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Kopfhörer im TestSonys neuster Lärmunterdrücker ist sehr gut – und sehr teuer

Wer im Homoffice oder unterwegs seine Ruhe möchte, kommt an Noise-Cancelling-Kopfhörern nicht vorbei. Wir haben das neue Topmodell von Sony getestet und mit dem halb so teuren Vorgänger verglichen.

WH-1000XM4 und WH-1000XM3: Optisch lassen sich der alte und der neue Sony kaum unterscheiden.
WH-1000XM4 und WH-1000XM3: Optisch lassen sich der alte und der neue Sony kaum unterscheiden.
Foto: Rafael Zeier

Guter Klang, gute Lärmunterdrückung und ein ausgesprochen ausdauernder Akku – was will man mehr von einem Kopfhörer? Tatsächlich bietet der Sony WH-1000XM3 (ein unsäglicher Name, ich weiss) alles, was ich brauche.

Ich habe ihn mir vor ziemlich genau zwei Jahren gekauft. Seither hat er mich auf vielen Flug- und Zugreisen begleitet und mir das laute Grossraum- und Heimbüro erträglich gemacht. Dass ich happige 400 Franken dafür bezahlt habe, bereue ich kein bisschen.

Seither habe ich den Kopfhörer x-fach weiterempfohlen. Inzwischen ist auch der Preis mit, je nach Aktion, gerade mal 200 Franken ausgesprochen attraktiv. Solche Preisstürze passieren natürlich nie ohne Grund. Dieses Mal ist der Grund offensichtlich: Sony hat einen Nachfolger, und die Händler müssen die «alten» Kopfhörer loswerden.

Wo bleiben die Verbesserungen?

Das neue Modell heisst ähnlich kryptisch WH-1000XM4 und kostet wie das Vorgängermodell wieder 400 Franken. Wenn man sie anschaut und ausprobiert, fällt einem erst kein nennenswerter Unterschied zu den halb so teuren Vorgängern auf.

Die Farben sind wieder fast identisch: Grau und Schwarz. Auch der Klang und das Noise-Cancelling sind weiterhin auf hohem Niveau. Der Akku hält wieder problemlos einen Tag. Sony verspricht (wie schon beim Vorgänger) 30 Stunden. Selbst hatte ich auch auf langen Flügen nie Akku-Probleme.

Probleme hatte ich mit dem Vorgänger aber sehr wohl – und genau dort setzt Sony nun an.

Genervt haben mich zwei fehlende Kleinigkeiten, die bei der Konkurrenz inzwischen Standard sind. So liessen sich die Kopfhörer nicht parallel mit mehreren Geräten verbinden. Und wenn man sie vom Kopf nahm, dudelte die Musik weiter.

Ersteres war mühsam, da ich die Kopfhörer jedes Mal entkoppeln und neu koppeln musste, wenn ich sie nach der Zugfahrt mit dem iPad für den Heimweg am iPhone nutzen wollte. Zweiteres war noch ärgerlicher: Wenn ich nämlich die Kopfhörer nicht ausschaltete, lief das Noise-Cancelling weiter, obwohl ich sie nicht mehr auf dem Kopf hatte, und gelegentlich war der Akku dann am nächsten Morgen leer.

Beide Probleme lösen die Nachfolger mit Bravour. Und noch ein anderes Problem des Vorgängers beheben sie: Die Mikrofone sind deutlich besser, sodass man mit den Kopfhörern nun telefonieren kann und das Gegenüber einen auch versteht.

Fazit: Sonys neuste Kopfhörer gefallen im Test sehr gut. Wenn Geld keine Rolle spielt, wird man damit viel Freude haben. Doch der eigentliche Star dieses Tests ist das deutlich günstigere Vorgängermodell. Wer auf die erwähnten Verbesserungen verzichten kann, wird auch mit dem fast halb so teuren Modell glücklich.