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Unterstützung für KMUSo hilft die Initiative «s Baselbiet schaffts» über die Corona-Krise

Die Initiative von Baselbieter Gemeinden, Gewerbevereinen und der Wirtschaftskammer will für lokale KMU Spenden sammeln und Finanzberatung anbieten.

Vor allem Dienstleistungsunternehmen wie Coiffeursalons können von solchen Aktionen profitieren, da sie ihre Produkte nicht übers Internet anbieten können.
Vor allem Dienstleistungsunternehmen wie Coiffeursalons können von solchen Aktionen profitieren, da sie ihre Produkte nicht übers Internet anbieten können.
Foto: Dominique Meienberg

Soforthilfe, Kurzarbeit, Taggelder – die Kantone und der Bund bieten eine breite Palette an Unterstützungsangeboten für Geschäfte an, die wegen der anhaltenden Corona-Krise mit verheerenden Umsatzeinbussen konfrontiert sind. Dennoch reichen diese Massnahmen für etliche Unternehmen nicht aus, um sie vor einer Schliessung zu bewahren. Vor allem im Dienstleistungssektor ist die Situation prekär, da diese Betriebe ihre Angebote nicht wie andere Geschäfte online anbieten können. Mit der Initiative «s Baselbiet schaffts» wollen nun verschiedene Gemeinden, Gewerbevereine und die Wirtschaftskammer mit Spenden den lokalen KMU unter die Arme greifen.

«‹s Baselbiet schaffts› ist eine Plattform für alle KMU im Kanton und für alle Mitglieder der Wirtschaftskammer. Wir möchten mit dieser Initiative eine breite Palette an Aktionen lancieren, die unseren KMU durch diese Krise helfen. Die Spendenaktion ist eine Aktion von vielen», sagt Michael Köhn, stellvertretender Direktor Wirtschaftskammer Baselland.

Viele grundsätzliche Fragen

Auch stehe eine Hotline für Fragen sowie eine Finanzberatung zur Verfügung. «Im Bereich der Finanzberatung haben wir sehr viel Hilfe bei grundsätzlichen Fragen geben können: Welche Hilfen von Bund und Kanton gibt es? Was ist für mich und meine Situation am besten geeignet? Wie muss ich vorgehen?», so Köhn weiter. Auf diese Weise könne man den Unternehmen beratend zur Seite stehen. Es sei nun aber entscheidend, dass Kanton und Bund die Unterstützung so gestalteten, dass «niemand mehr durch die Maschen fällt».

Finanzielle Unterstützung ist auf zwei Arten möglich: Entweder man sucht sich ein spezifisches Geschäft auf der Homepage der Initiative aus – in diesem Fall erhält die Firma das Geld direkt und gibt im Gegenzug einen Gutschein ab –, oder man spendet in den «Topf» einer Gemeinde. Wie das Geld aus diesem Topf eingesetzt werden soll, steht noch offen. Mann wolle dies aber in Absprache mit dem lokalen Gewerbeverein und der Gemeinde entscheiden. «Wichtig ist: Jeder gespendete Franken kommt 1:1 an. 100 Franken Spende sind 100 Franken Hilfe», sagt Köhn. Die Initiative, die jetzt bereits ein paar Wochen läuft, habe einigen Geschäften so bereits Tausende Franken eingebracht.

«Prattler hebe zämme»

Der Gewerbeverein KMU Pratteln unterstützt lokale Geschäfte zusätzlich noch mit der Kampagne «Prattler hebe zämme». Interessierte können über den Verein vergünstigte Gutscheine beziehen, die bei verschiedenen KMU in Pratteln einsetzbar sind. Insgesamt stehen für die Aktion KMU-Gutscheine im Wert von 180’000 Schweizer Franken zur Verfügung. Die Vergünstigung von 20 Prozent pro Gutschein übernehmen der Verein wie auch die Einwohnergemeinde Pratteln.

Anita Fiechter-Hintermann, Vizepräsidentin des Vereins KMU Pratteln, erklärt die Idee hinter den KMU-Gutscheinen: «Das Schöne an diesen Gutscheinen ist, dass sie wie reales Geld einsetzbar sind. Sie sind nicht an ein Unternehmen gebunden, sondern können bei allen KMU-Pratteln-Mitgliedern eingelöst werden. Damit bleibt das Geld im Dorf.»