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Die Schweizer als Geburtshelfer des Fussballwunders

Island hat viel in Strukturen investiert. Wichtig für das jetzige Team war aber auch ein Spiel gegen die Schweiz.

Island ist mit 300 000 Einwohnern das kleinste Land, das es an eine EM gebracht hat. Woher kommt der Erfolg der Inselnation? Hannes Halldorsson hat seine Reflexe noch an der Wand hinter dem Stadion trainiert, im Winter war das Training in einer Reithalle. Aber diese Zeiten sind vorbei. Der Nationalgoalie verweist darauf, dass seit 2000 im ganzen Land Hallen entstanden, wo auch in den langen Wintern Fussball gespielt wird. Der Verband investiert in die Ausbildung von Nachwuchstrainern. Und im Nationalteam spielen keine Amateure mehr und mit Gylfi Sigurdsson von Swansea sogar so etwas wie ein kleiner Star.

Eine klassische Handballnation

Eigentlich sei Island mit seiner Einwohnerzahl eine klassische Handballnation, sagt Halldorsson: «Dort braucht es drei, vier sehr talentierte Spieler für ein gutes Team.» Tatsächlich hat Island im Handball 2008 olympisches Silber gewonnen. Vielleicht sei es auch etwas Glück, dass Island nun auch im Fussball «fünf bis sieben Top-Leute» habe, meint Halldorsson: «Das reicht uns für eine gute Fussballmannschaft. Weil wir hart arbeiten und eine Gewinnermentalität haben.» Zudem sei mit Lars Lagerbäck «der richtige Trainer zur richtigen Zeit» gekommen.

Ungewollt haben auch die Schweizer zum isländischen Höhenflug beigetragen. «Jenes 4:4 war unser Wendepunkt», sagt Halldorsson über das Spiel von 2013, «zuvor sind wir wie klassische Underdogs zu unseren Punkten gekommen. Tief stehen, vorne vielleicht ein Standard. Aber als wir gegen die Schweiz nach einem 1:4-Rückstand zurückkamen, haben wir gemerkt, dass wir mitspielen können.» Die WM 2014 hat Island danach noch verpasst. Aber in der EM-Qualifikation stürmten sie in ihrer Gruppe auf Rang zwei und sorgten mit zwei Siegen über die Holländer für deren Scheitern. (fra)

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