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Der positive Jahresrückblick, Teil 5Sie singen gegen die Angst an

Corona lässt die Kultur einmal mehr verstummen. Oder doch nicht ganz? In den vergangenen Monaten wurde vieles erfunden, um doch irgendwie weiterzumusizieren.

Das Team vom Ressort Leben der Redaktion Tamedia stellt in der sechsteiligen Serie «Der positive Jahresrückblick» Lichtblicke aus dem laufenden Jahr in verschiedenen Sparten zusammen.

Bereits erschienen sind Teil 1 (Gesellschaft), Teil 2 (Comedy), Teil 3 (Kulinarik) und Teil 4 (Digital). Heute folgt Teil 5 mit Fokus Musik.

Singen auf dem Balkon

Auf Italienisch heisst die Krone Corona: Balkonsängerin in Rom.
Auf Italienisch heisst die Krone Corona: Balkonsängerin in Rom.
Foto: Alberto Lingria (Reuters)

Sie hat sich extra eine Krone (italienisch: Corona) aufgesetzt, und sie singt, dass man es zweifellos noch am anderen Ende der Strasse hört. Irgendwo in Rom wurde sie fotografiert, am 14. März 2020. Die italienische Regierung hatte dem Land einen strikten Lockdown verordnet, aber die Balkontüren blieben offen. Und wie diese Frau stellten sich viele Menschen an die Brüstungen und sangen, spielten Trompete, klopften auf Pfannendeckel: um die Angst vor dem Virus zu übertönen, um eine Gemeinschaft zu spüren. Die Tageszeitung «La Repubblica» sprach von «kollektivem Exorzismus». Er hat das Virus zwar nicht vertrieben; aber immerhin die Seelen gewärmt.

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