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Eine Klosterfrau in Papua-NeuguineaSie kämpfte gegen Aids und Hexenwahn

Ordensschwester Gaudentia Meier schlichtete Stammeskämpfe mitten im Dschungel, eröffnete Aidsstationen und rettete nicht nur viele Säuglinge, sondern auch Frauen – vor einer Hexenverbrennung.

Erst zuhören und beobachten, dann handeln: Die Baldegger Ordensschwester Gaudentia Meier 1978 in Det im Beratungsgespräch mit Frauen aus der Region.
Erst zuhören und beobachten, dann handeln: Die Baldegger Ordensschwester Gaudentia Meier 1978 in Det im Beratungsgespräch mit Frauen aus der Region.
Foto: Privat

Es war am 1. August 2012, einem Mittwoch um die Mittagszeit, mitten in Mendi, der Hauptstadt im südlichen Hochland von Papua-Neuguinea. Die Baldegger Ordensschwester Gaudentia Meier war gerade daran, ihre Patientinnen und Patienten zu versorgen, als eine Schar Kinder freudig erregt vorbeirannte. Sie riefen: «Sie wollen Sanguma Meri verbrennen! Kukim Sanguma Meri!» Sr. Gaudentia musste nicht lange überlegen, was das bedeutet. Es war eine Hexenverbrennung im Gang.

Sr. Gaudentia war bewusst, dass sie sich auf ein Abenteuer einliess, als sie sich am 7. Oktober 1969 mit vier Mitschwestern aus dem Kloster Baldegg auf die grosse Reise machte. Diese Szene aber überstieg alles, was sie sich je hätte vorstellen können. Die Bauerstochter aus dem Aargau war bei der Abreise dreissig Jahre alt. Viel weiter weg und viel fremder als Papua-Neuguinea ging fast nicht.

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