Zum Hauptinhalt springen

#MetooIncesteSkandale um Kindesmissbrauch und Inzest erschüttern Frankreich

Sexuelle Beziehungen zu Kindern wurden lange toleriert, gerade unter französischen Intellektuellen. Jetzt will die Regierung das Schutzalter erhöhen – auf 15 Jahre.

Strassencollage gegen Pädosexuelle in Paris: «Ein Kind willigt niemals ein.»
Strassencollage gegen Pädosexuelle in Paris: «Ein Kind willigt niemals ein.»
Foto: Hans Lucas (AFP)

Die Debatte über Inzest in der Familie, wie sie die Juristin Camille Kouchner mit ihrem Anfang des Jahres erschienenen Buch «La familia grande» losgetreten hat, lässt in Frankreichs keinen Stein auf dem anderen. Aus der Skandalgeschichte in Kreisen der linken Elite, der sogenannten «Gauche Caviar», ist rund um den Hashtag #MetooInceste eine breite gesellschaftliche Bewegung geworden, an der Tausende Menschen aus allen Schichten die sexuelle Gewalt anprangern, die sie in der Familie erlebt haben.

Camille Kouchner schreibt in «La familia grande» über eine inzestuöse Verbindung ihres Stiefvaters mit ihrem Zwillingsbruder.
Camille Kouchner schreibt in «La familia grande» über eine inzestuöse Verbindung ihres Stiefvaters mit ihrem Zwillingsbruder.
Foto: Bénédicte Roscot (Edition du Seuil)

Eine in den letzten Wochen viel zitierte Umfrage kam zu dem Ergebnis, das jede zehnte Person in Frankreich Opfer inzestuöser Sexualverbrechen sei, das sind immerhin fast sieben Millionen Menschen. Emmanuel Macron sagte dazu auf seinem Instagram-Account: «Das Schweigen wurde gebrochen, es liegt jetzt an uns, zu handeln.» Zum Handeln fordert jetzt auch eine Petition von 162 Persönlichkeiten auf, die am letzten Freitag eingereicht wurde. Unterschrieben wurde sie unter anderen von der Schauspielerin Juliette Binoche und den Filmregisseuren Patrice Leconte und Claude Lelouch.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.