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Hungersnot in Äthiopien«Sie betteln um Hilfe, die es nicht gibt»

Bislang haben sich etwa 60’000 Flüchtlinge aus Äthiopien in den benachbarten Sudan gerettet.

Ein Feldzug gegen das alte Regime

Die Region ist grösstenteils vom Internet abgeschnitten, Telefonleitungen sind unterbrochen, nur selten gibt es Strom.

Flüchtlinge aus Äthiopien vor einer Kirche im Osten Sudans.
9 Kommentare
    Simon Wind

    Spricht man mit äthiopischen Flüchtlingen, die unter der früheren Tigray-Regierung geflüchtet sind, wird klar, wie die frühere Regierung und deren Helfer systematisch die Menschen anderer Ethnien als Individuen benachteiligt, schikaniert, verfolgt oder getötet haben, um sich unrechtmässig Besitz, Grundstücke usw. anzueignen. Das erlittene Leid und Unrecht vieler Äthiopier wurde in unseren Medien nie thematisiert, und die Schweiz lehnte Asylgesuche von Äthiopiern idR ab, weil diese ihre Verfolgung nicht beweisen konnten.

    Unmittelbar nach der Wahl von Abiy begannen die einflussreichen Tigray damit, Abiy zu bekämpfen, weil sie befürchteten, ihre dominante Herrscherrolle in Äthiopien zu verlieren. Sie haben Abiys Friedensangebot abgelehnt und versuchten sogar mehrmals, ihn umzubringen. Das war in unseren Medien jedoch kaum ein Thema. Ebenso, wie die Tigray mit Gewalt die Eskalation suchten, um wieder an die Macht zu kommen. Nun, da Abiy offensichtlich keine andere Wahl mehr hat, als militärisch durchzugreifen, kritisiert man ihn und gibt ihm die Schuld. Diese Schuldzuweisung ist eine zu einfache Sicht der Dinge.