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Wie Schwule in der Schweiz «therapiert» werden

Im freikirchlichen Milieu tummeln sich Sexualberater, die Homosexuelle «verändern» oder gar «umpolen» wollen. Zwei Betroffene berichten.

Illustration von Melk Thalmann

Illustration von Melk Thalmann

Simon Widmer@WidmerSimon

Freikirche Chrischona, Affoltern am Albis. Rolf Rietmann referiert vor ungefähr 100 Zuhörern zum Thema: «Veränderung – wie geht das?» Hinter ihm ein schlichtes Holzkreuz, links an der Wand steht: «Nahe bei Gott, nahe bei den Menschen».

Rietmann ist freikirchlicher Theologe und Sexualberater. Er leitet die Organisation Wüstenstrom. Sie bietet Therapien für Menschen an, die «ihre sexuelle Orientierung für sich als konflikthaft erleben», wie es auf der Website heisst.

Rietmann, schwarze Jeans, schwarzes T-Shirt, ist ein rhetorisch gewandter Redner. In einem anderthalbstündigen Vortrag erklärt er, dass Sexualität von vielen Faktoren abhänge und dass sich die sexuelle Orientierung eines Menschen verändern könne. Dabei hat Rolf Rietmann das perfekte Anschauungsbeispiel: Rolf Rietmann.

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