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Regierungsbeschlüsse zu CoronaZürich will Impfungen kostenlos abgeben

«Vorsichtig optimistisch» ist der Regierungsrat. Deshalb beschliesst er zwar keine neuen Massnahmen, führt diese jedoch bis Ende Jahr weiter. Lesen Sie alle Beschlüsse hier.

Heute hat der Zürcher Regierungsrat informiert, wie er den Kampf gegen das Corona-Virus fortsetzen will. Kurz: Vorerst ändert sich nichts. Die bestehenden Massnahmen hat der Regierungsrat jedoch bis Ende Jahr verlängert. Was im neuen Jahr gelten wird, steht noch nicht fest, Mitte Dezember soll die Lage neu beurteilt werden.

Gemäss Regierungsratspräsidentin Silvia Steiner sei der Regierungsrat vorsichtig optimistisch, die Lage sei aber trotzdem ernst. Die Fallzahlen würden zwar stagnieren, seien jedoch auf hohem Niveau. Gemäss Berechnungen der Gesundheitsdirektion dauert es etwa eineinhalb Monate, bis sich die täglichen Fallzahlen halbieren würden. An Weihnachten soll es demnach noch etwa 400 Fälle geben – sofern sich die Bevölkerung weiterhin an die Massnahmen halten würde.

Mit einem schnellen Rückgang von Spitalaufenthalten rechnet Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) indes nicht. Die Lage in den Spitälern bleibe angespannt, allerdings stünden genügend Intensivbetten zur Verfügung. Auch das Contact Tracing sei nach wie vor gefordert, funktioniere aber. 700 Personen wurden bisher zu Kontaktverfolgern geschult.

Ebenfalls bekräftigt Rickli, dass eine Impfung kostenlos abgegeben werden solle. «Es kann nicht sein, dass sich jemand nicht impfen lassen kann, weil es zu viel kostet». Auch der Bund unterstützt dieses Vorgehen. Wann diese zur Verfügung stehe, ist noch nicht bekannt.

An der Pressekonferenz anwesend waren: Regierungspräsidentin Silvia Steiner (CVP), Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP), Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP), Kantonsärztin Christiane Meier sowie Bruno Keller, Leiter des Sonderstabs Covid-19. Lesen Sie weitere Informationen im Ticker.

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Die Pressekonferenz ist vorbei. Danke für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!

Wie sieht die Strategie in der Verteilung der Impfungen aus?

Die Regierung prüfe verschiedene Methoden. Ob dezentral geimpft wird oder nur in Pflegeheimen, stünde noch zur Diskussion. Für konkrete Antworten sei es noch zu früh.

Wieso wird die Quarantänezeit nicht verkürzt?

Die Hälfte der Fälle entwickle erst nach fünf Tagen Symptome, sagt die Gesundheitsdirektorin. Weil die Fallzahlen ausserdem hoch seien, sei es nicht opportun, dies jetzt zu ändern.

Wirkt Vitamin D?

Kantonsärztin Christiane Meier meint, wie auch bei der Grippe helfe es, das Immunsystem zu stärken. Wie man das mache, sei jedem selbst überlassen. Betreffend Vitamin D gehen die Meinungen der Wissenschaft gemäss Meier auseinander. Natalie Rickli fügt an, die Prioritäten seien gerade nicht bei Vitamin D.

Für Kantonsärztin Christiane Meier ist klar: Das Immunsystem stärken ist immer gut. Wie man dies macht, sei jedoch jedem selbst überlassen.
Für Kantonsärztin Christiane Meier ist klar: Das Immunsystem stärken ist immer gut. Wie man dies macht, sei jedoch jedem selbst überlassen.
Foto: keystone-sda.ch
Findet die Silvesterparty statt?

Nun öffnet Silvia Steiner für Fragen. Erste Frage: Gibt es Einschränkungen für Silvester/Neujahr?

Mario Fehr: Dies würde Mitte Dezember diskutiert werden. Es sei jedoch nicht das Jahr der grossen Feuerwerke.

Kein Home-Schooling

Erneut übernimmt Regierungspräsidentin Silva Steiner, jedoch in ihrer Rolle als Bildungsdirektorin. Häusliche Gewalt habe zugenommen. Die Lehrstellensuche sei schwierig. Die Pandemie würde sich erheblich in der Bildungskarriere von Schülerinnen und Schüler zeigen. Deshalb will die Regierung unbedingt verhindern, dass Schulen wieder in den Fernunterricht wechseln müssen. Dafür gäbe es ein eigenes Contact Tracing für Schulfälle.

Zivilschützer leisten 32'000 Diensttage

Wie bereits in der ersten Welle sei auch der Zivilschutz im Einsatz. Von Ende Februar bis Anfang Juni seien 32'000 Diensttage geleistet worden. Der Zivilschutz ist hauptsächlich in den Gemeinden aktiv, zum Beispiel in Pflegeheimen.

10'500 Schutzkonzepte geprüft.

Laut Sicherheitsdirektor Mario Fehr werden Schutzkonzepte gut umgesetzt. «Wir sind kein Zentralstaat, wir können nicht einfach Regeln befehlen». Regeln müssen demnach nachvollziehbar sein, damit sie umgesetzt werden. Die Bevölkerung halte sich gut daran.

Über 10'500 Schutzkonzepte hätten die Behörden geprüft. 500 Betriebe wurden verzeigt.

Der Herr der Schutzkonzepte – Wie viele Schutzkonzepte Mario Fehr selbst geprüft hat, ist nicht bekannt, seine Behörde habe jedoch seit August rund 10'500 Konzepte bearbeitet.
Der Herr der Schutzkonzepte – Wie viele Schutzkonzepte Mario Fehr selbst geprüft hat, ist nicht bekannt, seine Behörde habe jedoch seit August rund 10'500 Konzepte bearbeitet.
Foto: keystone-sda.ch
Kostenlose Impfung

Sollte im Januar ein Impfstoff zur Verfügung stehen, sei der Kanton bereit und könne diese schnell verteilen. Der Regierungsrat will die Impfung kostenlos zur Verfügung stellen. «Es kann nicht sein, dass sich jemand nicht impfen lassen kann, weil es zu viel kostet», so Rickli. Diesbezüglich würden die Diskussionen jedoch noch laufen.

«Lassen sie sich testen»

Wie schon die Kantonsärztin appelliert nun auch Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli an die Bevölkerung. «Lassen sie sich testen», sagt sie, auch im Zweifelsfall. Testkapazitäten stünden genügend zur Verfügung.

Contact Tracing

Nun kommt auch das Contact Tracing zur Rede. Rickli sagt, sie rege sich über jeden Fall auf, bei dem das Contact Tracing nicht richtig funktioniere, doch dies seien Einzelfälle. «Momentan sind 700 Personen als Contact Tracer geschult». Diese würden sieben Tage die Woche an zwei Standorten arbeiten. Doch es sei nach wie vor gefordert.

Das Contact Tracing funktioniere, so Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli.
Das Contact Tracing funktioniere, so Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli.
Foto: keystone-sda.ch
Mehr Spitalaufenthalte aber genug Betten

Trotz sinkenden Fallzahlen rechnet Rickli jedoch damit, dass Spitalaufenthalte noch nicht zurückgehen werden. Es habe jedoch noch genug Intensivbetten in Zürich.

Rickli rechnet mit 400 Infektionen an Weihnachten

Nun informiert Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli. Die Positivitätsrate sei zu hoch, sie sollte bei 5 Prozent liegen. Momentan ist sie über 10 Prozent. Es dauere etwa eineinhalb Monate, bis sich Fallzahlen jeweils halbieren. Am 13. Dezember rechnet Rickli, sollten sich die Zahlen halbiert haben. An Weihnachten sollte es weniger als 400 gemeldete Neuinfektionen geben - aber nur, wenn sich alle an die Massnahmen halten würden.

Keine Einschränkungen für die Weihnachtszeit.

Auch speziell für die kontaktreiche Adventszeit will der Regierungsrat keine strengeren Massnahmen einführen. Steiner vertraut auf die Bevölkerung.

Massnahmen werden verlängert

Weiter informiert Steiner, dass die bestehenden Massnahmen bis Ende Jahr verlängert werden. Neue Massnahmen will er jedoch keine einführen. Kurz vor Weihnachten sollen die bestehenden Massnahmen nochmals überprüft werden.

«Vorsichtig optimistisch»

Regierungsrätin Silvia Steiner eröffnet die Pressekonferenz. Die Zahlen stagnieren, jedoch auf hohem Niveau. Dies sei möglich, weil viele Massnahmen getroffen wurden.

«Im Kanton Zürich dürfen wir vorsichtig optimistisch sein, die Lage ist trotzdem noch ernst», sagt Steiner. Trotzdem sei die Lage ernst. Gerade die Situation in Pflegeheimen sei angespannt.

«Im Kanton Zürich dürfen wir vorsichtig optimistisch sein, die Lage ist trotzdem noch ernst», sagt Regierungspräsidentin Silvia Steiner
«Im Kanton Zürich dürfen wir vorsichtig optimistisch sein, die Lage ist trotzdem noch ernst», sagt Regierungspräsidentin Silvia Steiner
Foto: keystone-sda.ch
Wie steht es um das Contact Tracing

Das Contact-Tracing soll die Ansteckungskette unterbrechen. Bisher lief dies jedoch alles andere als reibungslos. Fehlerhafte E-Mails, Excel-Listen statt elektronische Dossiers und zu wenig Personal haben am Vertrauen gerüttelt. Die Probleme seien behoben, hat die Gesundheitsdirektion mitgeteilt. Es wird erwartet, dass der Regierungsrat auch diesbezüglich informiert.

Lesen Sie dazu:

Büro-Chaos und Personalprobleme: Weil die Regierung vor der zweiten Welle wertvolle Zeit verstreichen liess, funktioniert die Kontaktnachverfolgung seit Wochen nicht sauber.
Wie Zürich das Contact-Tracing vermasselte
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Ansteckungen nehmen ab, Tests jedoch auch

Nach einem steilen Anstieg im Herbst scheinen die Massnahmen des Bundes zu fruchten. Lag der 7-Tage-Schnitt Ende Oktober noch bei 61 Ansteckungen pro 100'000 Einwohner, fiel er kontinuierlich und liegt nun bei 41 Neuansteckungen.

Gleichzeitig lassen sich jedoch auch weniger Menschen testen, die Positivitätsrate – also der Anteil positiver Testergebnis im Verhältnis zu allen Tests – liegt aktuell bei 16.3 Prozent. Laut John Hopkins-Universität deutet ein hoher Wert entweder darauf hin, dass zu wenig getestet wird oder dass sich das Virus weiter als gedacht verbreiten konnte.

Die neusten Daten des Kantons sind zwar vom letzten Sonntag, doch deutet vieles darauf hin, dass Tests kaum zugenommen haben. Die Zürcher Kantonsärztin wie auch der Stadtzürcher Stadtrat haben wiederholt an die Bevölkerung appelliert, sich auch bei milden Symptomen testen zu lassen.

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32 Kommentare
    Regula Schmid

    Wenn ich lese, der Kanton Thurgau verschärft die Regeln um die steigenden Fallzahlen in den Griff zu bekommen. Andere Kanton verschärfen die Regeln. Was macht die Regierung im Kanton Zürich? Nichts!!! Ich fühle mich im Stich gelassen und als besorgter Bürger nicht Ernst genommen. Obligatorisches Homeoffice, Lehrer und Erzieher die mehr geschützt werden!! Krankenschwester, die mehr Lohn verdienen und mehr Personal. Bars und Diskotheken soll man schliessen!!!Aber auch entschädigen!! Viele meiner Freunde wollen, dass die Zürcher Regierung zum Wohl der Bevölkerung handelt.