Offensivabteilung hat Luft nach oben. In den bislang drei Vergleichen 2008 gegen Sporting schossen die Basler noch kein Tor; die Resultate von 0:2, 0:3 und 0:2 offenbarten, wie schnell und unbarmherzig mittlerweile auf europäischem Topniveau gespielt wird. Damit wären wir wieder beim Stückchen Ehre, um das es heute geht.

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