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Lange Wartezeiten vermeidenSP-Grossrat will Corona-Testergebnisse innerhalb von 24 Stunden

Der Basler SP-Grossrat Daniel Sägesser musste geschlagene fünf Tage auf das Ergebnis seines Corona-Tests warten. Er fordert das Gesundheitsdepartement jetzt auf, nach spätestens 24 Stunden zu informieren.

SP-Grossrat Daniel Sägesser fordert eine schnellere Information der Testpersonen über das Ergebnis von Corona-Tests.
SP-Grossrat Daniel Sägesser fordert eine schnellere Information der Testpersonen über das Ergebnis von Corona-Tests.
Florian Baertschiger

Der Basler Grossrat Daniel Sägesser (SP) ist genervt: Der Sozialdemokrat musste fünf Tage auf seine Corona-Testergebnisse warten. Auf Facebook richtet er sich nun an Regierungsrat und Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) und fordert, dass die Testpersonen innerhalb von 24 Stunden über das Resultat informiert werden – an jedem Tag.

Das Universitätsspital Basel geht ursprünglich von einer Wartezeit von einem bis drei Tagen aus. Doch das Testcenter hat über das Wochenende geschlossen und kann daher am Samstag und Sonntag keine Testergebnisse verschicken. Manche Menschen müssen daher mehr als drei Tage auf ihre Daten warten. In dieser Zeit bleiben die getesteten Personen isoliert.

Für Sägesser ist das eindeutig zu lang. «Ich habe den Glauben an das Konzept Contact Tracing verloren», schreibt er in den sozialen Medien. Denn in einer solch langen Zeitphase könne viel passieren. Der SP-Politiker erklärt: Ist der Corona-Test positiv, könnten sich durch die Testperson angesteckte Personen über mehrere Tage möglicherweise frei bewegen. Sie hätten keine sachliche Klarheit und könnten das Virus so weiterverbreiten.

Ist das Resultat negativ, wäre die getestet Person über mehrere Tage vom sozialen Leben ausgeschlossen, ohne dass eine potenzielle Gefahr bestanden hätte. Passiere dies bei mehreren Menschen, sei der daraus resultierende volkswirtschaftliche Schaden immens, ist sich Sägesser sicher.

Engelberger antwortet

Ausserdem würde die lange Wartezeit das System des Unispitals unnötig belasten. «Die Testpersonen informieren sich telefonisch», sagt der SP-Grossrat. Durch die rasche Bearbeitung der Test könne diese Überbelastung einfach vermieden werden. Ausserdem denkt er, dass die Personen durch eine lange Wartephase abgeschreckt werden und gar keine Corona-Tests durchführen wollen. «Welchen Wert hat das Contact-Tracing so?», fragt sich Sägesser, der sich glücklicherweise nicht mit dem Coronavirus infiziert hat.

Auf Facebook pflichten ihm einige Leser bei. Wie der lokale Fernsehsender Telebasel berichtet, ist es zumindest bei Sägesser aber nicht der Fall, dass das Labor zu langsam gearbeitet hätte. Das Unispital habe es lediglich verschlampt, den Politiker rechtzeitig zu informieren. «Wie mir telefonisch von der Mitarbeiterin des Testcenters des Unispitals angegeben wurde, werden anscheinend nur negative Resultate verschleppt», so Daniel Sägesser gegenüber Telebasel.

Auch Gesundheitsdirektor Engelberger bezeichnet die lange Wartefrist nicht als BS-Standard. «Er wird der Sache aber nachgehen», schreibt Sägesser auf Facebook und sagt: «Sehr gespannt blicke ich dem Ergebnis dieses Nachgangs entgegen und hoffe, dass daraus eine Verbesserung dieser unhaltbaren Situation entsteht.»