Zum Hauptinhalt springen

Coronavirus in der Schweiz+++ GDK-Präsident fordert Massnahmen à la Wallis +++ BAG meldet 5256 Neuansteckungen

Der oberste Gesundheitsdirektor warnt vor erneuten, schmerzhaften Eingriffe in das Wirtschafts- und Gesellschaftsleben. Nationale Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zahl der Corona-Ansteckungen in der Schweiz steigt stark an.

  • Der Bundesrat empfiehlt deshalb Homeoffice für die ganze Schweiz soweit möglich.

  • Zusätzlich erliess er eine Maskenpflicht für alle öffentlich zugänglichen Innenräume.

  • Diverse Kantone haben ihre Massnahmen gegen das Virus verschärft.

LIVE TICKER

GDK-Präsident will weitere Beschränkungen

Der oberste Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger warnt auf Twitter vor erneuten, schmerzhaften Eingriffe in das Wirtschafts- und Gesellschaftsleben. Er appelliert deshalb an die Kantone, umgehend weitere Massnahmen zu ergreifen. «Wenn wir zu lange warten, dann steigt das Risiko, dass wir uns nicht nur in der Freizeit einschränken und vermehrt eine Maske tragen müssen», so der GDK-Präsident.

Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger an einer Medienkonferenz in Basel im August 2020.
Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger an einer Medienkonferenz in Basel im August 2020.
Foto: Georgios Kefalas (Keystone)

Im Vordergrund stünden eine weitere Ausdehnung der Maskenpflicht, weitere Beschränkungen von Menschenansammlungen im öffentlichen Raum sowie von Veranstaltungen.

Ausserdem sollen in Betrieben und öffentlich zugänglichen Einrichtungen die Kapazitäten beschränkt werden. Weitere Einschränkungen in Restaurationsbetrieben seien ebenso zu ergreifen. Auch Freizeit- und Sportaktivitäten, sowie Besuche von Clubs, Diskotheken und Tanzanlässen sollen eingeschränkt werden.

In 29 Baselbieter Schulen gibt es Corona-Fälle

In den Baselbieter Schulen ist die Anzahl positiv auf Corona getesteter Personen angestiegen. Insgesamt sind 29 Schulen von COVID-19-Fällen betroffen, heisst es in einer amtlichen Mitteilung.

Demnach befinden sich zwei Schulklassen in Quarantäne, darunter auch die vier Mehrjahrgangsklassen der Primarschule Waldenburg. Da zum Teil auch Geschwister denselben Unterricht besuchten, wäre die Infektionskette ohne flächendeckende Quarantäne kaum zu durchbrechen, heisst es weiter.

Die betroffenen Kinder und Jugendlichen sind in den Fernunterricht gegangen.

Süddeutsche Quarantäne-Ausnahmen gelten für Grenzkantone weiter

Deutschland hat die Schweiz auf seine Corona-Risikoliste gesetzt. Für die Grenzregionen gelten aber weiter die bestehenden Ausnahmeregelungen.

Im süddeutschen Bundesland Baden-Württemberg gilt für Personen aus den sieben Grenzkantonen eine generelle Ausnahme von der Quarantäne- und Testpflicht wenn sie nicht länger als 24 Stunden im Land bleiben. Die Gründe für solche Reisen spielen keine Rolle.

Wer in einem anderen Kanton wohne, falle dagegen unter die Quarantänepflicht, sagte der Schweizer Botschafter in Berlin am Donnerstag gegenüber Radio SRF. «Das heisst, wenn man aus der Schweiz jetzt nach Deutschland einreist, muss man die Quarantänevorschriften oder das Testen beachten.»

Lesen Sie dazu: Schweiz auf deutscher Risikoliste – Diese Sonderregeln gelten für Schweizer in Deutschland

Laut den deutschen Behörden blieben die Grenzen offen, sagte Seger. Es werde aber Stichproben geben. «Man kann es relativ einfach an den Autonummern kontrollieren.»

EDA in Kontakt mit deutschen Behörden

Das Aussendepartement (EDA) teilte auf Anfrage mit, es stehe mit den zuständigen Behörden in Berlin und in den an die Schweiz angrenzenden Bundesländern in Kontakt. Die besondere Situation der Grenzregionen und die Berücksichtigung der engen Beziehungen seien beiden Seiten wichtige Anliegen.

Die Schweiz und Deutschland informieren sich laut EDA gegenseitig über geplante Massnahmen. Insbesondere die Regelungen und Ausnahmen betreffend Grenzgängerinnen und Grenzgängern würden beobachtet.

Maskenpflicht an Basler Schulen wird ausgeweitet

An den Schulen des Kantons Basel-Stadt wird die Maskentragpflicht ausgeweitet. Ab kommender Woche müssen ab Sekundarstufe Masken nicht nur auf dem Schulareal, sondern auch während des Unterrichts getragen werden.

Diese neue Regelung tritt ab kommenden Montag in Kraft, wie das Basler Erziehungsdepartement am Donnerstag mitteilte. Die erweiterte Maskenpflicht gilt für Sekundarschulen, Gymnasien, die FMS und die Berufsschulen. Ausgenommen sind die Primarschulen.

Gehört zur Vergangenheit: In den Basler Schulen ab Sekundarstufe gilt zukünftig auch während des Unterrichts eine Maskenpflicht.
Gehört zur Vergangenheit: In den Basler Schulen ab Sekundarstufe gilt zukünftig auch während des Unterrichts eine Maskenpflicht.
Foto: Georgios Kefalas (Keystone)

Begründet wird die Massnahme mit dem starken Anstieg der Corona-Fallzahlen in den letzten Tagen. Zum ersten Mal müssten auch Ansteckungen auf Kontakte in der Schule zurückgeführt werden, heisst es in der Mitteilung (Pandemietreiber Schule? Forscher haben in Deutschland untersucht, ob Schulöffnungen zu den steigenden Fallzahlen beigetragen haben). Ziel sei es, eine Schliessung der Schulen zu verhindern und einen guten Schutz zu gewährleisten.

Weiter dürfen in Basel-Stadt vorerst bis Ende Jahr auf allen Schulstufen keine Lager mehr durchgeführt werden. Zudem wird ab der Sekundarschule der Sportunterricht in der klassischen Form mit Kontaktsportarten bis auf Weiteres eingestellt. Es würden jedoch Alternativprogramme ausgearbeitet, heisst es im Communiqué.

BAG meldet 5256 Neuansteckungen

Dem BAG sind heute 5256 Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Am Mittwoch vergangener Woche waren es 2613 Fälle. Die Positivitätsrate beträgt 19,8 Prozent bei 26'537 neu gemeldeten Tests. Zudem registrierte das BAG 11 neue Todesfälle und 106 Spitaleinweisungen.

Die Schweiz im Vergleich mit anderen Ländern:

Am Mittwoch waren 5596 und am Dienstag 3008 neue Ansteckungen gemeldet worden.

Insgesamt gab es dem BAG zufolge seit Beginn der Pandemie 97'019 laborbestätigte Fälle.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung waren am Donnerstag nach Angaben des BAG 13'513 Personen in Isolation und 16'368 Personen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 17'479 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

Hier geht es zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

Schwyzer Frau Landammann in Quarantäne

Die Schwyzer Frau Landammann Petra Steimen-Rickenbacher (FDP) befindet sich in Quarantäne. Ein Familienmitglied wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Im Kanton Schwyz verstarben zudem innert 24 Stunden zwei weitere Personen, die mit dem Coronavirus infiziert waren.

Die Regierungsrätin stelle bislang keine Symptome fest, die auf eine Infektion mit Covid-19 hindeuteten, teilte die Staatskanzlei am Donnerstag mit. Die Vorsteherin des Departements des Innern bleibe bis und mit dem 28. Oktober in Quarantäne. Während dieser Zeit arbeite sie aus dem Homeoffice.

Die Schwyzer Regierungsrätin Petra Steimen-Rickenbacher ist momentan in Quarantäne.
Die Schwyzer Regierungsrätin Petra Steimen-Rickenbacher ist momentan in Quarantäne.
Foto: Urs Flüeler (Keystone/Archiv)

Der Kanton Schwyz meldete am Donnerstag 1961 bestätigte Corona-Fälle, das waren 116 mehr als am Vortag. Der Anstieg war etwas weniger stark als am Mittwoch mit 159 Personen. Der Kanton verzeichnete zudem zwei weitere Todesfälle, einen 84-jährigen und einen 88-jährigen Mann. Bisher starben 38 Personen.

Mehr Neuinfektionen als am Vortag meldete der Kanton Zug. 74 Personen wurden positiv auf das Coronavirus getestet, 13 mehr als am Mittwoch. Die Gesamtzahl liegt damit bei 1149 Fällen. 3 Personen mehr befanden sich im Spital als am Mittwoch.

Personal im Gesundheitswesen fordert Untersuchung zu Pandemie

Der Bundesrat soll eine unabhängige Untersuchung veranlassen zu den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das Gesundheitspersonal. Diese Forderung steht in einem am Donnerstag von Amnesty International der Bundeskanzlei überreichten offenen Brief.

Die Bittschrift wurde von fast 20 Gewerkschaften, Berufsverbänden und NGO sowie mehr als 3000 Personen, darunter 1500 Gesundheitsfachkräfte, unterzeichnet, wie es in einer Medienmitteilung von Amnesty heisst. Darunter sind die Gewerkschaften VPOD, Unia und Syna, der Hebammenverband, die Verbände des Pflegefachpersonals sowie der Assistenz- und Oberärzte. Während die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus weiter steige, fordern die Unterzeichnenden vom Bundesrat «mehr Transparenz und eine echte Überwachung der Situation des Gesundheitspersonals».

Protestwoche angekündigt

Am Montag beginnt eine Protestwoche des Pflegepersonals, die am Samstag, 31. Oktober, mit einer Aktion auf dem Bundesplatz in Bern enden soll. «Applaus ist nicht genug», wird Yvonne Ribi, Geschäftsführerin des Berufsverbands der Pflegenden, in der Medienmitteilung zitiert.

Das Pflegepersonal fordere konkrete Massnahmen, um die zweite Welle an Ansteckungen mit dem Coronavirus besser bewältigen zu können und eine qualitativ hochwertige Pflege in der Zukunft zu gewährleisten.

Unzufriedenes Pflegepersonal: Szene von einem Protest Ende September in Genf.
Unzufriedenes Pflegepersonal: Szene von einem Protest Ende September in Genf.
Foto: Salvatore Di Nolfi (Keystone/30. September 2020)
Deutschland erklärt ganze Schweiz zum Risikogebiet

Deutschland erklärt die ganze Schweiz zum Corona-Risikogebiet. Ebenso auf die Liste kommen Polen, fast ganz Österreich und grosse Teile Italiens. Dies gilt ab Samstag, wie das Robert-Koch-Institut mitteilt. Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100'000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten.

Die Einstufung als Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst grosse abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für die Ferienhungrigen: Sie können eine bereits gebuchte Reise stornieren, wenn ihr Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen in Deutschland derzeit noch für 14 Tage in Quarantäne, können sich aber durch einen negativen Test davon vorzeitig befreien lassen.

Daniel Koch: «Bin dagegen, erneut drastische Massnahmen durchzusetzen»

Der ehemalige «Mr. Corona», Daniel Koch, hält es für möglich, einen «schnellen Ausweg» aus der zweiten Welle zu finden. Dafür brauche es jedoch «eine enorme Anstrengung». Der ehemalige Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten des BAG appellierte in einem Interview an die Behörden, welche die Bevölkerung auf diesem Weg «mitnehmen» müssten.

Er persönlich sei dagegen, «erneut drastische Massnahmen durchzusetzen», sagte Koch gegenüber «watson». Einschränkungen wie im März würden zwar kurzfristig helfen. Längerfristig gesehen sei aber «völlig unklar», ob man in zwei Monaten wieder genau am gleichen Punkt sei.

«Das Wichtigste ist, die Menschen an Bord zu holen. Man muss Massnahmen ergreifen, die die Leute nicht abschrecken, sondern solche, mit denen sie auch längerfristig leben können», meinte Koch. «Ein schnelles und gut funktionierendes Contact-Tracing und Schnelltests könnten beispielsweise enorm helfen.»

Daniel Koch an der Frühlingssession des Nationalrats Anfang März 2020.
Daniel Koch an der Frühlingssession des Nationalrats Anfang März 2020.
Foto: Alessandro della Valle (Keystone)

Im Unterschied zur ersten Welle im März wisse man inzwischen mehr über das Virus und habe mehr Mittel zu dessen Bekämpfung zur Verfügung. «Man sollte alle technischen Möglichkeiten ausschöpfen, anstatt Dinge zu verbieten, einfach weil es andere auch so machen», so Koch zu «watson».

Wie bereits im März rät der Ex-«Mr. Corona» davon ab, Altersheime zu schliessen (lesen Sie dazu: Enkel hüten noch erlaubt? Das BAG verunsichert Grosseltern). Stattdessen sollten sich auch die Altersheime nach «kreativen Lösungen» umsehen, um ihre Bewohnerinnen und das Personal vor einer Ansteckung zu schützen. Er nennt etwa regelmässige Schnelltests für Personal und Besucher und empfiehlt separate Bereiche für die Bewohnerinnen, die besonders geschützt werden und keinen Besuch erhalten wollten.

Lesen Sie auch:

200 neue Hospitalisierungen in Genf – Spitalpersonal stösst an Grenzen

Im Kanton Genf gab es innert 24 Stunden 560 Neuansteckungen mit dem Coronavirus. 200 Personen mussten neu hospitalisiert werden. Wegen der hohen Fallzahlen hat die Genfer Regierung am Donnerstagnachmittag eine Pressekonferenz abgehalten. «Die Kurve sieht wieder so aus wie im Frühling. Das ist besorgniserregend», sagte Arnaud Perrier, Medizinischer Leiter der Universitären Kliniken Genf. Doch die wichtigsten Massnahmen seien eingeleitet. Es gebe jedoch noch mehr Möglichkeiten, die Verbreitung des Virus weiter einzudämmen.

Spitaldirektor Bertrand Levrat nutzte den Auftritt vor den Medien, um an die Eigenverantwortung der Bevölkerung zu appellieren. «Die Situation ist schlimm. Vermeiden Sie Treffen mit vielen Menschen.» Levrat verweist auch auf die schwierige Situation in den Genfer Spitälern: «Wir sind mit einem Virus konfrontiert, das sich seit diesem Frühjahr nicht verändert hat.» Das Personal in den Spitälern stosse an seine Grenzen, so Levrat weiter.

Der Genfer Gesundheitsdirektor Mauro Poggia erklärt darauf, dass nun wieder das System wie zu Beginn der Pandemie zur Anwendung komme: Ein zentrales Krankenhaus zur Behandlung der Covid-Fälle, das von privaten Kliniken unterstützt wird. Neue Massnahmen seien laut Poggia in Vorbereitung, bis zur Umsetzung würden allerdings noch einige Tage vergehen. «Wir müssen diese Massnahmen genau mit Kantonen und Bund absprechen. Neue Massnahmen im Alleingang zu aktivieren, ist schwierig», erklärt die Präsidentin des Genfer Staatsrats, Anne Emery-Torracinta.

Auch Solothurn führt Sperrstunde an

Der Kanton Solothurn führt in Bars, Clubs, Diskotheken und Tanzlokalen eine Sperrstunde in den Nächten auf Samstag und Sonntag ein. Mit dieser und weiteren Massnahmen, die jene des Bundes ergänzen, will der Regierungsrat die Ausbreitung des Coronavirus bremsen.

Die Sperrstunde gilt zwischen 01.00 Uhr und 06.00 Uhr. Diese und die anderen Massnahmen der Verordnung treten am Donnerstag in Kraft und sind bis Ende Januar 2021 befristet. Neben der Sperrstunde dürfen Clubs, Diskotheken und Tanzlokale zudem höchstens 300 Personen gleichzeitig empfangen. Ausserdem müssen alle Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Tanzlokale die Kontaktdaten ihrer Gäste erheben, wie die Staatskanzlei am Mittwoch mitteilte.

Schliesslich dürfen an öffentlichen und privaten Veranstaltungen höchstens 50 Personen teilnehmen, wenn weder der nötige Abstand eingehalten noch andere Schutzmassnahmen ergriffen werden können. Dabei werden auftretende und mitwirkende Personen nicht mitgezählt.

Lesen Sie auch:

Was Sie jetzt wissen müssen Vom Virenschutz bis zu den Symptomen

Enkel hüten noch erlaubt? Das BAG verunsichert Grosseltern

Wallis führt 10-Personen-Obergrenze ein

Als erster Kanton hat das Wallis das Nachtleben massiv eingeschränkt. Nachtbars, Discotheken und Erotikclubs werden vollständig geschlossen. Der Besuch von öffentlichen Betrieben wie Restaurants ist noch bis spätestens um 22.00 Uhr möglich.

Zudem werden öffentliche und private Veranstaltungen und Aktivitäten mit mehr als zehn Menschen untersagt, wie die Walliser Regierung am Mittwoch vor den Medien bekannt gab. Auch gilt ein Versammlungsverbot für mehr als zehn Menschen im öffentlichen Raum. In geschlossenen Einrichtungen gilt eine ständige Maskenpflicht, wie es weiter heisst. Besuche in Spitälern und Alters- und Pflegeheimen werden unter dem Vorbehalt von Härtefällen ausgesetzt. Für Schulen auf Tertiärstufe gibt es neu ausschliesslich Fernunterricht. Das Wallis schliesst auch Fitnesszentren und Kinos und verbietet im Amateurbereich sämtliche Sportveranstaltungen. Profiklubs wie der FC Sion dürfen ihre Meisterschaftsspiele ohne Zuschauer austragen.

Der Kanton Wallis ist derzeit der von der Corona-Pandemie der am stärksten betroffene Kanton.

Basel verbietet Grossanlässe

Grossanlässe sind in Basel per sofort nicht mehr erlaubt, wie es in einer Medienmitteilung des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt heisst. Das ist vor allem für den FC Basel sowie den Schweizer Fussball eine Hiobsbotschaft. Der FCB darf somit noch höchstens 1000 Fans im St. Jakob Park zulassen.

Der Club und die Liga haben zum Beschluss noch nicht Stellung bezogen. Der FC Basel ist vom Coronavirus gleich mehrmals betroffen worden. Momentan sind 23 Profis in Quarantäne.

Neben dem FC Basel ist gemäss der Medienmitteilung auch eine Kulturveranstaltung von der Begrenzung betroffen. Entschieden hat die neue Auflage der Kantonsarzt, der Regierungsrat wurde dazu konsultiert.

Auch der Kanton Basel-Landschaft verbietet Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen, aber erst ab 1. November. Bis dahin bereits bewilligte Anlässe dürfen stattfinden. Das Verbot in Baselland gilt vorerst bis Ende Jahr.

Heftige Debatte in Bern

Seit Montag sind Grossanlässe bereits im Kanton Bern verboten. Die Verschärfung des Berner Regierungsrats sorgte bei den Sportclubs für heftige Kritik, in der dazu geführten Debatte der SRF-Sendung «Club» bezeichnete SC-Bern-Chef Marc Lüthi den SVP-Regierungsrat Pierre Alain Schnegg als «unanständig und schnoddrig».

Währenddessen denkt der Bundesrat an weitere Verschärfungen, unter anderem wird die Option eines Kurz-Lockdowns erwogen. Gesundheitsminister Alain Berset äussert sich am Mittwochnachmittag zur Corona-Lage in der Schweiz (wir berichten live).

Baselland verschärft Massnahmen

Im Baselbiet begegnet man den steigenden Fallzahlen mit einer Verschärfung der Corona-Massnahmen. Der Regierungsrat hat am Mittwoch den Kantonalen Krisenstab reaktiviert. Zudem beschloss er, Grossveranstaltungen von über 1000 Personen zu verbieten und die Personenobergrenze für Clubs und Bars auf 100 herabzusenken.

Verfügt der Gastwirtschaftsbetrieb über mehrere, räumlich getrennte Gästebereiche, dürfen sich in jedem Raum bis zu 100 Gäste aufhalten, jedoch insgesamt nicht mehr als 300. Die Betreiber von Bars, Clubs und Diskotheken sind zudem verpflichtet, die Kontaktdaten ihrer Gäste aufzunehmen. Die Regelung gilt auch für den Aussenbereich von Bars, Clubs und Diskotheken.

Auf Arealen und in Innenräumen aller öffentlichen und privaten Schulen und Bildungseinrichtungen gilt eine Maskentragpflicht. Ab Donnerstag sind in Kinderbetreuungsstätten auch Personen ab 12 Jahren verpflichtet, eine Maske zu tragen.

Contact Tracing soll vor Überlastung geschützt werden

Die Fallzahlen im Baselbiet sind in den vergangenen Tagen stark angestiegen. Die zusätzlichen Massnahmen dienten zur Abschwächung des Neuanstiegs der Corona-Infektionen sowie der Aufrechterhaltung der Kapazitäten für das Contact Tracing, wie die Regierung in einer Mitteilung schreibt.

Baselland meldete am Mittwoch 72 laborbestätigte Neuinfektionen und einen neuen Todesfall. Die Hospitalisationen stiegen um 5 auf 17 Personen, 3 davon befinden sich auf der Intensivstation.

Höchster Tageswert im Aargau

Im Aargau sind am Dienstag 255 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Noch nie waren es so viele, seit die Daten erfasst werden.

Am Montag waren 87, am Sonntag 91, am Samstag 119 und am Freitag 155 neue Fälle registriert worden. Per Dienstag wurden im Aargau insgesamt 4189 bestätigte Infektionen gezählt, wie der Kanton am Mittwoch auf seiner Website bekannt gab. Bislang starben im Aargau 58 Personen an den Folgen von Covid-19. Am Dienstag kam kein neues Todesopfer hinzu.

BAG meldet 5596 Neuinfektionen

Dem BAG sind heute 5596 Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Am Mittwoch vergangener Woche waren es 2823 Fälle. Die Positivitätsrate beträgt 19,75 Prozent bei 28'328 neu gemeldeten Tests.

Zudem registrierte das BAG 11 neue Todesfälle und 115 Spitaleinweisungen. Letzten Mittwoch waren es 57 Hospitalisationen und acht Todesfälle.

Am Dienstag wurden 3008 Neuansteckungen innerhalb eines Tages registriert. Am Montag hatte das BAG die Zahlen für das ganze Wochenende und den Freitag bekanntgegeben. Insgesamt waren für diese drei Tage 8737 neue Ansteckungen gemeldet worden.

Insgesamt gab es dem BAG zufolge seit Beginn der Pandemie 91'763 laborbestätigte Fälle.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung waren am Donnerstag nach Angaben des BAG 11'824 Personen in Isolation und 16'368 Personen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 13'941Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

Hier geht es zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

Situation in den Kantonen

In welchen Kantonen die 14-Tages-Inzidenz (Anzahl Fälle pro 100'000 Einwohner in den letzten zwei Wochen) derzeit am höchsten ist:

Tessin weitet Maskenpflicht weiter aus

Maskenpflicht in allen Verwaltungsgebäuden und erleichterte Arbeit im Homeoffice: Die Tessiner Regierung hat am Mittwoch zwei neue Massnahmen vorgestellt. Die gemeldeten Neuinfektionen haben sich im Südkanton in den letzten 24 Stunden beinahe verdoppelt.

Während am Dienstag noch 137 Neuinfektionen gemeldet worden waren, stieg die Zahl der neu mit dem Coronavirus Infizierten am Mittwoch auf 255. Damit zeige die Kurve deutlich nach oben, erklärte Gesundheitsdirektor Raffaele De Rosa am Mittwochvormittag vor den Medien in Bellinzona.

Derzeit gäbe es im Tessin 331 Neuinfektionen auf 100'000 Einwohner, ergänzte Kantonsarzt Giorgio Merlani. 12 Prozent der Coronavirus-Tests seien positiv. Im Schnitt hätten sich die Fälle im Oktober innert fünf bis sieben Tagen verdoppelt, resümierte der Kantonsarzt. Sieben Personen befinden sich neu in Spitalpflege und rund 1000 Tessinerinnen und Tessiner in Quarantäne.

Das Maskenobligatorium in der Tessiner Verwaltung gilt bereits seit Anfang Woche. Mitarbeitende erhalten bis mindestens Mitte November Unterstützung für eine erleichterte Arbeit im Homeoffice.

«Die Situation ist ernst»: Regierungspräsident Norman Gobbi. (Archivbild)
«Die Situation ist ernst»: Regierungspräsident Norman Gobbi. (Archivbild)
Foto: Alessandro Crinari (Ti-Press/Keystone)

«Wir sind noch nicht in einer roten Phase, aber die Situation ist ernst», sagte Regierungspräsident Norman Gobbi. Er verwies auf die aktualisierte Sensibilisierungskampagne des Kantons mit dem Titel «Le scelte giuste ci proteggono» – «Die richtigen Entscheidungen schützen uns».

Die Regierung wolle die Gesundheit der Bürger schützen und gleichzeitig einen neuen Lockdown vermeiden, sagte Gobbi. Die Tessiner Bevölkerung habe bereits im vergangenen Frühling bewiesen, dass sie als Gemeinschaft stark sei und heikle Situationen meistern könne.

Graubünden aktiviert kantonalen Führungsstab wieder

Auch im Kanton Graubünden sind die Zahlen im Zusammenhang mit dem Coronavirus erneut am Steigen. Deshalb wird das Gesundheitsamt wieder vom kantonalen Führungsstab unterstützt.

Regierungsrat Peter Peyer orientierte am Mittwoch in Chur die Mitglieder des Grossen Rates über die aktuelle Situation in der Corona-Pandemie und erwähnte dabei, dass der kantonale Führungsstab wieder aktiviert wurde. Das bedeutet, dass unter anderem die Kantonspolizei, das Militär und der Zivilschutz die Behörden unterstützen.

Obschon die Zahlen steil nach oben zeigen, lässt der Kanton Grossveranstaltungen mit über 1000 Personen weiter zu. Laut Peyer deshalb, weil die Schutzkonzepte dafür gut sind und ihren Zweck erfüllen.

Der Bündner Regierungsrat Peter Peyer (rechts) orientierte am Mittwoch in Chur die Mitglieder des Grossen Rates über die aktuelle Corona-Situation. (27. November 2019)
Der Bündner Regierungsrat Peter Peyer (rechts) orientierte am Mittwoch in Chur die Mitglieder des Grossen Rates über die aktuelle Corona-Situation. (27. November 2019)
Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

In Graubünden befanden am Mittwoch sich aufgrund des Contact Tracing 739 Personen in Quarantäne, weitere 479 Personen in Einreise-Quarantäne. Peyer sprach von einer «sehr ernsten Situation». 20 bis 30 Prozent jener Personen, die vom Contact Tracing-Team in die Quarantäne geschickt wurden, hatten sich seinen Angabe zufolge mit dem Virus angesteckt.

Flughafen Zürich nimmt Destinationen wieder auf

Am Flughafen Zürich tritt mit der Umstellung auf die Winterzeit am 25. Oktober der Winterflugplan in Kraft. Trotz der aktuellen Corona-Lage bietet dieser einige neue Kurz- und Langstreckendestinationen gegenüber dem Sommerflugplan 2020.

Zusätzliche Flugverbindungen gibt es auf alle Kontinente mit Ausnahme von Australien, wie der Flughafen am Mittwoch mitteilte. Wieder angeflogen werden im Winter etwa München, die Malediven, Bangkok, Johannesburg und Boston. Einige der wiederaufgenommenen Destinationen werden bereits seit Anfang September bedient.

Quarantänebestimmungen beeinflussten die Flugplanung auch im Winter, schrieb der Flughafen. Sämtliche Destinationen würden daher ohne Gewähr angeboten und könnten aufgrund aktueller Umstände auch kurzfristig aus dem Flugplan gestrichen werden.

sda/reuters/red

6389 Kommentare
    Heinz Tschumi

    Wo will Herr Engelberger noch mehr Maskenzwang? Etwa im Freien?

    Herr Berset, Herr Engelberger ich werde im Freien nie eine Maske tragen; ebenfalls werde ich mich mittels Mini Lockdown nicht zu Hause einsperren lassen. Ich bin mir sicher viele Mitbürger werden es gleich machen!