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Gegen die Geburtenflaute So will Singapur seine Bevölkerung auch während der Corona-Krise zum Kinderkriegen bewegen

Der Stadtstaat hat eine der tiefsten Fertilitätsraten der Welt. Die Corona-Krise könnte diese Problematik zusätzlich anheizen. Die Regierung will Paare daher finanziell unterstützen.

Vierttiefste Fertilitätsrate der Welt: Auf eine Singapurerin kommen im Schnitt gerade mal 1,14 Kinder.
Vierttiefste Fertilitätsrate der Welt: Auf eine Singapurerin kommen im Schnitt gerade mal 1,14 Kinder.
Foto: Suhaimi Abdullah (Getty Images) 

Unsicherheiten am Arbeitsmarkt und bei den Löhnen sollen kein Grund mehr sein, während der Pandemie keinen Nachwuchs auf die Welt zu bringen. Wie der Vizepremierminister von Singapur ankündigte, soll werdenden Eltern künftig mit einem einmaligen Geldbetrag unter die Arme gegriffen werden.

Dieser Anreiz solle Menschen beruhigen, welche finanziell belastet seien und Angst um ihren Job hätten, sagte Heng Swee Keat am Montag vor Abgeordneten. «Wir haben Rückmeldungen von Paaren erhalten, welche aufgrund von Covid-19 ihre Pläne verschieben mussten. Um während dieser Zeit bei den Ausgaben zu helfen, werden wir eine einmalige, zusätzliche Stütze einführen.» Wie viel die zukünftigen Eltern erhalten werden, ist noch nicht bekannt. Details würden zu einem späteren Zeitpunkt folgen, so der Vizeminister.

Schon jetzt erhalten werdende Eltern in Singapur einen sogenannten Baby-Bonus von bis zu 10’000 Singapur-Dollar (etwa 6700 Franken). Damit soll das Kinderkriegen gefördert werden. Der Anreiz hatte bisher jedoch kaum Erfolg. Die Fertilitätsrate sinkt seit Jahrzehnten. Im Jahr 2018 erreichte sie mit 1,14 ihren vorläufigen Tiefpunkt.

Singapur weist seit Jahren eine der tiefsten Fertilitätsraten der Welt auf. Regierungsdaten zufolge gebar im Jahr 2019 eine Singapurerin im Schnitt 1,14 Babys. Für die Erhaltung einer Bevölkerung wären jedoch mindestens 2,1 Babys pro Frau nötig. Gemäss Daten der Weltbank rangiert der Stadtstaat damit auf dem vierten Platz der tiefsten Fertilitätsraten der Welt, nach Südkorea, Puerto Rico und Hongkong.

sho

4 Kommentare
    W.Grab

    Singapore könnte das Vorzeige-Beispiel sein für die Zukunft der Erde: geringes Bevölkerungswachstum schützt das Klima mehr als alles andere. Sie müssten nur noch ihre Ökonomie an die veränderte Situation anpassen:

    - verminderte Konsumlust

    - reduziertes Wachstum

    - einfacher, genügender Konsum

    - Überalterung

    Singapore hat alle Voraussetzungen für die Zukunft, sie müssten nur noch fertig umdenken und könnten sich damit die Leaderschaft in der Zukunft aneignen, sogar ohne dass sie „zurück in die Höhlen“ müssten, mit einem erfüllten gemütlichen Leben.