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Schweizer Firma in heikle Libyen-Geschäfte verwickelt

Zehn Drahtzieher kommen in Italien vor Gericht, die Öl geschmuggelt haben sollen. Eine Zuger Firma ist involviert.

Von 2014 bis 2015 nutzte die Zuger Ölhandelsfirma Kolmar Group AG, die 250 Mitarbeiter beschäftigt, ein illegales Handelsnetzwerk, um an libysches Erdöl zu kommen. Das Öl war aus dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Land abgezweigt und danach in Europa weiterverkauft worden. Das zeigen Recherchen der Nichtregierungsorganisation Public Eye und ihrer Partnerorganisation Trial International.

Der Fall ist Teil der «Dirty Oil»-Ermittlungen der italienischen Finanzpolizei. Vor drei Jahren stiessen ihre Ermittler auf ein Schmugglernetz, das subventionierten Treibstoff aus Libyen in Italien weiterverkaufte. Der Hintergrund: Obwohl Libyen über die grössten Ölreserven in Afrika verfügt, ist es gezwungen, Treibstoff in Europa zu hohen Preisen zu kaufen, weil seine Raffinerien lahmgelegt sind. Einige Schmuggler verstanden schnell den Reiz, dieses Dieselöl, das an der örtlichen Zapfsäule für umgerechnet zehn Rappen pro Liter angeboten wird, abzuzweigen, um es in Europa illegal auf den Markt zu werfen. Den Schaden hat der libysche Staat, denn seine Zentralbank subventioniert den Preisunterschied mit Milliarden.

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