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Das Projekt erscheint als gescheitert

Für den RTV Basel endet mit dem Abbruch der Meisterschaft eine ungenügende Saison. Der Plan, auf Regionale zu setzen, erfuhr nicht die erhoffte Entwicklung.

Der RTV Basel, hier mit Luca Engler am Ball, hat eine schwierige Saison hinter sich. Foto: Dominik Plüss
Der RTV Basel, hier mit Luca Engler am Ball, hat eine schwierige Saison hinter sich. Foto: Dominik Plüss

Sport ist der Mathematik dahingehend verwandt, als den Zahlen ein essentieller Stellenwert zugesprochen wird. Freunde des schönen Spiels werden nicht selten daran erinnert, dass letztlich die Sprache der Resultate die relevante ist.

Lässt man diese beim RTV Basel sprechen, so gibt es keine zwei Meinungen darüber, wie die Saison zu bewerten ist, die vor wenigen Tagen ein abruptes Ende nahm. In 25 Spielen verloren die Realturner nur viermal nicht. Zwei Siege, zwei Unentschieden. Das bedeutet sechs Punkte insgesamt für die Basler und mit grossem Abstand einen der beiden Plätze am Ende der Tabelle, welche die Teilnahme an der Abstiegsrunde bedeuten. Einzig Aufsteiger Endingen holte einen Zähler weniger: Den einzigen Sieg der Saison feierten die Aargauer dabei im Rankhof gegen den RTV.

Dabei waren die Realturner über die erste Saisonhälfte hinaus sieglos geblieben, erst kurz vor Weihnachten gelang gegen den BSV Bern der Befreiungsschlag.

Regionale Spieler im Vordergrund

Es war dies genau zu der Zeit, als die Realturner ihren Anfang Saison propagierten Weg modifiziert hatten, um die Talfahrt zu bremsen. Den Weg, der bis dahin vorsah, auf die regionalen Spieler zu setzen, die zugunsten der aussortierten Profis gefördert werden sollten. Denn wenige Tage vor dem Heimsieg gegen den BSV Bern waren die ersten beiden Ausländer nach Basel transferiert worden. Sie waren es denn auch, die massgeblichen Anteil am so lang ersehnten Vollerfolg hatten.

So gelangen Srdjan Predragovic umgehend neun Treffer in seinem ersten Spiel für den RTV. Auch der ebenfalls aus der Bundesliga gekommene Jonas Dell leistete seinen Beitrag. Nach dem Jahreswechsel folgte mit Aleksander Spende der dritte Neuzugang, einer mit Champions-League-Erfahrung.

Die drei Verpflichtungen markierten einen Kurswechsel, dessen einschneidende Wirkung die Clubführung nach aussen hin zu relativieren bedacht war. Die regionalen Spieler wurden weiterhin in den Vordergrund gestellt, die Zugänge sollten den Ligaerhalt und damit den Jungen die Perspektive sichern, welche sie zum Verbleib beim RTV animieren sollte. Gemünzt wurden die schlechten Leistungen nicht primär auf das Spielermaterial, sondern auf Verletzungspech. Dennoch standen die Jungen nach der EM-Pause hinten an, kamen wegen der Profis deutlich weniger zum Einsatz. Und diese blieben zu Beginn des Jahres einiges schuldig, kamen erst nach gewisser Anlaufzeit auf Touren.

Das Saisonziel Ligaerhalt ist geschafft

Die notwendig gewordenen Verpflichtungen bestärkten den Verdacht, dass das regionale Projekt letztlich ein gescheitertes ist. Die Verantwortlichen mahnten vom ersten Spieltag an zur Geduld, gaben zu bedenken, dass Spieler und Trainer Zeit brauchten, sich zu finden und zu etablieren. Die vielen teils langwierigen Verletzungen bremsten aber den erhofften Entwicklungsprozess des Teams aus. Die monatelange Niederlagenserie und die schwankenden Leistungen sorgten zudem nicht für die Ruhe und Gewissheit, die beim Beschreiten eines solchen Weges erforderlich gewesen wäre. Denn dass es sportlich eine grosse Herausforderung werden würde, hatte sich schon zum Saisonstart abgezeichnet: Die qualitative Breite im Kader war im Vergleich zur restlichen Liga dünn, hinzu kamen anfängliche Defizite im konditionellen Bereich, die der RTV vor allem in den Schlussminuten jeweils zu spüren bekam.

Das Vertrauen in regionale Spieler erschien nicht nur aufgrund der angespannten finanziellen Situation zunächst als löblich und sinnvoll. Mit Christian Meier, der die U-19 der HSG Nordwest zum Meistertitel geführt hatte, war auch der adäquate Trainer für das Projekt gefunden. Der Schritt für Meier, der noch nie ein NLA-Team gecoacht hatte, erschien letztlich aber als zu gross. Und sein Team, zumindest vor den Transfers, in der Summe als zu wenig stark, um in der höchsten Schweizer Liga konkurrenzfähig zu sein.

Meier warf wenige Wochen vor Saisonabbruch das Handtuch. Unter seinem Nachfolger Darijo Bagaric ging es zuletzt aufwärts, die Playouts konnte aber auch er nicht mehr verhindern. Um diese kommt der RTV nun herum, das Saisonziel Ligaerhalt ist geschafft, wenn auch auf eine Weise, die vom Verein so nicht intendiert war. Grosse Aufgaben werden nun allerdings auf die Realturner noch zukommen. Wenn es darum geht, sich für die kommende Saison aufzustellen.

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